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Tour de Suisse: Stefan Küng ist in Form, aber im Zeitfahren verliert er viel Zeit

Stefan Küng wird der Favoritenrolle in der ersten Etappe der Tour de Suisse nicht gerecht. Der Ostschweizer beendet das Zeitfahren in Langnau bloss auf dem neunten Rang. Der Sieg geht an Weltmeister Rohan Dennis.
Daniel Good, Langnau
«Eingegangen»: Stefan Küng fährt im Zeitfahren am Publikum ... und deutlich am Podest vorbei. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Langnau, 15. Juni 2019))

«Eingegangen»: Stefan Küng fährt im Zeitfahren am Publikum ... und deutlich am Podest vorbei. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Langnau, 15. Juni 2019))

Zuerst wollte er gar nichts sagen. Die Enttäuschung war bodenlos. Der Blick ging ins Leere. Stefan Küng hatte das mit Abstand schlechteste Zeitfahren an einer Tour de Suisse hinter sich. In den vergangenen beiden Jahren hatte er in den Prüfungen gegen die Uhr einmal gewonnen und war zweimal Zweiter geworden. Für das 9,5 Kilometer lange Zeitfahren in Langnau hatte sich der 25-jährige Thurgauer besonders viel vorgenommen: den Sieg und damit erneut das gelbe Trikot des Gesamtersten in seinen Besitz zu bringen. Während der Tour de Suisse 2017 und 2018 trug er das Leibchen des Leaders insgesamt fünf Tage.

Nach halbem Pensum der ersten Etappe 2019 schien für Küng alles aufzugehen. Der ehemalige Verfolgungsweltmeister nahm Rohan Dennis, dem zweiten Favoriten, auf den ersten fünf Kilometern des mehrheitlich flachen Kurses fünf Sekunden ab. Dann brach Küng ein. Im Ziel lag er neun Sekunden zurück. Wenn es eine Stunde nach Küngs Einsatz nicht zu regnen begonnen hätte, wäre der grosse Schweizer Hoffnungsträger wohl nicht einmal unter die ersten zehn gekommen.

Den Fehlstart korrigieren

Dann sprach Küng doch noch. «Die ersten fünf Kilometer waren gut», meinte er. Er hatte nicht das Gefühl, zu schnell gestartet zu sein. «Aber dann bin ich eingegangen. Natürlich habe ich mir weitaus mehr erhofft. Ich habe viel investiert, um auch an dieser Tour de Suisse erfolgreich zu sein. Aber vielleicht war die Vorbereitung doch nicht perfekt. Möglicherweise ist es nicht so einfach, nach einer längeren Rennpause zu reüssieren», sagte er. Seinen letzten Wettkampf hatte er in Genf am 5. Mai im Rahmen der Tour de Romandie bestritten (6. Gesamtrang).

Danach ging Küng mit Freundin Céline für eine Woche in die Ferien. In die französische Region Ardéche auf Einladung des ehemaligen Radprofis Hansruedi Büchi, der dort ein Hotel besitzt. Nach der harten Frühlingssaison wollte Küng die Batterien aufladen und sich hernach für die Tour de Suisse in Form bringen. «Ich weiss, ich bin in Form», betonte Küng, «auch wenn es heute nicht geklappt hat. Die Tour de Suisse dauert noch lange. Ich habe weitere Chancen.» Er blieb trotz der Niederlage bester Schweizer. Der Luzerner Mathias Frank, der aussichtsreichste Einheimische in der Gesamtwertung, verlor als 60. fast 40 Sekunden. Die Tour de Suisse endet heute in einer Woche mit der Königsetappe im Oberwallis.

Der erste Sieg als Weltmeister

Der zweite Favorit reüssierte im Emmental: Der Australier Dennis war eine Minute vor Küng zum Zeitfahren gestartet und verwies den Polen Maciej Bognar um bloss 15 Hundertstel auf den zweiten Platz. Rang drei ergatterte mit Michael Matthews ein weiterer Australier. Eine Überraschung gelang Peter Sagan mit Platz sieben. Der Slowake mit drei WM-Titeln in den Strassenrennen war bis zu seinem ersten Auftritt im Emmental in den Zeitfahren meistens eine Klasse schlechter als in den Etappen mit Massenstart. Stärkster Fahrer der Anwärter auf den Gesamtsieg war der Tour-de-France-Gewinner Geraint Thomas. Der Waliser büsste 17 Sekunden ein und wurde 13. Der junge Kolumbianer Egan Bernal verlor 26 Sekunden.

Dennis ist der erste Leader der 83. Schweizer Landesrundfahrt. Vor zwei Jahren gewann er an der Tour de Suisse beide Zeitfahren – zweimal vor Küng. Er war in den vergangenen Saisons noch ein Teamkollege des Schweizer Meisters, in Innsbruck wurde er im September 2018 Weltmeister. Seither blieb Dennis – bis gestern – ohne Erfolg. Wie Küng musste Rohan Dennis auf diese Saison hin die Mannschaft wechseln. Er entschied sich für eine Mannschaft aus Bahrain, der Schweizer ging nach Frankreich.

83. Tour de Suisse. 1. Etappe, Einzelzeitfahren in Langnau i. E. (9,5 km): 1. Dennis (AUS) 10:50,24 (52,615 km/h). 2. Bodnar (POL), gleiche Zeit 3. Matthews (AUS) 0:01 zurück. 4. Kragh Andersen (DEN) 0:02. 5. Asgreen (DEN), gleiche Zeit. 6. Craddock (USA) 0:05. 7. Sagan (SCVK) 0:07. 8. Bevin (NZL) 0:08. 9. Stefan Küng (SUI) 0:09. 10. Scully (NZL) 0:11.

Ferner: 12. Tom Bohli (SUI) 0:15. 13. Thomas (GBR) 0:17. 14. Castroviejo (ESP) 0:18. 20. Claudio Imhof (SUI) 0:19. 26. Bernal (COL) 0:23. 36. Gian Friesecke (SUI) 0:28. 40. Steve Morabito (SUI) 0:31. 53. van Avermaet (BEL) 0:37. 54. Costa (POR), gleiche Zeit. 56. Reto Hollenstein (SUI) 0:38. 58. Spilak (SLO), gleiche Zeit. 60. Mathias Frank (SUI) 0:39. 61. Michael Schär (SUI) 0:40. 67. Marc Hirschi (SUI) 0:41. 90. Michael Albasini (SUI) 0:54. 91. Gino Mäder (SUI), gleiche Zeit. 94. Roland Thalmann (SUI) 0:56. 104. Patrick Schelling (SUI) 1:00. 105. Fabian Lienhard (SUI), gleiche Zeit. 114. Kilian Frankiny (SUI) 1:04. 116. Simon Pellaud (SUI) 1:05. 147. Matteo Badilatti (SUI) 1:46. – 147 gestartet, 147 klassiert.

Das Gesamtklassement ist identisch mit dem Etappenklassement.

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