Karambolagen vor der Haustür

Die kleine Sportfrage

Pascal Koster
Merken
Drucken
Teilen

Vergangene Woche stimmte der Zürcher Stadtrat der Durchführung eines Formel-E-Rennens mitten durch Zürich zu. In der Formel E wird ausschliesslich auf solchen Stadtkursen gefahren – warum?

Die Formel E ist aus diversen Gründen um einiges besser für Stadtkurse geeignet als beispielsweise die Formel 1. Der Lärm, der Gestank und die Umweltverschmutzung fallen in der Formel E grösstenteils weg, wodurch Konflikte mit den Anwohnern vermieden werden. Zudem fährt ein elektrisch betriebener Bolide mehr als 100 km/h langsamer als ein Formel-1-Wagen. Ein solcher hätte folglich mehr Mühe in den kurvenreichen Passagen. Eine wichtige Rolle spielen auch wirtschaftliche Überlegungen. Damit sich die Formel E nach der Gründung 2014 eine Anhängerschaft aufbauen konnte, musste sie sich von der Formel 1 absetzen. Deshalb wurden nur enge Stadtkurse in den Kalender aufgenommen.

Dem Publikum werden dadurch vermehrt Karambolagen und spektakuläre Überholmanöver geboten. Das Fahrerfeld ist näher beisammen und kleinste Fahrfehler führen zum sofortigen ­Zusammenprall mit der Mauer. Unlängst forderte Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton auch mehr Stadtrennen in seiner Serie. Er begründete, dass die Rennbesucher so keine weite ­Anreise mehr in Kauf nehmen müssten, was den Zuschauerschnitt erheblich steigern würde.

Pascal Koster

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.