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«Irgendwann musst du etwas zeigen»

Mike Vaskivuo und Eric Himelfarb sind die Hoffnungsträger des NLB-Clubs Thurgau. Die Erfahrung der beiden neu verpflichteten Stürmer ist auch heute und morgen gegen Visp beziehungsweise Martigny gefragt.
Matthias Hafen

Seit der Kanadier Eric Himelfarb und der finnisch-amerikanische Doppelbürger Mike Vaskivuo bei Thurgau sind, erzielt der Ostschweizer NLB-Club wieder mehr Tore. Zu viel mehr Punkten hat es in den vergangenen drei Spielen aber noch nicht gereicht.

In der Nationalliga B sind die Erwartungen an ausländische Spieler besonders hoch. Spüren Sie das?

Eric Himelfarb: Nein. Vielleicht werden hier von mir tatsächlich mehr Skorerpunkte verlangt als zuletzt in Malmö. Aber bei der aktuellen Tabellenlage von Thurgau geht es darum, die Mannschaft auf die Siegerstrasse zurückzubringen. Dazu will ich beitragen. Das muss nicht nur mit Skorerpunkten sein.

Mike Vaskivuo: Da pflichte ich Eric bei. Es wäre schön, wenn die Mannschaft durch uns wieder mehr Selbstvertrauen erhielte und so auch mehr Spiele gewinnen könnte. Wir müssen alle miteinander weiterkommen.

Warum Thurgau?

Himelfarb: Es gibt ein Sprichwort, das heisst «happy wife, happy life». (Ist die Frau glücklich, hast du ein glückliches Leben, Red.) Ich habe den Wechsel zu einem grossen Teil meiner Frau zuliebe gemacht. Sie ist Schweizerin und hat mich in den vergangenen sechs Jahren in Schweden begleitet. Ich habe ihr quasi versprochen, dass ich für mein Karriereende in die Schweiz zurückkehren werde. Als sich die Möglichkeit bei Thurgau ergab, schien mir die Zeit dafür gekommen.

Vaskivuo: Ich war nicht mehr glücklich in Finnland. Und weil ich gute Dinge über die Schweiz und deren Eishockeyliga gehört habe, wollte ich unbedingt mal in die Schweiz. Thurgau bot mir die Gelegenheit.

Was denken Sie über die Nationalliga B nach Ihren ersten drei Spielen?

Vaskivuo: Es gibt viele talentierte Spieler, die vor allem gut Schlittschuh laufen können. Die Liga ist aber auch von unerfahrenen Spielern geprägt, das merkt man immer wieder. Trotzdem ist das Niveau beachtlich. Ich muss in jedem Spiel das Beste geben.

Ist das eine Liga, in die Sie besonders hineinpassen?

Vaskivuo: Ich nehme es Jahr für Jahr. Nun bin ich hier und das ist gut so. Ich will fürs erste mit Thurgau Erfolg haben und dann schauen wir, wie es ab dem Sommer weitergeht. Ich hätte sicher nichts dagegen, auch künftig in der Schweiz zu spielen.

Eric, Sie kamen 2007 direkt aus Nordamerika zu Lausanne und gehörten gleich zu den besten Skorern der NLB. Ein Jahr später spielten Sie mit Biel in der NLA und dann nochmals mit Lausanne und Langenthal in der NLB. Was hat sich seither verändert?

Himelfarb: Viel. Die Nationalliga B ist heute schneller und es geht offensiver zu und her.

Wie können und wollen Sie Thurgau konkret helfen?

Himelfarb: Ich gehöre ja quasi schon zum alten Eisen. Das hat den Vorteil, dass ich so manche Spielsituation erlebt habe und überall helfen kann, wohl aber vor allem im Powerplay und im Boxplay, weil sich dort die Erfahrung besonders auszahlt.

Vaskivuo: Natürlich ist Eric der Erfahrenere und ich der Jüngere. Ich spiele nun aber auch schon mein neuntes Profijahr und bin kein Anfänger mehr. Spielerisch bin ich ein typischer Zweiweg-Athlet, der Tore erzielen kann, aber auch hinten aushilft.

In den ersten drei Spielen haben Sie als Duo jedesmal getroffen. Trotzdem gelang nur auswärts gegen Ajoie ein Sieg. Woran liegt das?

Himelfarb: Mit ein bisschen Glück hätten wir alle drei Spiele gewinnen können – gerade auch das letzte gegen das zweitplazierte Olten, als wir nach dem ersten Drittel 3:0 geführt hatten. Bei numerischem Gleichstand waren wir besser. Das sollte dem Team Selbstvertrauen geben. Wir sind bestimmt auf dem richtigen Weg.

Wie gut ist Thurgau?

Vaskivuo: Schwierig zu sagen, denn die Saison ist noch jung. Aber wir können sicher nicht immer die Ausrede bringen, dass wir ein junges, unerfahrenes Team haben. Irgendwann musst du dem Publikum etwas zeigen. Die gute Nachricht ist, dass wir noch Zeit zur Korrektur haben. Und die 3:0-Führung gegen Olten hat gezeigt, dass die Spieler daran glauben, dass sie auch die Besten der Besten besiegen können in der Nationalliga B.

Himelfarb: Unser Ziel muss es sein, das Playoff zu erreichen. Und wenn du einmal dort bist, ist alles möglich.

Was ist die grösste Stärke der Mannschaft?

Vaskivuo: Die Kameradschaft. Für mich fühlt es sich so an, als wäre ich schon viel länger hier als nur für drei Spiele. Ich habe schon viele Garderoben gesehen, in denen der Zusammenhalt nicht so gross war. Und es ist nicht selbstverständlich, dass die Stimmung auch nach einem solchen Saisonstart noch derart gut ist.

Haben Sie auch persönliche Ziele mitgebracht?

Himelfarb: Ich will gewinnen, egal mit welchem Team und egal in welcher Liga.

Vaskivuo: Ich hatte das Glück, 2012 mit den Fort Wayne Komets in den USA die Central Hockey League zu gewinnen. Seither ist es mein Ziel, auch in Europa einen Titel zu holen.

Thurgau pflegt eine Partnerschaft mit dem NLA-Club Davos. Liebäugeln Sie schon mit einem Einsatz in der höchsten Schweizer Liga?

Vaskivuo: Ich würde natürlich nicht nein sagen, wenn ich die Möglichkeit dazu erhielte. Aber im Moment spiele ich für Thurgau, habe keine anderen Ambitionen.

Himelfarb: Die Partnerschaft mit Davos war nicht der Grund, um hierher zu kommen. Aber wenn sich für mich die Möglichkeit ergibt, eines Tages nochmals in der Nationalliga A zu spielen, wäre das grossartig.

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