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Innovation statt Tradition

Bundesliga-Aufsteiger Leipzig betreibt eine ungewöhnliche Transferpolitik und ist erfolgreich. Nie war ein Debütant nach sechs Saisonspielen besser. Der Fussballclub ist jedoch vielen ein Dorn im Auge.
Daniel Schmidt

Gegründet wurde RB Leipzig 2009 auf Initiative des Energydrink-Herstellers Red Bull, der in einigen Sportarten als Namensgeber und Sponsor fungiert. Neben Leipzig besitzt das österreichische Unternehmen Fussballmannschaften in New York und Salzburg sowie in den Ländern Ghana und Brasilien. Da es laut den Statuten des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) nicht erlaubt ist, einen Vereinsnamen als Werbefläche zu nutzen, taufte der Investor den Club kurzerhand in Rasen-Ballsport Leipzig um. So konnte das Kürzel RB beibehalten werden. 99 Prozent des Vereins gehören der Red Bull GmbH, dementsprechend wird viel Geld in den Verein gepumpt, um schnellen Erfolg herbeizuführen.

Seit der Gründung vor sieben Jahren und dem Start in der 5. Liga durchlief Leipzig alle deutschen Spielklassen und stieg in diesem Jahr in die Bundesliga auf. Mit drei Siegen und drei Unentschieden liegt das Team momentan auf Rang fünf, was zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde. Trotz seines momentanen Erfolgs wird RB Leipzig aufgrund der fehlenden Tradition und des grosszügigen Investors im Hintergrund immer wieder Opfer von Anfeindungen aus fremden Fanlagern.

Bullenkopf in Dresden – Sitzblockade in Köln

Beim Erstrundenspiel im deutschen Cup gegen die Traditionsmannschaft Dynamo Dresden warfen die Anhänger der Heimmannschaft am Ende des Spiels einen echten Bullenkopf auf das Feld. In Köln veranstalteten die Fans eine Sitzblockade vor dem Stadion, um so das Einfahren des Leipziger Mannschaftsbusses zu verhindern. Das Spiel begann 15 Minuten später. An jedem Auswärtsspiel muss Leipzig mit Bannern von Anhängern der Heimmannschaft rechnen, auf denen wüste Beschimpfungen geschrieben stehen. Die Leipziger haben sich zu einem Feindbild entwickelt. Dabei ist jedes Team auf finanzkräftige Sponsoren angewiesen, um der Insolvenz zu entgehen. Keine Profimannschaft wird heutzutage nur von den Zuschauern finanziert. Daher unterscheidet sich Leipzig in diesem Punkt kaum von den anderen Teams. Störend ist höchstens die offensichtliche Vermarktung des Vereinsnamens.

Red Bull beschleunigte durch seine grosszügigen Finanzspritzen den Entwicklungsprozess des Vereins; der Grund für den Erfolg aber liegt woanders. Das erklärte Ziel ist, mit jungen talentierten Spielern an die Spitze zu kommen. Dies spiegelt sich im Altersdurchschnitt des Teams, welcher bei nur 23,6 Jahren liegt. Damit stellt der Verein aus dem Osten Deutschlands das jüngste Team der Liga. Der Sportdirektor des Vereins, der 58jährige Ralf Rangnick, legt für seine Spielertransfers Prinzipien fest: Normalerweise beträgt das Alter seiner Neuverpflichtungen zwischen 17 und 23 Jahren, das Gehaltslimit liegt inklusive Prämien bei drei Millionen Euro, der Spieler muss viel Potenzial mitbringen und darf nicht so viel kosten, als dass er seinen Marktwert nicht mehr steigern könnte. Im Falle eines Weiterverkaufs sollen die Spieler dem Verein einen Gewinn einbringen, denn Rangnick geht mit dem Geld von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, dessen Vermögen auf 14,7 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, nicht leichtsinnig um. Er investiert es vielmehr klug in talentierte Spieler, die zusammen eine Mannschaft bilden, die eines Tages auf internationalem Niveau bestehen soll. Ein weiteres erkennbares Muster bei Transfers von Rangnick: Acht der Neuzugänge spielten zuvor beim Partnerverein Red Bull Salzburg. RB Leipzig fehlt die Tradition, an Innovation mangelt es jedoch nicht.

Das System des Trainers passt zu den Spielern

Der Trainer Ralph Hasenhüttl trägt natürlich auch zum Erfolg bei. Das Spielsystem des 49jährigen Österreichers ist perfekt auf die Fähigkeiten seiner jungen Spieler zugeschnitten, die unter seiner Führung ihre optimale Leistung abrufen können. Wo der Weg dieser jungen und unerfahrenen Mannschaft hinführt, steht noch in den Sternen, aber es zeigt sich bereits jetzt, dass mit Rasen-Ballsport Leipzig und seinem ungewöhnlichen Konzept auf Dauer zu rechnen ist.

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