Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Jogi ist auch heute noch Jogi»

Am Sonntagabend steht Joachim Löw als deutscher Bundestrainer an der EM gegen Dänemark an der Seitenlinie. Weggefährten des Ex-Spielertrainers des FC Frauenfeld sagen: «Er ist der angenehme Mensch geblieben, der er war.»
Ruedi Stettler
Wils Trainer Axel Thoma. (Bild: Urs Bucher)

Wils Trainer Axel Thoma. (Bild: Urs Bucher)

FUSSBALL. Wils jetziger Trainer Axel Thoma spielte fünf Jahre mit Joachim Löw bei Schaffhausen und Winterthur zusammen. Einen Tag vor dem Holland-Match hatten die beiden Kontakt per SMS. Thoma darf sagen: «Die enge, fast brüderliche Verbindung ist geblieben. Aber nur per Telefon. Die Treffen sind schon viel seltener geworden. Kein Wunder, er hat ja jetzt einen stressigen Job.» Sieht Thoma seinen ehemaligen Teamkollegen am Fernsehen, stellt er fest: «Jogi ist der gleiche geblieben, der er war.»

Die beste Fan-Familie

Richtiggehend verrückt auf Fussball ist die Familie Hasler aus Frauenfeld. Seit Jahren besucht sie die Partien des FCF, auch auswärts. Und natürlich erinnert sich Mutter Maria Hasler gerne an Jogi Löw: «In seinem Jahr bei Frauenfeld kam er nach Auswärtsspielen immer noch bei uns vorbei und bedankte sich für die Unterstützung.» Sie und ihre beiden Töchter Monika und Rosi pilgerten nach seinem Abgang ab und zu nach Stuttgart, trafen Löw als Bundesliga-Coach aber eher selten. Dafür liessen sie für ihn einen speziellen Schal (ein Bild davon erschien sogar im «Blick») mit den Insignien der Vereine von Frauenfeld und Stuttgart anfertigen und schenkten ihn Löw. Seit er Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft ist, wurden die Kontakte seltener. Doch spielt die Schweiz gegen Deutschland, dann sitzt die Familie Hasler natürlich auf der Tribüne.

Vor einem Jahr brachte der Frauenfelder Fredi Oppikofer nach einem Besuch bei Löws Haslers eine Autogrammkarte mit. Darauf hatte Löw geschrieben: «Für die beste Fan-Familie Hasler.» Haslers sind stolz darauf.

Das Bedauern von Nogic

Gossaus jetziger Trainer Vlado Nogic (früher auch schon bei Frauenfeld und Kreuzlingen tätig) wohnt in Zuzwil und sagt über seinen früheren Teamkollegen Löw: «Er ist ein sehr angenehmer Mensch mit einer enorm hohen Sozialkompetenz. Zu ihm gibt es leider keinen Kontakt mehr. Nur einmal, bei einem gemeinsamen Plauschmatch in Winterthur, habe ich ihn noch getroffen.»

Vom Jahr in Frauenfeld ist Nogic eines haften geblieben: «Er war ja eigentlich unser Libero, schaltete sich aber oft mit in den Angriff ein. Ich als Mittelfeldspieler musste dann sofort seine Position als Absicherung einnehmen.» Ein Grinsen kann sich Nogic nicht verkneifen: «Dass seine Karriere so spektakulär weitergeht, das konnte man damals wirklich noch nicht erahnen. Aber ich mag ihm den Erfolg – auch jetzt an der EM – gönnen. Dass wir mit Frauenfeld die Promotionspartien verpassten, war nach sieben Siegen hintereinander auch etwas Pech.»

Rindlisbachers Freude

Etwas anders als sein damaliger Teamkollege Nogic sieht der frühere Nationalliga-Akteur (Zürich, Baden, Aarau, Basel) und spätere FCF-Präsident André Rindlisbacher auf Löws Anfangszeit als Trainer 1994 zurück: «Wie er als grundehrlicher Mensch das Team geführt hat, war eindrücklich. Er hat von sich, aber auch von seinen Mitspielern, immer sehr viel verlangt. Man konnte davon ausgehen, dass er in diesem Metier einmal ein Grosser wird.» Auch Rindlisbacher hat keinen Kontakt zum deutschen Bundestrainer, sagt aber sofort: «Ich freue mich für ihn. Er hat sich nicht verändert, ist genau gleich authentisch geblieben, wie zu seinen Anfängen als Trainer.»

Continis wichtiger Wechsel

Luzerns Co-Trainer Giorgio Contini hat allerbeste Erinnerungen an Joachim Löw: «Ich absolvierte bei Winterthur eine nicht eben glückliche Saison und wurde von ihm nach Frauenfeld gelotst. Im Jahr unter ihm wurde ich mit 24 Treffern sogar zum Topskorer der 1. Liga. Jogi habe ich viel zu verdanken. Er hat schon damals menschlich eine hohe Sozialkompetenz bewiesen.» Continis Aufstieg (St. Gallen, Luzern, Lausanne) war eingeläutet und brachte ihn später sogar zu einem Länderspiel. Heute meint der Familienvater aus Niederbüren: «Kontakt zu ihm gibt es keinen. Als Deutschland in St. Gallen logierte und dann in Vaduz gegen Liechtenstein spielte, haben wir uns kurz gesehen. Ich verfolge aber sein Wirken in den Medien.»

Auf den FCF-Spielertrainer Löw angesprochen, lacht Contini herzlich: «Der Schnellste war er nie, aber er hatte eine extrem hohe Spielintelligenz. Er war unser Denker und Lenker. Wir spielten ja schon 1994/95 fortschrittlich mit einer Vierer-Abwehr mit ihm als eigentlichem Libero.»

Einer der Favoriten

Jogi Löws Ex-FCF-Teamkollege André Rindlisbacher sagt das, was eigentlich alle über die aktuelle deutsche Mannschaft sagen: «Wie immer an einem Turnier, Deutschland gehört zu den Hauptfavoriten. Auch darum, weil das Team spielerisch unter Löw klar zugelegt hat.» Bei Frauenfeld ist Löw in der 1. Liga knapp gescheitert, an der EM könnte er es nun aber schaffen.

Luzerns Co-Trainer Giorgio Contini. (Bild: Mario Gaccioli)

Luzerns Co-Trainer Giorgio Contini. (Bild: Mario Gaccioli)

Fussball-Fan Maria Hasler. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

Fussball-Fan Maria Hasler. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

Teamkollege André Rindlisbacher. (Bild: freestar)

Teamkollege André Rindlisbacher. (Bild: freestar)

Gossaus Trainer Vlado Nogic. (Bild: Donato Caspari)

Gossaus Trainer Vlado Nogic. (Bild: Donato Caspari)

Joachim Löw als Spielertrainer des FC Frauenfeld in der Saison 1994/95. (Bild: Mario Gaccioli)

Joachim Löw als Spielertrainer des FC Frauenfeld in der Saison 1994/95. (Bild: Mario Gaccioli)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.