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IOC: Paris zuerst

Mit Paris 2024 und Los Angeles 2028 werden erstmals zwei Olympiaorte zugleich gekürt. Frankreich freut sich nach mehreren gescheiterten Anläufen.
Stefan Brändle, Paris
«Paris, je t’aime!» Ein Satz, den wohl viele Athleten in sieben Jahren an den Olympischen Sommerspielen sagen. (Bild: Thibault Camus/AP)

«Paris, je t’aime!» Ein Satz, den wohl viele Athleten in sieben Jahren an den Olympischen Sommerspielen sagen. (Bild: Thibault Camus/AP)

Stefan Brändle, Paris

«Sieben Jahre Glück» stünden Frankreich nun bevor, frohlockte Kanu-Olympiasieger Tony Estanguet, Co-Präsident der «Paris2014»-Kandidatur, bei der IOC-Sitzung in Lima. In der Sportgeschichte hatte es allerdings schon spontanere Bekundungen des Jubels gegeben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) segnete in der peruanischen Hauptstadt Lima nur noch ab, worauf sich die Beteiligten schon vor Wochen geeinigt hatten: Nach den längst feststehenden Sommerspielen in drei Jahren in Tokyo werden Paris im Jahr 2024 und Los Angeles 2028 folgen. In Paris funkelt der Eiffelturm wie von selbst.

Eingefädelt hatte den Deal IOC-Präsident Thomas Bach. Der Deutsche hatte die Idee einer Doppelkandidatur aus einer Notlage ins Spiel gebracht: Mit Boston, Rom, Budapest und Hamburg hatten sich die Standortkandidaten seit drei Jahren gleich in Serie zurückgezogen. Mit Paris und Los Angeles sicherte sich Bach über sein Mandat hinaus zwei hochkarätige und finanzkräftige Kandidaten – zwei der letztverbliebenen. Und ganz nebenbei ersparte er der Welt die künstliche Spannung einer IOC-Abstimmung, die nicht erst seit der jüngsten Ermittlung wegen «Rio2016» im Ruf des Stimmenkaufs steht.

Los Angeles erhält vom IOC 100 Millionen Dollar mehr

Zur Absicherung hatten die Franzosen zuvor die Dienste des Bewerbungs-Agenten Mike Lee bemüht, der die Spiele schon nach London und Rio sowie die Fussball-WM nach Katar gebracht hatte. Das wäre gar nicht mehr nötig gewesen nach dem vereinten Rückzug der Konkurrenz. Los Angeles liess Paris zudem recht bereitwillig den Vortritt. Die US-Amerikaner erhalten dafür vom IOC 100 Millionen Dollar mehr als die Franzosen, nämlich 1,8 Milliarden. Sie waren allerdings auch später gestartet als Paris, das seit 2005 kandidiert hatte und gegen London sehr schmerzvoll den Kürzeren gezogen hatte.

Als Lehre aus den früheren Misserfolgen, als man den Zuschlag nicht erhielt, hatte «Paris2024» das Pflichtenheft des IOC peinlich genau eingehalten. Ausser den olympischen Dörfern für Sportler und Medienleute muss in Paris nur ein Wassersportzentrum völlig neu errichtet werden. Mit dem Stade de France und dem Parc des Princes bestehen bereits zwei Grossstadien; das Sportzentrum Roland-Garros wird bereits ausgebaut. Und mit den Champs-Elysées, Versailles oder der Seine – sie soll bis 2024 zum Schwimmen freigegeben werden – bestehen diverse «natürliche» Stätten. Zudem profitiert «Paris2024» von einem längst beschlossenen, milliardenschweren Ausbau des öffentlichen Verkehrs.

Fast die Hälfte des Budgets von London 2012

Die Pariser Olympiade ist auf 6,6 Milliarden Euro budgetiert, bedeutend weniger als 2012 in London (11 Milliarden). Bürgermeisterin Anne Hidalgo schwört, sie werde die Zahlen einhalten. Skeptiker erinnern hingegen an Montreal, wo die Schlussrechnung plötzlich siebenmal höher ausfiel. Entsprechend bildete sich ein Nein-Komitee, das sich aber nie Gehör verschaffte. Heute sind 63 Prozent der Pariser wie auch aller Franzosen für die Abhaltung der Spiele in sieben Jahren. Petitionen dagegen wurden allerdings unterbunden; Volksbefragungen kamen gar nicht erst in Frage. Diese Art von direkter Demokratie ist nicht sehr französisch. Doch wäre sonst der Eiffelturm jemals gebaut worden?

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