Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KARRIEREHÖHEPUNKT: «Ich musste die Ferien verschieben»

Seit 2011 darf sich Daniel Bösch Unspunnen-Sieger nennen. Der 29-jährige Zuzwiler über die Bedeutung dieses Titels, die Auswirkungen des Erfolgs und seine Gefühlslage vor der Rückkehr nach Interlaken.
Ives Bruggmann
Die Form stimmt: Auf der Schwägalp liess sich Daniel Bösch als Sieger feiern. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Die Form stimmt: Auf der Schwägalp liess sich Daniel Bösch als Sieger feiern. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Interview: Ives Bruggmann

Es ist die Stätte seines grössten Erfolges: Daniel Bösch kehrt am Sonntag nach Interlaken zurück. Vor sechs Jahren gewann der Toggenburger dort den Unspunnen-Schwinget. Bösch trat damals ohne grosse Erwartungen an. Doch nach drei Siegen zum Auftakt schien ein Sieg des 1,93 m grossen Sennenschwingers mehr denn je im Bereich des Möglichen. Und Bösch nutzte die Gunst der Stunde.

Daniel Bösch, Ihr Sieg am Unspunnen-Schwinget vor sechs Jahren konnte nicht erwartet werden. Andere wie Kilian Wenger oder Christian Stucki galten als Topfavoriten. Wann spürten Sie, dass Sie das Fest gewinnen können?

Insgesamt war es eine grosse Ehre, mich an einem solchen Fest gegen so viele Favoriten durchzusetzen. Mir kam es natürlich entgegen, dass ich die ersten drei Gänge gegen Peter Imfeld, Christian Dick und Thomas Zaugg alle mit der Maximalnote zehn gewinnen konnte. Doch an den Sieg habe ich noch nicht gedacht. Ich freute mich über den guten Start und wollte weiter so gut schwingen.

Im vierten Gang mussten Sie gegen Benji von Ah einen Gestellten hinnehmen. Wie veränderte das Ihren weiteren Festverlauf?

Nicht gross. Durch die Maximalnoten aus den ersten drei Gängen hatte ich ein kleines Polster. Im fünften Gang wusste ich, dass ich gegen den Berner Florian Gnägi gewinnen musste, um in den Schlussgang einzuziehen. Ich kann mich erinnern, dass das immer harte Kämpfe gegen Gnägi waren. So auch in Interlaken. Der Kampfrichter hatte die letzte Minute bereits angesagt. In den letzten Sekunden schaffte ich es tatsächlich noch, ihn auf den Rücken zu legen.

Im Schlussgang wartete Christian Schuler. Mit welcher Taktik gingen Sie in den Kampf?

Ich wusste, wenn ich gleich weiterschwingen würde, liegt einiges drin. Und so kam es dann auch. Ich durfte dieses grosse Fest gewinnen.

Eigentlich wären Sie am Tag darauf für drei Wochen nach Neuseeland in die Ferien gereist.

Ja, aber aufgrund der vielen Medienanfragen musste ich diese um zwei Tage nach hinten verschieben.

Wie sind Sie damals als junger Schwinger mit dem plötzlichen Medieninteresse umgegangen?

Gleich nach dem Unspunnen-Sieg hat mich das Medieninteresse ein bisschen durchgeschüttelt. Doch dann habe ich einfach allen, die angerufen haben, gesagt, sie sollen um dieselbe Uhrzeit bei mir vorbeikommen. Meist wollen die Leute ja in etwa dieselben Fragen stellen. Und so konnte ich einerseits Zeit sparen, und andererseits alle Anfragen auf einmal erledigen.

Seit 2011 tragen Sie also den Titel Unspunnen-Sieger. Was bedeutet Ihnen das?

Dieser Titel ist für mich einfach eine riesige Ehre. Unspunnen-Sieger bleibt man ein Leben lang. Zudem ist es nicht vielen Schwingern vergönnt, dieses Fest zu gewinnen, da es nur alle sechs Jahre stattfindet. Ich bin einer von nur 22 Unspunnen-Siegern. Das macht mich schon stolz.

Wie lief Ihre Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt?

Der Formaufbau war voll und ganz auf den Unspunnen-Schwinget ausgerichtet. Deswegen liess ich mich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn es an einem Fest einmal nicht so lief. Insgesamt habe ich jedoch die ganze Saison gut geschwungen. Ich habe mit meinem Team in etwa gleich trainiert wie im vergangenen Jahr. Damals ist die Planung mit dem siebten Platz am Eidgenössischen gut aufgegangen. Ich kann sagen, dass wir alles gemacht haben, was wir machen konnten.

Wie ist es für Sie, nach Interlaken zurückzukehren?

Ich freue mich sehr darauf und kehre ausschliesslich mit positiven Gefühlen zurück.

Wie sehen die letzten Vorbereitungen aus?

Trainieren werde ich zwar noch, aber nicht mehr allzu intensiv. Kurz vor dem Fest werde ich mich dann ein wenig zurückziehen. Mental stelle ich mich dann auf den ersten Gang ein. Mit dem Ziel, diesen zu gewinnen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.