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Innerschweizer Schwingfest: Die Einheimischen treffen in Ruswil auf starke Gäste

Am Innerschweizer 125-Jahr-Jubiläumsschwingfest in Ruswil trifft die heimische Elite auf eine geballte Ladung von hochkarätigen Gästen. Darunter auch Matthias Sempach, der Schwingerkönig von 2013, oder Publikumsliebling Christian Stucki.
Simon Gerber
Christian Stucki (rechts) beim Sieg im Schlussgang gegen Florian Gnägi am Schwarzsee Schwinget. Kann er auch am Sonntag in Ruswil feiern? Bild: Peter Schneider/Keystone (Schwarzsee, 24. Juni 2018)

Christian Stucki (rechts) beim Sieg im Schlussgang gegen Florian Gnägi am Schwarzsee Schwinget. Kann er auch am Sonntag in Ruswil feiern? Bild: Peter Schneider/Keystone (Schwarzsee, 24. Juni 2018)

Die Ausgangslage präsentiert sich enorm spannend und offen. Ein eigentlicher Topfavorit ist nicht auszumachen. Mit 16 Eidgenossen ist das 202-köpfige Teilnehmerfeld sehr attraktiv besetzt. Neben dem Topfavoriten Joel Wicki steigen am Sonntagmorgen mit Sven Schurtenberger, Marcel Bieri, Andreas Ulrich, Mike Müllestein, Erich Fankhauser und Benji von Ah weitere Innerschweizer mit Ambitionen für die begehrte Siegeskrone in den Ring. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben auf eine Spitzenklassierung dürfen die drei ehemaligen Innerschweizer Festsieger Reto Nötzli (2014), Andi Imhof (2015) und Christian Schuler (2016).

Diese und andere Namen werden in der Rottal-Arena vor 12000 Zuschauerinnen und Zuschauern allerdings auf eine harte Probe gestellt. Gleich mehrere hoch dekorierte Gäste wie der Schwingerkönig von 2013, Matthias Sempach, der Unspunnen-Sieger 2017, Christian Stucki, der ISV-Festsieger 2013, Bruno Gisler, sowie Florian Gnägi, Patrick Räbmatter oder Domenic Schneider wollen den Siegermuni Quercus in die Fremde entführen. Nicht undenkbar, dass wie letztmals vor fünf Jahren mit Bruno Gisler am Ende wieder ein auswärtiger Athlet jubelt.

Joel Wicki

Keine Frage, Joel Wicki gehört heute bei jedem Fest zu den Favoriten. Dank der Explosivität, der Schnellkraft und einer deutlich verbesserten Technik braucht der Luzerner keinen Gegner mehr zu fürchten. Bereits letztes Jahr profilierte sich der 20-Jährige als Leader der Innerschweizer. Mit den beiden überlegenen Siegen am Urner und Luzerner sowie mit dem zweiten Platz am Schwyzer ist der Youngster auch in dieser Saison auf der Überholspur. Die keineswegs zwingenden Niederlagen gegen Armon Orlik und Daniel Bösch am Nordostschweizer vom letzten Sonntag dürften seinen ohnehin ausgeprägten Ehrgeiz noch weiter angestachelt haben. Die letzten beiden Innerschweizer 2016 (6.) und 2017 (8.) liefen für den Sörenberger nicht nach Wunsch ab. Ihm wird, sozusagen zum Frühstück, im ersten Duell gleich der Schwinger­könig Matthias Sempach serviert.

Die Rottal-Arena für 12000 Zuschauer steht bereit. Bild: Dominik Wunderli (Ruswil, 28. Juni 2018)

Die Rottal-Arena für 12000 Zuschauer steht bereit. Bild: Dominik Wunderli (Ruswil, 28. Juni 2018)

Christian Stucki

Der letztjährige Unspunnen-Sieger Christian Stucki nimmt nach 2013 und 2017 nun schon den dritten Anlauf, die Festung der Innerschweizer endlich zu knacken. Letztes Jahr in Alpnach fehlte dem Publikumsliebling nach einer makellosen Leistung nur wenig zum Tagessieg. Der Gestellte zum Auftakt gegen Sven Schurtenberger und fünf Siege gegen erstklassige Gegner brachten den Berner noch auf den zweiten Platz, wie auch schon 2013. Nach einem bakteriellen Infekt vor einem Monat musste er sich mit Antibiotika behandeln lassen. Beim Bergkranzfest vor einer Woche am Schwarzsee präsentierte sich der 1,98-Meter-Riese noch nicht in seiner Bestform. Trotzdem feierte der 33-Jährige den fünften Triumph und den insgesamt 40. Kranzfestsieg in seiner Karriere. Zum Auftakt bekommt er es mit Andi Imhof zu tun, den er vor einem Jahr in Alpnach mit der Maximalnote bodigte.

Sven Schurtenberger

Sven Schurtenberger ist für jeden Schwinger ein unangenehmer Gegner. Mit seiner Kraft und den reichlich ausgestatteten Körpermassen kann der ­Luzerner auch mit den Besten mithalten. Dies zeigte er letztes Jahr mit dem ersten Bergfestsieg auf der Rigi und dem Gewinn von acht Kränzen. In dieser Saison erreichte der 26-Jährige am Ob- und Nidwaldner und am Luzerner den Schlussgang, tauchte allerdings sowohl gegen Andi Imhof und auch gegen Joel Wicki ins Sägemehl. Auf dem Stoos ­ärgerte sich «Schurti» erneut, hatte er doch gegen Matthias Aeschbacher und Marcel Bieri gleich zweimal mit dem gleichen Schwung verloren. Der fünfte Kranzfestsieg von Sven Schurtenberger lässt also noch auf sich warten. Wer weiss, vielleicht gelingt ihm dieser schon an diesem Sonntag. Im Anschwingen ­duelliert er sich mit Florian Gnägi, den er beim bisher einzigen Duell am Schwarzsee 2015 gestellt hat.

Andi Imhof

Auf der Rechnung sollte man Andi Imhof (33) immer noch haben. Wozu der stämmige Turnerschwinger an einem guten Tag fähig ist, zeigte er am diesjährigen Ob- und Nidwaldner. Mit sechs Siegen, im Schlussgang gegen Sven Schurtenberger, feierte der Urner den fünften Kranzfestsieg in seiner Karriere. Am Urner wurde er nach der Startniederlage gegen Joel Wicki noch Zweiter. Der Konstrukteur ist ein Spezialist für Grossanlässe. In Frauenfeld 2010 war er als bester Innerschweizer im dritten Rang klassiert. Ein Jahr später wurde der wendige Athlet am Unspunnen-Schwingfest Zweiter. Den letzten grossen Triumph feierte Andi Imhof mit dem Schlussgangerfolg gegen Martin Grab am Innerschweizer Schwingfest 2015 in Seedorf. Der Gammen-Spezialist ist bekannt als ein Mann der zweiten Saisonhälfte.

Andreas Ulrich

Es ist etwas ruhiger geworden um den Landwirt aus Gersau. Der mental starke Sennenschwinger konnte bisher noch nicht an seine letztjährigen Leistungen anknüpfen. Eine Fussverletzung warf ihn im März zurück, wochenlang war kein Training möglich. Durch die fehlende Wettkampfpraxis verpasste der nach wie vor exzellente Techniker bei seinem ersten Einsatz am Schwyzer prompt den Kranz. Auch wenn er im Rückstand ist und die Automatismen im Ernstkampf wieder zurückkehren müssen: Ulrich hat genug Routine und Vertrauen in seine Stärken. Der 80. Kranzgewinn auf dem Stoos unterstrich den Formanstieg. Letztes Jahr erreichte der zweifache Familienvater in Alpnach erstmals den Schlussgang. Eine Wiederholung dieser Leistung würde niemanden überraschen. Den ersten Gegner, Roger Erb, hat Ulrich 2015 auf dem Stoos schon einmal bezwungen.

Marcel Bieri

Spätestens seit dem überraschenden Sieg am Zuger Kantonalfest 2017 ist der Name Marcel Bieri in der Sägemehlszene zu einem Begriff geworden. Mit sieben weiteren Kränzen, darunter auch an drei Bergfesten, krönte sich der Zuger zum Aufsteiger der letzten Saison. Der athletische Turnerschwinger gehört zur Gilde der Offensivschwinger. Den Hüfter in Kombination mit dem Kreuzgriff führt die Innerschweizer ­Zukunftshoffnung fast in Perfektion aus. Vor drei Wochen stand der Primarlehrer am Bergkranzfest auf dem Stoos vor dem ersten ganz grossen Triumph. Erst auf dem Zielstrich wurde Marcel Bieri noch abgefangen. Er verlor den Schlussgang völlig überraschend gegen den 19-jährigen Freiburger Lario Kramer. Man kann gespannt sein, wie sich der stets gut gelaunte Edlibacher in Ruswil präsentiert. Gegen den Auftaktgegner Johann Borcard hat er bisher noch nie gekämpft.

ISAF 2018 in Ruswil

Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in der Rottal-Arena in Ruswil. Sonntag. 7.30: Anschwingen. – 9.45: Sonntagsstille. – 10.00: Fortsetzung 3. Gang Schwingen. – 12.00: Mittagspause. – 13.00: Fortsetzung Schwingen 4. Gang. – 15.15: Festakt. – 17.00: Schlussgang. – 18.15: Rangverkündigung

Sieger der letzten Jahre: Marcel Mathis (2017), Christian Schuler (2016), Andi Imhof (2015), Reto Nötzli (2014), Bruno Gisler (2013), Adrian Laimbacher (2012).

Einteilung 1. Gang: Joel Wicki – Matthias Sempach; Andi Imhof – Christian Stucki; Sven Schurtenberger – Florian Gnägi; Christian Schuler – Patrick Räbmatter; Benji von Ah – Domenic Schneider; Reto Nötzli – Bruno Gisler, Mike Mülle­stein – Steven Moser; Andreas Ulrich – Roger Erb; Philipp Gloggner – Michael Rhyner; Erich Fankhauser – Mario Schneider; Marcel Bieri – Johann Borcard; Stefan Arnold – Michel Dousse.

TV: Tele 1 ab 7.00 während des ganzen Tages; SRF 2 ab 15.00–15.30; SRF Info ab 16.45.

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