K. o.-Sieg mit politischer Botschaft

Wladimir Klitschko bleibt Schwergewichtsweltmeister nach WBA-, WBO- und IBF-Version. Der 38jährige Ukrainer ist in seinem 25. WM-Kampf im deutschen Oberhausen vor 12 000 Zuschauern hoch überlegen.

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Wladimir Klitschko (rechts) verpasst Alex Leapai einen weiteren schmerzhaften Schlag. (Bild: epa/Bernd Thissen)

Wladimir Klitschko (rechts) verpasst Alex Leapai einen weiteren schmerzhaften Schlag. (Bild: epa/Bernd Thissen)

BOXEN. Wladimir Klitschko besiegte den chancenlosen australischen Herausforderer Alex Leapai durch K. o. in der fünften Runde. Innerhalb einer Minute beförderte Klitschko jeweils mit Links-rechts-Kombinationen den Herausforderer auf die Bretter. Mit seinem 147. Treffer beendete der Ukrainer den ungleichen Kampf gegen Leapai, der nur zehn Treffer landete. Der zweite Niederschlag durch Klitschkos rechte Schlaghand innerhalb einer Minute besiegelte das Kampfende für den Herausforderer.

Applaus für Witali Klitschko

«Es war nicht leicht, denn mein Kopf war in der Ukraine», sagte Klitschko nach dem Fight und appellierte erneut an Russland, keinen Krieg mit seinem Heimatland zu beginnen. Trotz der angespannten politischen Lage in der Ukraine stand Wladimirs Bruder Witali Klitschko wie immer als Betreuer in der Ringecke des Weltmeisters. Witali hatte seinen WBC-WM-Gürtel abgelegt und sich auf sein Wirken als Politiker der Oppositionspartei Udar in seinem Heimatland konzentriert. Er wurde mit grossem Applaus begrüsst. Witali Klitschko lobte seinen Bruder für den perfekten Auftritt: «Wladimir hat wie aus dem Lehrbuch gekämpft. Er hat keinen einzigen Fehler gemacht. Wladimir hat dem Gegner keine einzige Chance gegeben.» Leapai gab zu, dass zwischen Strategie und Umsetzung die Differenz gross war. «Ich wollte seine Führhand umgehen. Doch dies war in der Realität schwerer als in der Theorie.»

Ein Titel fehlt noch

Für Wladimir Klitschko war es der bereits 62. Sieg im 65. Profikampf seiner Karriere, der 53. durch K. o. Klitschkos nächstes grosses Ziel nach dieser Pflichtaufgabe ist der noch fehlende WBC-Titel, den bisher sein älterer Bruder Witali gehalten hatte. Am 10. Mai wird im Kampf zwischen dem Kanadier Bermane Stiverne und Chris Arreola aus den USA ermittelt, wer diesen niedergelegten Titel erhält. Der Sieger dieses Fights soll dann zum grossen Vergleich mit Wladimir Klitschko antreten.

Der frühere Europameister Kubrat Pulev, der bei der IBF als Pflichtherausforderer geführt wird, wäre eine andere Variante. Pulev wäre für Klitschko sicher eine höhere Hürde, als es Leapai war. Doch in der aktuellen Form muss der Ukrainer im Schwergewicht keinen einzigen Gegner fürchten. Er ist seit mittlerweile zehn Jahren unbesiegt. (si)