Junge Deutsche holen Remis gegen Chile

Das deutsche Team erreichte gegen Copa-America-Sieger Chile ein 1:1. Dadurch dürften Deutschland und Chile die Halbfinals kaum noch verpassen. Auch das Spiel zwischen Australien und Kamerun blieb ohne Sieger.

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Der WM-Testlauf in Russland ist auch gestern und nach insgesamt acht Spielen sportlich noch nicht richtig auf Touren gekommen. Deutschland und Chile zeigten in der auf dem Papier attraktivsten Vorrunden-Affiche kein schlechtes, aber mit Sicherheit auch kein spektakuläres Spiel. Die junge deutsche Mannschaft, die Nationaltrainer Joachim Löw im Vergleich zum Startsieg gegen Aus­tralien auf vier Positionen umstellte und in der fünf Spieler an der gleichzeitig stattfindenden U21-EM spielberechtigt wären, erkämpfte sich gegen die leicht überlegenen Südamerikaner dank dem Ausgleich von Lars Stindl kurz vor der Pause ein Remis. Dem deutschen Treffer war ein zügig vorgetragener Angriff über Emre Can und Jonas Hector vorausgegangen.

Ansonsten zeigte Deutschland in der Offensive wenig. Doch darum ging es dem Coach Joachim Löw auch nicht in erster Linie. Das Spiel gegen den in Bestbesetzung angetretenen Copa-Sieger war für die DFB-Auswahl im Wortsinn ein guter Härtetest. Die erfahrenen Chilenen – allein die Führungsspieler Arturo Vidal und Alexis Sanchez haben zusammen deutlich mehr Länderspiele absolviert als das gesamte deutsche Kader – spielten wie gewohnt hart und kompromisslos und zeigten den Deutschen auf, was an einer Endrunde zu erwarten ist.

Die Chilenen, die zusammen mit Europameister Portugal als Favorit auf den Turniersieg angesehen werden, hatten ihre beste Phase in der ersten halben Stunde. Entsprechend früh gingen sie in Führung. Nach einem Abspielfehler von Deutschlands Verteidiger Shkodran Mustafi lief Alexis Sanchez nach einem Zuspiel von Arturo Vidal alleine in den Strafraum und bezwang DFB-Keeper André ter Stegen in der nahen Ecke. Es war bereits das 38. Tor des Arsenal-Stürmers im Nationalteam, wodurch er zu Chiles Rekordtorschütze avancierte.

Schwaches Spiel, kein Sieger

Nach dem 1:1 zwischen den sieglosen Kamerun und Australien war das Fazit so unspektakulär wie das Spiel: Einen Sieger hat diese Partie in der nur zur Hälfte gefüllten Arena von St. Petersburg nicht verdient. Kamerun und Australien offenbarten während den 90 Minuten, wofür ihr Fussball steht und weshalb sie an Weltturnieren nur Staffage sind. Hier die Afrikaner, technisch versiert, aber nicht zielstrebig und ohne taktisches Konzept. Dort die Auswahl aus Down Under, mit viel Kampf, einer ordentlichen Dosis Leidenschaft, aber ohne spielerischen Glanz und Linie. Auch der Luzerner Stürmer Tomi Juric konnte sich vom Mittelmass seiner «Socceroos»-Nebenmänner nicht abheben. Kurz nach der Pause vergab er eine gute Chance zum Ausgleich, indem er aus zehn Metern weit über das Tor schoss.

Nach 70 Minuten wurde Juric ausgewechselt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Teamkollege Mark Milligan, der als Profi in Abu Dhabi spielt, mittels Foulpenaltys immerhin schon den Ausgleich erzielt. Das Kameruner Führungstor schoss der Marseille-Profi André-Frank Zambo Anguissa in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Mehr Aufreger gab es in den 90 Minuten nicht. (sda)