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Schär nach Gelbsperre enttäuscht:
"Das ist sehr bitter"

Fabian Schär wird der Schweiz im Achtelfinal fehlen. Eine schwierige Situation für den 26-Jährigen.
Christian Brägger, Toljatti
Schiedsrichter Clement Turpin zeigt Fabian Schär Gelb. (Mark Baker/AP)

Schiedsrichter Clement Turpin zeigt Fabian Schär Gelb. (Mark Baker/AP)

Er ist an diesem Abend der einsamste Mensch. Allein schlendert Fabian Schär durch die Mixed Zone, seine Augen suchen Orientierung und finden sie kaum, weil der Kopf so viel verarbeiten muss. Die Enttäuschung sitzt tief, bloss mit niemandem reden jetzt. In der Stunde des Erfolgs, und das ist der Achtelfinaleinzug für die Schweiz, ist der Innenverteidiger im Tunnel. Dann verlangsamt er den Schritt, hält schliesslich an und sagt: «Ich mag keine Fragen beantworten. Es ist sehr bitter.» Schär ringt um Fassung, ist sichtlich den Tränen nah, und wenn man in ihm manchmal etwas Stolzes und Selbstbewusstes erkennt, ist das alles jetzt wie weggeschwemmt. Er beginnt sich zu sammeln, und vielleicht bekommt er das Gefühl, dass Reden gut tut in diesem ­Moment. Er habe lediglich ein einziges Foul gegen Costa Rica begangen, und nicht einmal das sei eigentlich eines gewesen. «Bitter», sagt er wieder. «Es ging um viel, wir haben es dennoch geschafft. Hauptsache weitergekommen.» Lag es an der Nervosität, dass die Mannschaft so nachlässig schien während der 90 Minuten? «Ich denke nicht, wir haben viel geredet und versucht, die Wichtigkeit der Partie beiseite zu schieben. Der Gegner war aber schon auch gut.»

Den Fussball sollte man nie dramatisieren. Doch gerade bei Schär, der eine schwierige Saison mit La Coruña und dem Abstieg hinter sich hat, gibt es eine kleine tragische Komponente. 2014, an der WM in Brasilien, spielt er ab dem dritten Gruppenspiel, steht auch im Achtelfinal gegen Argentinien auf dem Platz. Und kann mit dem Tackling in der Verlängerung Lionel Messi nicht am Pass auf Angel di Maria hindern, der mit dem Tor das Ausscheiden der Schweiz besiegelt. Später sagt Schär einmal, er würde rückblickend Messi einfach umreissen. Als ob er sich schuldig fühlte am Gegentor, als ob er etwas gutzumachen hätte.

Für Schär keine gelbe Karte

Das Ziel bleibe dieser nächste Schritt, das Erreichen der Viertelfinals, wirkt Schär jetzt gefasster. «Ich will unserem Team dann nochmals helfen können.» Und je länger er nun redet, desto klarer sieht er die Dinge, auch sein Vergehen, das in Wahrheit sein zweites war. «Es war ein 08/15-Foul, aber niemals eine gelbe Karte. Schade.»

Für die Schweiz ist Schärs Ausfall nicht nur wegen der Turniererfahrung – es ist sein dritter Grossanlass – ein Verlust. Mit ­Manuel Akanji harmoniert er gut in der Innenverteidigung, das Duo ergänzt sich bestens. Insbesondere Schärs öffnender Pass wird dem Schweizer Spiel fehlen gegen Schweden. Wie die Torgefahr bei ruhenden Bällen; in 39 Länderspielen hat der 26-Jährige bereits sieben Mal getroffen, ein beacht­licher Wert. Vladimir Petkovic hat stets zu Schär gehalten, selbst in Phasen, in denen im Club wenig zusammenkam. Und Schär enttäuschte fast nie, lieferte und rechtfertigte das Vertrauen Petkovics mit Leistung. Manche sagen gar, er spiele im Nationaldress ungleich besser als in jenem des Vereins, vermutlich weil er Geborgenheit spüre.

50 Prozent der Abwehr fehlt

Doch der Nationaltrainer hat nun ein unerwartetes Problem, auf einen Schlag fehlen ihm am Dienstag im Achtelfinal 50 Prozent der oft gerühmten Hintermannschaft, weil Captain Stephan Lichtsteiner ebenfalls gesperrt ist. Weshalb es die Frage ist, die alle umtreibt: Wie schwer wiegen die Ausfälle auf der Schweizer Seite?

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