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KÄMPFERNATUR: Der Unverwüstliche

Thomas Nüssli erlebt bei Langnau seinen zweiten Frühling. Dabei stand der 35-jährige Herisauer schon kurz vor dem Karrierenende. Nun ist die Lust auf Eishockey wieder da – und das Playoff in Reichweite.
Sergio Dudli
Stürmer Thomas Nüssli begann seine Karriere bei Herisau. In dieser Saison konnte er für Langnau vier Tore und zehn Assists bejubeln. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Stürmer Thomas Nüssli begann seine Karriere bei Herisau. In dieser Saison konnte er für Langnau vier Tore und zehn Assists bejubeln. (Bild: Ennio Leanza/KEY)

Sergio Dudli

Mit sieben Siegen aus den vergangenen zehn Spielen gehört Langnau zu den formstärksten Teams der Eishockey-NLA. Der kleine Emmentaler Club mit bescheidenen finanziellen Mitteln liegt nur einen Punkt hinter einem Playoffplatz, zum Tabellendritten Zug fehlen bloss sieben Punkte. «Bei uns läuft alles über eine stabile Defensive. Das ist der Schlüssel, um Punkte zu holen», sagt Langnau-Stürmer Thomas Nüssli, der mit 14 Skorerpunkten aus 33 Spielen zu Buche steht.

Der 35-jährige Herisauer spielt seine vierte Saison mit den Emmentalern. Gleich in seiner ersten Spielzeit gelang der Aufstieg. Seitdem sieht der Routinier eine positive Entwicklung: «In der ­ersten NLA-Saison konnten wir den Playout-Final gegen Biel gewinnen, in der zweiten kamen wir in der Platzierungsrunde sauber raus, und jetzt spielen wir um das Playoff.» Trotz des Erfolgs macht der Stürmer keinen Hehl daraus, dass ihm die defensive Spiel­weise seines Clubs nicht behagt. «Ich würde auch lieber attraktives Eishockey spielen. Aber wir können hier kein offensives Feuerwerk im gegnerischen Drittel abbrennen, wie das beispielsweise Davos kann», so Nüssli. Vielmehr müsse man die einfachen Sachen richtig machen und so zu Punkten kommen.

Die Einzigartigkeit des Clubs

Dass Nüssli in dieser Saison überhaupt noch auf dem Eis steht, ist nicht selbstverständlich. Vor vier Jahren stand er im Dienst des HC Thurgau kurz vor dem Kar­rierenende. Gründe waren anhaltende Rückenbeschwerden und die verlorene Lust am Sport. «Dann kam das Angebot von Langnau – hier habe ich den Spass wiedergefunden», so Nüssli. Der Verein sei in der Schweiz einzigartig, weil eine enge Verbindung zu den Anhängern bestehe. «Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist riesig. Die Leute haben nur diesen Verein, unsere Spiele sind für ­viele wie ein Treffpunkt.» Zudem würden die Menschen immer hinter dem Verein stehen – auch wenn es auf dem Eis schlecht läuft und gute Resultate ausbleiben. «Dieser Zusammenhalt ist für ­einen Spieler sehr schön.»

Doch nicht alles läuft für Nüssli nach Wunsch. Nach wie vor plagen ihn Rückenschmerzen aufgrund eines Bandscheiben­vorfalls. «Angefangen hat es, als ich 15-jährig war und in die erste Mannschaft von Herisau kam. Dort hat aber niemand meine Probleme ernst genommen», sagt der zweifache Familienvater. Erst fünf Jahre später habe eine Untersuchung Klarheit geschaffen. Seitdem musste sich Nüssli mehreren Operationen unterziehen.

Von Pontius zu Pilatus

Trotz der Eingriffe halten die Be­schwerden an. «Nach den letzten Operationen gab es aber keine Leute, die mir Druck gemacht ­haben. So habe ich mir Zeit ge­lassen, um zurückzukehren.» Zusammen mit abgestimmten Therapiemethoden seien die Schmerzen mittlerweile zu ertragen.

Nüssli galt als grosses Talent. Mit 20 Jahren drafteten ihn die Vancouver Canucks. Zur grossen Karriere im Nordamerika hat es nie gereicht. «Wenn ich andere Spieler sehe, frage ich schon manchmal, was für mich ohne die Schmerzen möglich gewesen wäre», so Nüssli. Er hätte sich stärker auf den Sport konzentrieren und leichter sein Niveau erreichen können. «Aber ich musste immer von Pontius zu Pilatus rennen, Rückschläge wegstecken und mich wieder herankämpfen. Das spürst du letztlich auf dem Eis.»

Wie lange Nüssli noch weiterspielt, weiss er nicht. «Ich schaue von Saison zu Saison. Passt es nicht mehr, ziehe ich den Stecker.» Was nach seiner Hockeylaufbahn kommt, ist noch offen. «Gedanken habe ich mir gemacht, aber es gibt kein Ziel, auf das ich hinarbeite.»

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