«Irgendwann wird es so weit sein»

Der FC Wil hat grosse Ziele. Die türkischen Investoren wollen den Verein in die Super League führen. Bei Halbzeit der Saison belegen die Ostschweizer in der Challenge League Rang zwei. Im Winter verpflichteten sie Johan Vonlanthen und Jocelyn Roux. Ein Besuch bei Verwaltungsrat Abdullah Cila im Trainingslager.

Patricia Loher/Belek
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Abdullah Cila, Verwaltungsrat des FC Wil, Kurt Eigenmann, Chef Organisation, und Mehmet Nazif Günal, Investor und Inhaber der MNG Group (von links), im Trainingslager in der Südtürkei. (Bild: pd)

Abdullah Cila, Verwaltungsrat des FC Wil, Kurt Eigenmann, Chef Organisation, und Mehmet Nazif Günal, Investor und Inhaber der MNG Group (von links), im Trainingslager in der Südtürkei. (Bild: pd)

FUSSBALL. Ein Termin mit Abdullah Cila? Die Barriere vor dem Hotel öffnet sich, die Besucher werden abgeholt und in ein Büro begleitet. Cila hat auch in dieser Hotelanlage nahe Antalya viel zu sagen. Der Komplex gehört Mehmet Nazif Günal, einem der reichsten Männer der Türkei, und seit Sommer Besitzer des FC Wil. Der 49jährige Cila ist die rechte Hand von Günal, sei es im Unternehmen MNG, sei es beim FC Wil. Für dreieinhalb Wochen haben die Verantwortlichen ihre Mannschaft in diese grosse Anlage einquartiert. «Wir wissen, dass das eine lange Zeit ist. Doch die Spieler haben viele Freiheiten», sagt Cila, der dem Verwaltungsrat des FC Wil angehört. Und: Sie hätten alle ihre Familien mitbringen dürfen.

Angebote für Korkmaz

Der einzige, der von diesem Angebot Gebrauch macht, ist Egemen Korkmaz. Der Türke ist das sportliche Zugpferd der ambitionierten Wiler. Der 33-Jährige hat bereits für Trabzonspor, Besiktas und Fenerbahce gespielt, neunmal lief er für das türkische Nationalteam auf. Cila sagt, man habe für ihn Angebote gehabt. Galatasaray und Trabzonspor hätten sich um ihn bemüht. «Doch Korkmaz schätzt die Ruhe in Wil. Hier können seine Kinder zu Fuss zur Schule gehen. In Istanbul wäre das nicht möglich», sagt Cila. Also soll Korkmaz mithelfen, die grossen Ziele zu erreichen: Aufstieg und bald einmal auch die europäische Bühne. Eine zeitliche Vorgabe gebe es nicht, sagt Cila. «Wir machen den Weg frei, irgendwann wird es so weit sein.»

750 000 Franken für Spielmann

Ihnen sei es wichtig, eine gesunde und professionelle Basis zu legen. In einem Monat dürfte der Kaufvertrag für das Grundstück unterzeichnet werden, auf dem ein 30 000 Quadratmeter grosser Trainingscampus entstehen soll. Geld spielt keine Rolle. Günals Unternehmen baut den neuen Flughafen von Istanbul, in Dubai hat es alle Strassen erstellt. Für den 19jährigen Marvin Spielmann überwies Wil kürzlich 750 000 Franken nach Aarau. Pünktlich, wie beide Seiten bestätigen. Cila sagt, korrektes Verhalten seien ihm und Günal wichtig – auf und neben dem Platz. Die Vorurteile gegenüber den türkischen Investoren seien kleiner geworden. Man glaube ihnen je länger je mehr, dass sie es ernst meinten, so Cila. «Günal hat im Trainingslager jedes Testspiel der Mannschaft besucht. Das würde er nicht machen, wäre er nicht begeistert.»

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