JUBILÄUMSRENNEN: 100. Giro d’Italia mit zwei Favoriten

Im diesjährigen Giro d’Italia läuft vieles auf einen Vergleich zwischen dem Vorjahressieger Vincenzo Nibali und dem Kolumbianer Nairo Quintana hinaus. Der Auftakt zur gut dreiwöchigen Rundfahrt erfolgt morgen auf Sardinien.

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Der Schweizer Routinier Dejan Stankovic im Vorrundenspiel gegen Senegal. (Bild: Alex Grimm/Getty (Nassau, 1. Mai 2017))

Der Schweizer Routinier Dejan Stankovic im Vorrundenspiel gegen Senegal. (Bild: Alex Grimm/Getty (Nassau, 1. Mai 2017))

Nairo Quintana strebt das von Marco Pantani zuletzt 1998 realisierte Double aus Giro d’Italia und Tour de France an. In Frankreich belegte der Giro-Sieger von 2014 bereits dreimal Schlussklassierungen unter den ersten drei. Sieger war jeweils Chris Froome. Der Brite verzichtet auch dieses Jahr auf die Teilnahme am Giro. An Froomes Stelle nimmt im Team Sky Landsmann Geraint Thomas die Leaderrolle ein. Quintanas grosses Leistungsvermögen ist bekannt, sein aktueller Formstand allerdings weniger. Der 27-jährige Kolumbianer verbrachte nach seinem Triumph im März am Tirreno–Adriatico fast eineinhalb Monate zur Vorbereitung in der Heimat. Zuletzt klassierte sich der Movistar-Captain an der dreitägigen Asturien-Rundfahrt auf dem zweiten Gesamtrang. «Meine Absicht ist der Giro-Sieg – und danach das Double. Ob mir das gelingt, weiss ich nicht. Aber zumindest versuchen werde ich es», sagt der keine, nur 60 Kilogramm wiegende Kletterer aus den Anden. Als Quintanas Hauptkonkurrent gilt Vincenzo Nibali aus dem Team Bahrain. Vor Jahresfrist triumphierte Nibali im Giro zum zweiten Mal nach 2013. Dabei gelang dem Sizilianer, der vor den letzten drei Etappen mit fast fünf Minuten Rückstand nur Gesamtvierter war, mit offensiver Fahrweise und grosser Unterstützung seiner Helfer der Umsturz.

Am Ende reihten sich hinter Nibali mit dem Kolumbianer Esteban Chaves, Alejandro Valverde und Steven Kruijswijk drei Fahrer mit weniger als zwei Minuten Rückstand ein.

Auch dieses Jahr darf sich der Träger des Leadertrikots des Sieges bis ganz zuletzt nicht sicher sein. In der dritten Woche lauern extreme Schwierigkeiten auf die Fahrer. Nicht weniger als fünf Teilstücke in den Alpen stehen auf dem Programm. Die Entscheidung fällt aber wohl erst am Schlusstag im flachen Einzelzeitfahren über 29,3 Kilometer von Monza nach Mailand. (sda)