Jeder kann ab heute Dölf Früh sein

Pünktlich zu Weihnachten lanciert der FC St. Gallen einen neuen Fanartikel: Anhänger können sich bei einer Partie Monopoly fühlen wie Präsident Dölf Früh; sie übernehmen die Rolle des Managers und ziehen durch die Vereinsgeschichte.

Andy Sager
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Pünktlich zu Weihnachten lanciert der FC St. Gallen einen neuen Fanartikel: Anhänger können sich bei einer Partie Monopoly fühlen wie Präsident Dölf Früh; sie übernehmen die Rolle des Managers und ziehen durch die Vereinsgeschichte. So kauft man sich beispielsweise anstatt des Zürcher Paradeplatzes den Meistertitel von 2000 für 320 Monopoly-Dollar. Dagegen ist Vereinslegende Marc Zellweger mit 120 Dollar ein regelrechtes Schnäppchen. Wo sonst Hotels gebaut werden, entstehen Stadien. Apropos: Für das Espenmoos werden 150 Dollar fällig. Gemessen an den übrigen Preisen floss wohl der nostalgische Wert mit ein. Als städtische Sportanlage – was das Stadion heute ist – wäre es überteuert. Auch für die AFG Arena muss man viel berappen: Jede der vier Tribünen kostet 200 Dollar. Manch Nostalgiker wird sich da für das Espenmoos entscheiden und das gesparte Geld in einen Spieler investieren. Die Clubfinanzen sind bekanntlich knapp. Ob es für einen Rückkauf von Oscar Scarione für 200 Dollar reicht, ist fraglich. Günstiger ist Tranquillo Barnetta zu haben, er kostet nur die Hälfte. Wollte man den gebürtigen St. Galler tatsächlich von Schalke zurückholen, würde wohl mehr fällig als die Hälfte der rund drei Millionen Franken, die St. Gallen vor gut einem Jahr als reale Ablöse für Scarione kassiert hat.

Scheitern kann man auch. Als Strafe wartet wie im normalen Monopoly das Gefängnis. Hier hätte zur besseren Identifikation mit der Region das Büro von Staatsanwalt Thomas Hansjakob stehen sollen. Man stelle sich vor, wie man die Karte zieht: «Du hast bei der Meisterfeier Pyros gezündet und stehst vor dem Schnellgericht. Gehe ins Büro von Staatsanwalt Hansjakob. Gehe dabei nicht über Start und kassiere kein Gehalt.» Wohl dem, der eine Freikarte hat.

andy.sager@tagblatt.ch