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KARRIERENENDE: Eine Superheldin nimmt den Hut

Im Zielraum nach der Frauenabfahrt in Cortina d’Ampezzo dominieren die Tränen: Lindsay Vonn, Zweite hinter Sofia Goggia, beweint den Abschied von ihrer Freundin Julia Manucso. Als beste Schweizerin wird Lara Gut Vierte.
«Wonder Woman» Julia Mancuso auf ihrer letzten Abfahrt. (Bild: AP)

«Wonder Woman» Julia Mancuso auf ihrer letzten Abfahrt. (Bild: AP)

Lindsey Vonn stand am Fusse des mächtigen Dolomiten-Dreigestirns, legte ihren Kopf auf die Schulter von Julia Mancuso und weinte. Dass die Speed-Königin bei der Weltcup-Abfahrt von Cortina d’Ampezzo ihren 79. Weltcup-Sieg wegen eines unnötigen Fehlers verpasst hatte, konnte sie zwar noch verschmerzen – nicht aber den Rücktritt ihrer Freundin. «Das ist ein trauriger Tag», sagte Vonn mit Tränen in den Augen, «wir sind seit über 20 Jahren zusammen.»

Die gemeinsame Zeit der Olympiasiegerinnen aus den USA endete gestern, als Mancuso ihre Karriere mit einem emotionalen Schlussakt beendete. «Abschied nehmen ist immer schwierig», sagte die 33-Jährige im von einer Sektdusche durchnässten Kostüm einer Superheldin. Doch Hüftprobleme liessen ihr keine andere Wahl.

Durchzogene Bilanz der Schweizerinnen

Vor ihrem 399. und letzten Weltcup-Rennen küsste Mancuso ihr Startleibchen mit der Nummer 31 und warf es dann hinter sich. Als Superheldin mit rotem Umhang fuhr sie gemütlich zu Tal, unterwegs winkte sie den Trainern am Pistenrand. «Ich sage mit schwerem Herzen Goodbye, aber auch mit einer grossen Portion Dankbarkeit», sagte sie, nachdem sie mit 18,19 Sekunden Rückstand Letzte geworden war. Mancuso hat wie Vonn neun Medaillen bei Grossereignissen gewonnen. Wie Mancuso ging auch Vonn in Italien drei Wochen vor Beginn der Winterspiele in Pyeongchang durch ein Wechselbad der Gefühle. Die beste Abfahrerin der vergangenen Jahre lag auf der traditionsreichen «Olympia delle Tofane» auf Siegkurs, verkantete aber bei einer Welle im Mittelteil und verhinderte knapp einen Sturz. Platz zwei, 0,47 Sekunden hinter der Italienerin Sofia Goggia, die ihren vierten Weltcup-Sieg feierte. Vonn liess im Ziel ­einen Frustschrei los. «Wenn Lindsey den Fehler nicht macht, gewinnt sie», sagte die 25-jährige Goggia nach ihrem zweiten Abfahrtssieg binnen sechs Tagen. Das Podest komplettierte Mikaela Shiffrin, Führende im Gesamtweltcup.

Lara Gut verpasste im Ersatzrennen für Val d’Isère ihren ersten Abfahrt-Podestplatz in diesem Winter um neun Hundertstel – auf jener Strecke, auf der sie im vergangenen Januar, zwei Wochen vor ihrem an der WM in St. Moritz erlittenen Kreuzbandriss, ihren bisher letzten Weltcup-Sieg errungen hatte.

Jasmine Flury belegte mit zwei Sekunden Rückstand Platz 15. Joana Hählen musste sich mit dem 23. Rang zufrieden geben. Corinne Suter und Priska Nufer büssten wie Denise Feierabend über drei Sekunden auf Goggia ein. Tina Weirather fuhr auf den bescheidenen Platz 19 und musste deshalb die Führung in der Disziplinenwertung an Goggia abtreten. (sid/sda)

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