INDIAN WELLS: Zwei Schweizer im Halbfinal

Nach Stan Wawrinka erreicht auch Roger Federer die heutigen Halbfinals – und zwar kampflos. Sein Gegner Nick Kyrgios konnte wegen einer Lebensmittelvergiftung nicht antreten.

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Stan Wawrinka war im Spiel gegen Dominic Thiem effizienter als der Österreicher. (Bild: Paul Buck/EPA)

Stan Wawrinka war im Spiel gegen Dominic Thiem effizienter als der Österreicher. (Bild: Paul Buck/EPA)

Am Freitagmittag Ortszeit – während der grössten Hitze des Tages – hätte Nick Kyrgios gegen Roger Federer antreten sollen. Gut zwei Stunden vor Spielbeginn erklärte der 21-jährige Australier aus Canberra per Twitter den Startverzicht. «Leider kann ich nicht antreten. Ich bin krank», teilte Kyrgios mit. «Im Moment gehen wir davon aus, dass ich an einer Lebensmittelvergiftung leide, und ich bete, dass es nichts Schlimmeres ist.» Der Viertelfinal Federer gegen Kyrgios, der ins Wasser fiel, hatte viel versprochen. Er wäre zweifellos das Tages-Highlight in Indian Wells gewesen.

Kyrgios war als frisch­gebackener Turniersieger von Acapulco angereist. Er besiegte sowohl in Mexiko wie in Indian Wells den grossen Novak Djokovic in zwei Sätzen. Er gab ebenso wie Federer auf dem Parcours in die Viertelfinals kein einziges Aufschlagspiel ab. Und auch ­Federer hatte in den vorherigen Runden brilliert. Nach dem Achtelfinalsieg vom Mittwoch gegen Rafael Nadal (6:2, 6:3) blickte Federer auf einen seiner besten Saisonstarts überhaupt zurück. Nur 2004, während eines seiner allerbesten Tennisjahre, startete er ebenfalls mit einer 5:0-Bilanz gegen Top-10-Spieler in eine Saison. Vor 13 Jahren verlor Federer sogar während der ganzen Saison nie gegen einen anderen Top-10-Gegner (18:0 Siege).

Wawrinka dank starker Nerven in Halbfinal

Im heutigen Halbfinal trifft Federer entweder auf Kei Nishikori (JPN/4) oder Jack Sock (USA/17). Die beiden ermittelten nach ­Redaktionsschluss den letzten Halbfinalisten. Im zweiten Spiel trifft Stan Wawrinka auf den 25-jährigen aufstrebenden Pablo Carreño Busta (ATP 23). Auf dem Weg dorthin musste Wawrinka gegen den Österreicher Dominic Thiem (ATP 9) starke Nerven ­beweisen. Nach 2:31 Stunden gewann der Westschweizer gestern mit 6:4, 4:6, 7:6 (7:2). Der Schweizer erwies sich am Ende als ­effizienter als Thiem. Wawrinka nützte drei von fünf Breakmöglichkeiten aus. Thiem hingegen schaffte trotz elf Breakbällen ebenfalls nur drei Aufschlagdurchbrüche. Zum zweiten Mal innerhalb von 21 Stunden gewann Wawrinka einen Entscheidungssatz im Tiebreak. Ganz so prekär wie gegen den Japaner Yoshihito Nishioka, der gegen Wawrinka zweimal zum Matchgewinn aufschlagen konnte, wurde es gegen Thiem indessen nicht mehr.

«Eine hervorragende Partie – von beiden»

Auch der 23-jährige Österreicher kam zu Grosschancen. In den entscheidenden Momenten dominierte aber Wawrinka. «Der Vergleich zwischen den Spielen gegen Nishioka und Thiem ist einfach. Gegen Nishioka spielte ich nicht gut. Die Partie gegen Thiem war aber eine hervorragende – von beiden.» Wawrinka gewann am Ende primär dank des Aufschlags. «Und vielleicht habe ich in den entscheidenden Momenten mehr daran geglaubt, dass ich mein Spiel auch in den heikelsten Momenten durchziehen kann.» (sda)