In Rücklage: St.Otmars Handballer verlieren in Bern und stehen vor dem Aus

Der St.Galler NLA-Verein verliert das dritte Spiel im Playoff-Viertelfinal auswärts gegen den BSV Bern 31:35 (15:19) und befindet sich damit im vierten Aufeinandertreffen unter Siegzwang.

Ives Bruggmann, Gümligen
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St.Otmars Amadeus Hedin wird am Wurf gehindert. (Bild: Andreas Blatter)

St.Otmars Amadeus Hedin wird am Wurf gehindert. (Bild: Andreas Blatter)

Die erneute Auswärtsniederlage St.Otmars beim BSV Bern ist ein herber Dämpfer hinsichtlich der angestrebten Qualifikation für den Playoff-Halbfinal. Die St.Galler Handballer stehen damit mit 1:2 Siegen im Hintertreffen. Die nächste Niederlage würde das Saisonende für die Ostschweizer bedeuten.

Nach dem deutlichen Sieg St.Otmars am Donnerstag hatten sich die Gäste in der Arena in Gümligen einiges erhofft. Beide Trainer warteten mit taktischen Anpassungen im Vergleich zum vergangenen Spiel auf. St.Otmar agierte in der Offensive beinahe über die komplette Spieldauer mit einem zusätzlichen Feldspieler. Berns Trainer Aleksandar Stevic nahm ebenfalls Änderungen im Aufbau vor, so dass es mehr Anspiele an den Kreis gab und im Rückraum vor allem Jakub Szymanski in Wurfposition gebracht wurde. Das Fazit nach der ersten Halbzeit lautete aus Sicht St.Otmars: offensiv ansprechend, defensiv ungenügend. 19 Treffer erzielten die effizienten Berner bis zur Pause und damit fast so viele wie am Donnerstag in 60 Minuten, als sie 21 Mal reüssierten. Die Taktik der Berner ging zwar auf, doch St.Otmar verteidigte sicherlich zu naiv. Zudem mussten drei vermeidbare Treffer ins leer stehende Tor hingenommen werden. Ebenfalls nicht auf Touren kam an diesem Nachmittag Goalie Aurel Bringolf. Bereits während des ersten Durchgangs wurde er durch Jonas Kindler ersetzt, der seinerseits ebenfalls nicht überdurchschnittlich viele Bälle parierte.

Szymanski mit zehn Treffern

Im zweiten Abschnitt liefen die St.Galler dauernd dem Rückstand aus der ersten Hälfte hinterher. Die Abwehr blieb löchrig und in der Offensive fehlte eben doch der eine oder andere Überraschungsmoment, um die Berner noch einmal in Bredouille zu bringen. Das Heimteam liess derweil St.Otmar nur noch einmal bis auf drei Tore herankommen. Sieben Minuten vor Schluss führte der BSV 32:29. Danach verwaltete das Heimteam das Resultat geschickt und spielte die Routine aus. Der ehemalige Otmar-Akteur Szymanski erzielte am Ende zehn Treffer und war damit der beste Mann des Spiels.

Kein Einsatz für Jurilj

Auf Seiten St.Otmars muss sich Spielertrainer Bo Spellerberg die Frage gefallen lassen, weshalb er während 60 Minuten auf den wurfgewaltigen Dominik Jurilj verzichtete. Die St.Galler bekunden im Spiel sechs gegen sechs ohnehin Mühe, da hätte der eine oder andere Wurf aus neun Metern wohl nicht geschadet. Vielleicht traf Spellerberg den Entscheid sogar bewusst, um in den verbleibenden zwei Partien noch etwas in der Hinterhand zu haben. Eines ist gewiss: Zeit für taktische Experimente bleibt keine mehr. Am Dienstag muss im Heimspiel ein Sieg her. Sonst ist die Saison vorbei.