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Jetzt kommt der Videobeweis auch in der Super League – das müssen Sie wissen

Die Swiss Football League führt den Videobeweis ein. Wir haben die Antworten auf die drängendsten Fragen zusammengetragen.
Jakob Weber, René Meier
Schiedsrichter Paolo Silvio Mazzoleni (Mitte) schaut sich eine Szene im Match zwischen AC Milan und Juventus Turin am TV an. (Bild: Luca Bruno / AP (Mailand, 11. November 2018))

Schiedsrichter Paolo Silvio Mazzoleni (Mitte) schaut sich eine Szene im Match zwischen AC Milan und Juventus Turin am TV an. (Bild: Luca Bruno / AP (Mailand, 11. November 2018))

Die 20 Vereine der Swiss Football League (SFL) stimmten am Freitag an der Generalversammlung in Muri bei Bern mit grosser Mehrheit der Einführung des Video Assistent Referee in der Super League ab der kommenden Saison zu. Erste Tests und Schulungen haben bereits im Oktober begonnen. «Das vorhaben ist ambitiös, dessen sind wir uns bewusst», sagte CEO Claudius Schäfer. «Der Fussball wird immer schneller und dynamischer. Deshalb sind die Schiedsrichter auf technische Unterstützung angewiesen.»

Ab wann kommt der Videobeweis in die Schweiz?

Ab der Saison 2019/20.

Wie viel kostet der Videobeweis?

Rund 1,5 Millionen Franken kostet die Installation der Technik und die Ausbildung der zukünftigen Video-Schiedsrichter. Der jährliche Betrieb kostet dann nochmals 1,2 bis 1,5 Millionen Franken.

Wer zahlt diese Millionen?

Der Schweizer Fussballverband zahlt die Testphase, der laufende Betrieb wird von der Super League gezahlt.

England und die Champions League kommen ohne Videobeweis aus. Wo kommt der Videoschiedsrichter sonst noch zum Einsatz?

Den Videobeweis gibt es momentan an der WM, in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich. Dazu auch in den Niederlanden, Portugal und Tschechien. Ziel der Fifa ist es, den Videobeweis irgendwann flächendeckend einzusetzen. Auch England plant wie die Schweiz die Einführung zu Beginn der kommenden Saison. In der Champions League könnte es sogar noch schneller gehen. Eventuell werden schon die Achtelfinals der laufenden Saison von Video-Schiris überprüft.

Video Assistant Referee (VAR)

Der «Video Assistant Referee» (VAR) analysiert in einer Zentrale auf Bildschirmen die Entscheide des Schiedsrichters auf dem Feld und meldet sich bei diesem im Falle von Unsicherheiten in spielentscheidenden Situationen. Der Schiedsrichter kann sich die strittigen Situationen dann noch einmal auf einem Bildschirm am Spielfeldrand ansehen und gefällte Entscheide bei Bedarf rückgängig machen oder ändern. Im Jahr 2018 wurden VARs offiziell in die Fifa-Spielregeln eingeführt und kamen auch an der WM in Russland zum Einsatz.

Fehlentscheide gibt es aber auch trotz Videobeweis. Was bringt er überhaupt, ausser vielen Unterbrechungen?

Laut Fifa wurde die Fehlerquote der Schiedsrichter an der WM durch den Videoassistenten um 4,3 Prozentpunkte gesenkt. Die Richtigkeit aller Entscheide verbesserte sich durch den Videobeweis von 95 Prozent auf 99,3 Prozent.

Wie wird gewährleistet, dass der Videoschiedsrichter nicht wie teilweise in Deutschland ständig eingreift?

Damit der Videoschiedsrichter zum Hörer greift, muss ein klarer Fehlentscheid vorliegen. Bei kniffligen Szenen darf nicht eingeschritten werden. Das will die Super League ähnlich handhaben wie die Fifa an der WM.

Schiedsrichter Nestor Pitana schaut sich an der Fussball-WM eine Torszene nochmals an. (Bild: Thanassis Stavrakis / AP (Moskau, 15. Juli 2018))

Schiedsrichter Nestor Pitana schaut sich an der Fussball-WM eine Torszene nochmals an. (Bild: Thanassis Stavrakis / AP (Moskau, 15. Juli 2018))

Wann kommt der Videobeweis überhaupt zum Einsatz?

Nur in folgenden vier Situationen:

  • Bei Toren: Gab es zuvor ein Foul, Handspiel, Abseits und anderen Regelwidrigkeiten?
  • Bei Penalty-Szenen
  • Bei Platzverweisen
  • Bei Verwechslungen eines Spielers: bei Roter, Gelb-Roter oder Gelber Karte.

Wie kommt es zum Videobeweis?

  • Der Schiedsrichter informiert den Video-Assistenten, oder der Video-Assistent empfiehlt dem Schiedsrichter, eine Entscheidung/einen Vorfall zu überprüfen.
  • Der Video-Assistent überprüft die Videoaufnahmen und teilt dem Schiedsrichter über Headset mit, was auf dem Video zu sehen ist.
  • Der Schiedsrichter beschliesst, sich die Videoaufnahmen am Spielfeldrand anzusehen, ehe er dementsprechend handelt/entscheidet, oder nimmt die Informationen des Video-Assistenten ohne weitere Prüfung zur Kenntnis und handelt/entscheidet dementsprechend.

Wie viele Situationen werden pro Spiel kontrolliert?

An der WM überprüften die Herren vor den Bildschirmen pro Spiel durchschnittlich 6,9 Situationen. 17 Mal griff der Schiedsrichter ein, 14 Mal wurde deswegen die Entscheidung korrigiert.

Wie lange dauern die Unterbrechungen?

In der Bundesliga ist das Spiel bei Eingreifen des Videoschiedsrichters durchschnittlich eine Minute unterbrochen. An der WM waren es etwa 80 Sekunden, bis das Spiel wieder aufgenommen wurde. Entsprechend länger wird nachgespielt.

So funktioniert der Videobeweis (englisch):

Und nun noch ein wenig Satire mit dem Videobeweis-Song:

Einführung des Videobeweis in Deutschland - ein Feldversuch:

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