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Joel Wicki schwingt in einer eigenen Liga

Der nächste Sieg von Joel Wicki (21): Eine Woche nach dem Luzerner gewinnt er auch das Urner Kantonale und muss dabei nicht einmal an sein Limit gehen.
Claudio Zanini
Kurzer Schlussgang: Joel Wicki legte Roger Baumann nach fünf Sekunden auf den Rücken. (Bild: Corinne Glanzmann (Attinghausen, 3. Juni 2018)

Kurzer Schlussgang: Joel Wicki legte Roger Baumann nach fünf Sekunden auf den Rücken. (Bild: Corinne Glanzmann (Attinghausen, 3. Juni 2018)

Spätestens im Verlauf des Nachmittags werden Schwingfeste normalerweise spannend, wenn sich das Rennen um den Schlussgang zuspitzt. Und wenn die beiden Athleten, die in den Schlussgang dürfen, auserkoren sind, ist das noch längst nicht der Höhepunkt. Denn in dieser Endausmarchung kann noch vieles passieren. Es kann auf die eine oder andere Seite kippen. Falls sich die beiden Kontrahenten über die gesamte Gangdauer nichts zugestehen, kommt nicht selten ein lachender Dritter zum Handkuss und erbt den Festsieg.

Doch von all dem passierte gar nichts in Attinghausen. Wir sahen eine typische Ein-Mann-Show. Und die Spannung, sie war bereits nach dem ersten Gang verpufft. Der Sörenberger Joel Wicki bezwang den Attinghauser Andi Imhof. Das war Wickis schwierigster Gegner am gesamten Tag. Deshalb hatte er sich auch so gut auf den Urner Lokalmatador eingestellt und in der letzten Woche Videostudium gemacht. Die seriöse Vorbereitung war ihrem Aufeinandertreffen am Luzerner Kantonalen in der letzten Saison geschuldet. Damals liess Imhof nur ein wenig an sich rütteln, Wicki kam nicht über einen Gestellten hinaus. Das Videostudium trug jedenfalls Früchte. Imhof war geschlagen. Auch vier nachfolgende Siege konnten ihn nicht mehr für den Schlussgang ins Gespräch bringen.

Also gab es in diesem Fest ein in Topform schwingender Wicki, der bereits den härtesten Brocken aus dem Weg geräumt hatte. Für den weiteren Verlauf brauchte es keinen Propheten – und es war grad einmal halb neun am Morgen.

Die Gegner fehlten. Das Teilnehmerfeld war nach diversen Absagen ausgedünnt. Nur noch drei Eidgenossen standen am Wettkampftag auf dem Platz. Auch Christian Schuler – eigentlich noch für eine Spitzenpaarung im ersten Gang eingeteilt – sagte ab. Schuler liess verlauten, dass ein Einsatz noch zu früh käme, die Verletzung noch nicht vollständig ausgeheilt sei. Schuler ist bekannt als Perfektionist, wenn er nicht Vollgas geben kann, lässt er es bleiben. Schon am nächsten Wochenende, wenn das erste Bergfest stattfindet, will er auf dem Stoos wieder eingreifen. Ebenso meldeten sich die Luzerner René Suppiger und Erich Fankhauser ab. Und für Bruno Nötzli, der zwar immer noch im Festführer stand, kam ein Einsatz seit seinem Kreuzbandriss in der letzten Saison ohnehin nicht in Frage.

Wicki bleibt unaufgeregt

Von den angetretenen drei Eidgenossen gingen zwei unter. Philipp Gloggner und Alex Schuler mussten beide ohne Kranz nach Hause. Wickis Gegner hiessen Dominik Streiff, Michael Gassmann, Matthias Herger, Thomas Hurschler und im Schlussgang Roger Baumann. Das sind alles Namen, die man nur kennen kann, wenn man mehr als zwei Schwingfeste im Jahr besucht. Es waren nicht die Kontrahenten, die ihn aus dem Konzept bringen konnten. Wickis Betreuer, der ehemalige Spitzenschwinger Daniel Hüsler, schien den Sieg nicht zu hoch hängen zu wollen, sagte aber auch: «Joel schwingt momentan in einer anderen Liga. Am NOS sieht es vielleicht anders aus.» Am NOS, dem Nordostschweizer Teilverbandsfest in drei Wochen, wird Wicki auf die dortige Elite treffen, die von Samuel Giger und Armon Orlik angeführt wird.

Wicki selbst blieb gewohnt unaufgeregt. «Wichtig ist, dass ich auf dem Boden bleibe. Ich muss weiterhin jeden Gegner respektieren und gegen jeden gut sein.» Wohl dürfte er auch an diesem Sonntag nicht zu viel gefeiert haben. Alkohol zu trinken, werfe ihn im Training ohnehin zurück, sagte er jüngst. Die Konkurrenz darf sich nicht darauf verlassen, dass Wicki in dieser Saison nachlassen wird.

Urner Kantonalfest Attinghausen. Urner Kantonalschwingfest (196 Schwinger). Schlussgang: Joel Wicki (Sörenberg) bezwingt Roger Baumann (Schattdorf) nach 5 Sekunden mit Kurz. Rangliste: 1. Joel Wicki (Sörenberg) 59,25. 2. Andi Imhof (Attinghausen) 58,25. 3. Roger Baumann (Schattdorf), Toni Kurmann (Hergiswil b. Willisau) und Adrian Gander (Ennetbürgen) je 57,50. 4. Matthias Herger (Bürglen ) und Roland Reichmuth (Cham) je 57,25. 5. Christian Bieri (Edlibach), Elias Kempf (Seedorf), Dominik Waser (Alosen), Reto Fankhauser (Hasle), Michael Gassmann (Sachseln), Andreas Höfliger (Feusisberg), Andy Murer (Seedorf), Josef Portmann (Wiggen) und Michael Zurfluh (Attinghausen) je 57,00 6. Roman Zurfluh (Dietwil), Stefan Arnold (Attinghausen), Florian Hasler (Vorderthal), Mathias Hürlimann (Walchwil), Thomas Hurschler (Grafenort), Philipp Schuler (Rothenthurm), Marco Wyrsch (Attinghausen) und Fabian Zgraggen (Aeugst am Albis) je 56.75. 7. Joel Ambühl (Hergiswil b. Willisau), Stefan Heinzer (Muotathal), Fabian Herger (Altdorf), Robin Durrer (St. Niklausen OW), Damian Egli (Steinhuserberg), Lukas Ottiger (Rothenburg), Reto Waser (Greppen), Lutz Scheuber (Büren) und Martin Bättig (Kleinwangen) je 56.50, alle mit Kranz.

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