Kälte trieb den Handball in die Halle

Weshalb zog sich der Handball in die Halle zurück?

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Weshalb zog sich der Handball in die Halle zurück?

An den Olympischen Spielen 1936 wurde Handball noch auf dem Fussballplatz mit grossen Toren und elf Akteuren pro Team ausgetragen. Die Sportart Grossfeldhandball war populär. Der Penaltyschütze warf aus 14 Metern. Zehntausende verfolgten Länderspiele. 1961 wurde in St. Gallen das Lerchenfeldstadion mit 7000 Steh- und 1000 Sitzplätzen eingeweiht. St. Otmar holte 1961 den Cup.

Die Bundesrepublik Deutschland, die DDR und Schweden waren auf internationaler Ebene die dominierenden Mannschaften. Weil aber vorab in Skandinavien das Wetter häufig die Durchführung von Spielen auf Rasen verhinderte und die Entwicklung der Sportart hemmte, verlagerte sich Handball immer mehr in die Halle. 1963 fand die letzte Grossfeld-WM in der Schweiz statt. Den Final in Basel vor 15 000 Zuschauern gewann die DDR gegen die BRD. Die Schweizer ergatterten Bronze.

Endgültig von der grossen Bildfläche verschwand der Handball auf dem Fussballplatz, als das Internationale Olympische Komitee 1965 beschloss, Handball ausschliesslich in der Halle ins olympische Programm aufzunehmen. Die letzte Grossfeld-WM fand 1966 statt.

Seither fristet der Handballsport im Freien ein Mauerblümchendasein. Das Spiel in der Halle mit sechs Feldspielern und dem Penalty aus sieben Metern Entfernung hat sich seit Jahrzehnten etabliert. (dg)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.

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