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«Junge schreiben andere Texte»

Der Thurgau fördert junge Menschen beim literarischen Schreiben – übermorgen lesen die Besten aus ihren Texten. Prorektorin Pascale Chenevard über die Lust am Schreiben und wie sich Junge sich selbst und der Welt nähern.
Dieter Langhart
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Wann haben Sie selber Ihren letzten literarischen Text verfasst?

Pascale Chenevard: Während der Weihnachtsfeiertage.

Worüber?

Chenevard: Ich habe im Verlauf des letzten Jahres zwölf kurze Texte geschrieben. Textminiaturen, die ausgelöst wurden durch eine winzige Sequenz, eine Beobachtung, einen mitgehörten Satz, aufgeschnappt irgendwo im Alltag. Daraus entstanden kleine Geschichten, Ausschnitte aus dem Leben fiktiver Personen, manchmal tiefgründig, manchmal skurril.

Wozu braucht es literarisches Schreiben an den Berufs- und Mittelschulen?

Chenevard: Im literarischen Schreiben kann und darf sich die Schreibende, der Schreibende der Vielfalt der Sprache, dem bereits Gelesenen, der eigenen Phantasie, letztlich der Welt und vor allem sich selbst nähern. Genaues Beobachten der Umwelt ist ebenso gefragt wie ein bewusster Umgang mit Sprache. Die Jugendlichen auf diesem Weg gezielt zu fördern, ist an einer Kantonsschule auf jeden Fall angebracht.

Schreiben junge Menschen heute bessere Texte als vor zehn, zwanzig Jahren?

Chenevard: Sie schreiben andere Texte. Es ist heute genauso schwierig, neue Bilder für das zu finden, was ich sehe oder empfinde, wie vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Jugendlichen setzen zum Teil andere Mittel ein, die sie aus ihrem Fundus schöpfen: Ausdrücke aus der Jugendsprache oder Sätze, die sich vielleicht an der Struktur neuer Medien orientieren. Die Themen aber, die sie umtreiben und zum Gegenstand ihres Schreibens machen, bleiben – ebenso wie die Lust am Erfinden.

Hat die traditionelle Aufsatzlehre ausgedient?

Chenevard: Wenn man darunter das differenzierte und gewandte Formulieren von eigenen Gedanken, das präzise Argumentieren, den bewussten Einsatz sprachlicher Mittel versteht, ist die Antwort ein klares Nein.

2010 haben die Lions-Bewegung Thurgau und die Kanti Frauenfeld den Thurgauer Literaturförderpreis «Junge Texte» ins Leben gerufen. Was hat sich beim Konzept bewährt, was nicht?

Chenevard: Im Zentrum steht der Fördergedanke. Dass er Früchte trägt, dürfen wir erneut in «Schreibraum 2» feststellen. Das Aufspüren schreibbegabter Jugendlicher im ganzen Kanton Thurgau durch den Wettbewerb, die Auswahl durch eine professionelle Jury und dann das Fördern der Preisträgerinnen und Preisträger an den Schreibwochenenden sowie im Lektorat haben sich bewährt. Eine Anpassung, die sich unserer Meinung nach sehr gelohnt hat, haben wir vorgenommen. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden bereits aufgrund ihrer eingereichten Texte, des dort sichtbaren Potenzials ausgewählt. Das Junge-Texte-Festival ist so durch die Rückmeldungen von etablierten Literaten zur ersten Station der individuellen Förderung geworden.

Wie ist die erste Publikation «Schreibraum 1» angekommen?

Chenevard: Ich habe noch genau zehn Ausgaben von «Schreibraum 1»! Die restlichen 290 sind verkauft oder verschenkt worden und haben Freude bereitet.

Pascale Chenevard Prorektorin Kantonsschule Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)

Pascale Chenevard Prorektorin Kantonsschule Frauenfeld (Bild: Nana do Carmo)

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