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Trainerfabrik: Von der U23-Mannschaft Dortmunds in die Premier League

Jan Siewert ersetzt David Wagner als Coach von Huddersfield, dem Tabellenletzten der Premier League. Eine Liga tiefer belegt Daniel Farke mit Norwich den zweiten Platz. Alle drei verbindet eine Gemeinsamkeit.
Sergio Dudli

Klopps ziemlich bester Freund

David Wagner verlässt bei seinem letzten Spiel den Platz. (Bild: Imago)

David Wagner verlässt bei seinem letzten Spiel den Platz. (Bild: Imago)

Vier Jahre lang betreute David Wagner die U23-Mannschaft der Dortmunder. Dabei arbeitete er eng mit Jürgen Klopp zusammen, der die Dortmunder in dieser Zeit zweimal zum Meistertitel führte. Doch als Klopp nach der Saison 2014/2015 zurücktrat und kurz darauf bei Liverpool anheuerte, brach auch Wagner seine Zelte in Dortmund ab, unterschrieb beim damals zweitklassigen Huddersfield und folgte seinem Freund auf die Insel. Freunde sind sie nämlich wirklich, Wagner und Klopp. Sie kennen sich seit 1991, als sie zusammen bei Mainz spielten. «Ein Talent, aber nicht jeden Tag», sagte Klopp im «Kicker» über den Spieler Wagner. «Technik Durchschnitt, Ausdauer Durchschnitt, aber ein Leader», so Wagner über Klopp, mit dem er sich stets das Zimmer teilte. 1995 verliess Wagner Mainz, drei Jahre später erzielte er in einem Spiel gegen seinen Freund drei Tore. Klopp sagte dazu:

«Er hat mich am Abend zuvor mit gutem Essen geschwächt.»

2017 stieg Wagner mit Huddersfield in die Premier League auf, hielt mit «dem grössten Aussenseiter aller Zeiten» die Klasse. Vergangene Woche trat er beim Tabellenletzten zurück. Aufmunternde Worte kamen von Klopp: «David kann stolz darauf sein, was er erreicht hat. Das ist eine der besten Geschichten der vergangenen Jahre.»

Der Herr der Kanarienvögel

Daniel Farke bejubelt einen Sieg Norwichs gegen Rotherham. (Bild: Getty)

Daniel Farke bejubelt einen Sieg Norwichs gegen Rotherham. (Bild: Getty)

Auf David Wagner folgte im Herbst 2015 Daniel Farke als Trainer des Dortmunder Nachwuchsteams. Doch im Sommer 2017 lockte es ihn – wie seinen Vorgänger Wagner zwei Jahre zuvor – in die Championship, die zweithöchste Liga Englands. Sein Ziel: Norwich. Aufgrund der gelbgrünen Trikots trägt der Verein den Spitznamen «Canaries» – die Kanarienvögel. Nach England gelockt wurde Farke von Sportdirektor Stuart Webber, der vor seinem Engagement in Norwich bei Huddersfield aktiv war und dort bereits für die Verpflichtung von David Wagner verantwortlich war. «Ich hätte es lieber gehabt, wenn er bei Bayern München engagiert gewesen wäre», sagte Webber.

«Aufgrund der Parallele zu Wagner erwarten alle dasselbe wie in Huddersfield.»

In Farkes erster Saison landete Norwich auf dem 14. Rang. Eine grosse Enttäuschung. «Es hätte niemanden gewundert, wenn wir ihn entlassen hätten», sagte Sportdirektor Webber Ende des vergangenen Jahres. Doch Norwich hielt an Farke fest. Jetzt steht das Team, bei dem neun deutschsprachige Spieler unter Vertrag stehen, darunter mit Timm Klose auch ein Schweizer, auf einem direkten Aufstiegsplatz. Es scheint, als könnte auch der zweite ehemalige U23-Trainer der Dortmunder Ende Saison den Sprung in die Premier League schaffen.

Nicht Martin aus Wakefield

Jan Siewert posiert vor dem Clublogo von Huddersfield. (Bild: Getty)

Jan Siewert posiert vor dem Clublogo von Huddersfield. (Bild: Getty)

Der dritte im Bunde der Dortmunder U23-Trainer, die ohne Umwege in das englische Profigeschäft eingestiegen sind, ist Jan Siewert. Zuerst beerbte der heute 36-Jährige im Juli 2017 Daniel Farke in Dortmund, ehe er anfangs dieser Woche als Nachfolger David Wagners beim Tabellenletzten Huddersfield vorgestellt wurde. Dabei ging der Präsentation Siewerts eine einzigartige Geschichte voraus. Während der Partie zwischen Huddersfield und Manchester City glaubte der Kommentator des Bezahlsenders Sky, Siewert auf der Tribüne gesehen zu haben.

Bei der vom findigen Kommentator ausgemachten Person handelte es sich jedoch um einen Anhänger von Huddersfield, Martin aus Wakefield. Just dieser Martin war am folgenden Tag in einem Video des Clubs zu sehen, wie er in einem Büro einen Anruf entgegennahm. Natürlich in den offiziellen Vereinsklamotten samt aufgestickten Initialen. Kurz darauf öffnete Siewert die Tür und bat Martin aus Wakefield, den Platz zu räumen. Mit dem Slogan «Not Martin From Wakefield» – also eben nicht Martin aus Wakefield – stellte der Club Siewert vor. «Ich möchte nicht mit Wagner verglichen werden», sagte er vor den Medien. «Es ist ein neues Kapitel, und wir haben 15 Spiele, um das Ruder herumzureissen.»

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