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Internationaler Fussball: Zwei Leckerbissen für Fussballgourmets

Die deutsche Bundesliga und die englische Premier League stehen an diesem Wochenende im Bann von Topspielen. Insbesondere zwei stehen im Fokus: In Deutschland empfängt Bayern Dortmund, in der englischen Premier League geht es für Manchester City gegen Tabellenführer Liverpool bereits um sehr viel.
Markus Brütsch

Bayern – Dortmund: Spielen wie Männer

Die Münchner Lebensversicherung: Robert Lewandowski. (Bild: Lukas Barth-Tuttas/EPA, München, 6. November 2019)

Die Münchner Lebensversicherung: Robert Lewandowski. (Bild: Lukas Barth-Tuttas/EPA, München, 6. November 2019)

Ja, kommen die Dortmunder überhaupt? Das fragen sich in München viele Fans des FC Bayern mit Blick auf die Statistik. Denn die jüngere Bilanz der Borussia in der Allianz Arena ist eine des Schreckens: Die fünf letzten Auftritte in der Bundesliga gingen bei einem Torverhältnis von 3:22(!) allesamt verloren; zuletzt mit einem 0:5 im April. «Wir haben da ohne Eier gespielt», gab Aufbauer Axel Witsel zu. «Wir müssen dieses Mal wie Männer auftreten», sagte Sportdirektor Michael Zorc. Noch vor zehn Tagen wäre Dortmund in München wohl genauso mutlos aufgelaufen wie vor sieben Monaten. Und es wäre vielleicht sogar um den Kopf des viel kritisierten Trainers Lucien Favre («Handbremsenfussball») gegangen.

Doch nach Siegen im Pokal gegen Gladbach, in der Liga gegen Wolfsburg und in der Champions League gegen Inter ist plötzlich alles anders. «Jetzt hauen wir die Bayern weg!», brüllte Stadionsprecher Norbert Dickel nach dem Triumph gegen die Mailänder ins Mikrofon.

Favre lässt die Stars von der Leine und ist «on Fire»

Mit dem Messer am Hals hatten die Dortmunder nach einem 0:2-Rückstand aufgedreht. Die «Saarbrücker Zeitung» schrieb: «Favre lässt die Stars von der Leine.» Borussia-Boss Hans-Joachim Watzke sagte: «Favre ist sehr lebhaft momentan, das gefällt mir.» Die «Bild-Zeitung» staunte: «Favre on Fire! So emotional wie nie!» Und Goalie Roman Bürki scherzte in Anlehnung an die wochenlange Debatte zum Thema Mentalität: «Alles eine Frage der Mentalität.» So schnell kann die Stimmung kippen. Aber das gilt auch für die Bayern. Nach dem 1:5 in Frankfurt und dem Abgang des Trainers Niko Kovac lacht man an der Säbener Strasse wieder. Unter Hansi Flick erhielten die Bayern gegen Piräus (2:0) erstmals seit acht Spielen kein Tor. Besiegt der Tabellenvierte den um einen Punkt besser dastehenden Zweiten, hat der Interimscoach gute Chancen, länger im Amt zu bleiben. Eine schnelle Regelung der Kovac-Nachfolge zeichnet sich nicht ab.

Gegen den BVB ruhen die Hoffnungen auf Robert Lewandowski. Trifft der Pole, ist er der erste Bundesliga-Profi, der in elf aufeinanderfolgenden Partien ein Tor erzielt. «Was er macht, ist grosse Klasse», sagt selbst Favre. Er hofft, dass der von den Bayern zurückgekehrte Mats Hummels eine Lösung gegen das Tormonster kennt.

Liverpool – Manchester City: Klopp hat dem Team eine Siegermentalität eingeimpft

Muss mit dem Saisonstart zufrieden sein: Jürgen Klopps FC Liverpool führt die Tabelle der Premier League fast makellos an. (Bild: AP Photo/Jon Super, Liverpool, 5. November 2019)

Muss mit dem Saisonstart zufrieden sein: Jürgen Klopps FC Liverpool führt die Tabelle der Premier League fast makellos an. (Bild: AP Photo/Jon Super, Liverpool, 5. November 2019)

Sean Cox wird auch da sein. Der FC Liverpool hat jenen Mann zum Spitzenspiel am Sonntag gegen Manchester City eingeladen, der im April 2018 als Fan der Reds von Römer Hooligans angegriffen wurde, eine schwere Gehirnverletzung erlitt und gerade dabei ist, das Sprechen wieder zu erlernen. «Ich freue mich, ihn vor dem Spiel zu treffen», sagte Trainer Jürgen Klopp. Wieder einmal wird die Hymne «You’ll never walk alone» nicht nur gesungen, sondern gelebt.

Möglicherweise kommt Cox in den Genuss eines der besten Premier-League-Spiele ever. Die beiden Spitzenteams haben inzwischen einen derart hohen Level erreicht, dass sie gegen den «Rest der Liga» im Gegensatz zu früheren Topteams bedeutend weniger Punkte verlieren. Während die City in den letzten Jahren unerreicht blieb, was Passgenauigkeit und Ballbesitz betrifft, ist Liverpool unter Klopp wieder eine Heimmacht par exellence geworden. Es hat seine zwölf letzten Heimspiele gewonnen und ist in der Premier League an Anfield seit 45 Partien unbesiegt. «Momentan ist es mit Abstand das schwierigste Stadion in Europa. Aber ich liebe die grossartige Atmosphäre», schwärmte City-Trainer Pep Guardiola.

Liverpools unheimliche Winnermentalität

Aus Liverpool ist ein Mentalitätsmonster geworden. Innert einer Woche drehten die Reds gegen Tottenham (2:1), Arsenal (5:5, Sieg nach Penaltys) und Aston Villa (2:1) auf zum Teil dramatische Weise ein Spiel. Bei Villa lagen sie drei Minuten vor Schluss noch 0:1 hinten.

Nach dem Gewinn der Champions League strebt der FC Liverpool nun seinen 19. Meistertitel an. Obwohl in der letzten Saison nur einmal geschlagen und zwischenzeitlich mit sieben Zählern Vorsprung Leader, wurde er mit sagenhaften 97 Punkten nur Zweiter. Wie wichtig es nun wäre, den aktuellen Vorsprung auf die Citizens von sechs auf neun Punkte auszubauen, machte Klopp an der Pressekonferenz deutlich: «Alle im Stadion müssen in Bestform sein. Von den Spielern bis zu den Jungs, die Hotdogs verkaufen.»

Der Erfolgstrainer bemühte sich, sein gutes Verhältnis zu Guardiola herauszustreichen. «Ich könnte nicht mehr Respekt vor ihm haben.» Klopp führt nach 15 Partien gegen den Spanier mit 8:7-Siegen im Direktduell. Guardiola gibt das Lob zurück: «Als Klopp in die Premier League kam, war Liverpool noch keine Konkurrenz für uns. Jetzt schon. Er hat etwas Grossartiges aufgebaut.»

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