Kantone sollen 23 Millionen an Profiklubs mitfinanzieren

Nationalratskommissionen stellen neue Forderungen für die Finanzierung der A-fonds-perdu-Beiträge an den Spitzensport.

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Christian Constantin kann auch anders. Der streitbare und zu Polemik neigende Präsident des FC Sion erklärte als Sitzungsgast der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) in staatsmännischer Art und Weise, wieso die Fussballklubs mit den strengen Bedingungen für den Erhalt von A-fonds-perdu-Beiträge einverstanden seien. Marc Lüthi, CEO des Eishockeyvereins SC Bern, soll sich zusammen mit weiteren Sportfunktionären ähnlich zu Wort gemeldet haben.

Matthias Aebischer, der Präsident der Parlamentarischen Gruppe für Sport, äusserte sich vor zwei Wochen noch skeptisch zu A-fonds-perdu-Beiträgen. Er wäre lieber bei den Krediten geblieben und hätte erst bei Schwierigkeiten einer Rückzahlung Hand bieten wollen. Jetzt aber, wo Bundesrat und auch die Sportklubs damit einverstanden seien, könne er damit leben. Zwar sind weiterhin viele Detailfragen zu klären, aber Sportpolitiker Aebischer ist überzeugt, dass diese in der Verordnung zum Gesetz aufgelöst werden können. Deshalb ist der Berner überzeugt, dass die A-fonds-perdu-Beiträge für den Profisport im Parlament eine Mehrheit finden werden: ««Bis jetzt scheint sie niemand zu bekämpfen», sagt Aebischer.

Die WBK schreibt in ihrem Mitbericht an die nationalrätliche Wirtschaftkommission, dass sie die Gesetzesvorlage einstimmig unterstützt und explizit an den strengen Auflagen festhält. Diskutiert wurde über die Finanzierung der Beiträge. Die Kommission verlangt als Konsequenz die Prüfung der Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung durch die Kantone.

Konkreter wird die Nationalratskommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) und überweist einen Antrag des ehemaligen Spitzensportlers Marcel Dobler mit 17:1 Stimmen. Der St. Galler FDP-Nationalrat fordert darin eine 20-prozentige Beteiligung der Kantone an den Kosten von insgesamt 115 Millionen. Dobler sagt: «Die Kantone haben seit Krisenbeginn mit ihren Entscheiden einen direkten Einfluss auf die finanzielle Situation der Sportklubs. Deshalb sollen sie sich analog zu den Härtefällen auch im Sport an den Folgen minimal beteiligen.» (rs)