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Im Schatten des NLA-Playoffs: In der Platzierungsrunde spielen die Teams um die goldene Ananas

Während im NLA-Playoff um den Titel gekämpft wird, war in der Platzierungsrunde bereits vor der ersten Partie alles entschieden – und das nicht zum ersten Mal. Am Modus scheiden sich die Geister
Sergio Dudli
Alexander Braun kommt in der Platzierungsrunde zu seinen ersten Einsätzen in der NLA. (Bild: KEY)

Alexander Braun kommt in der Platzierungsrunde zu seinen ersten Einsätzen in der NLA. (Bild: KEY)

So richtig glücklich ist bei den ZSC Lions derzeit niemand. Das Playoff? Verpasst. Die Medien? Gnadenlos. Die Anhänger? Enttäuscht. Als wäre dies nicht Bestrafung genug, muss sich das vermeintliche Starensemble durch sechs Spiele in der Platzierungsrunde quälen. Es sind Partien ohne Bedeutung, haben die ZSC Lions den Klassenerhalt doch bereits geschafft.In den ersten beiden Spielen hatte Trainer Arno Del Curto ein Einsehen mit seinen gescholtenen Stammkräften. Er ersparte ihnen den Spiessroutenlauf und verzichtete darauf, angeschlagene Leistungsträger fitzuspritzen. Warum auch? Schliesslich geht es um nichts mehr. Stattdessen setzte Del Curto bis zu 18 Spieler aus dem Nachwuchs ein. Die Zuschauerzahl im Heimspiel der Zürcher gegen Fribourg? 2500.

Gerechte Langweile oder unfaires Spektakel?

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger zeigt Verständnis für die Anhänger. «Sie können zu Hause im Fernsehen gratis Playoff-Spiele schauen, statt sich Tickets für eine Partie zu kaufen, in der es um nichts mehr geht», so der Ostschweizer. Der Club selber könne trotzdem seinen Nutzen aus der Platzierungsrunde ziehen: «Wir können schauen, wie gut und weit die Nachwuchsspieler sind, die wir in der kommenden Saison nachziehen wollen.» «Sonst werden Existenzen aufs Spiel gesetzt»

Die Platzierungsrunde

Der heutige Modus existiert seit der Saison 2013/2014. Die vier letztklassierten Teams nach der Qualifikation nehmen ihre Punkte in die Platzierungsrunde mit. Alle Mannschaften spielen jeweils zweimal gegeneinander. Die nach diesen sechs Partien auf den letzten beiden Rängen stehenden Vereine absolvieren das Playout in einer Best-of-7-Serie. Seit Einführung des neuen Modus’ bestritten stets jene zwei Mannschaften die Barrage, die bereits zu Beginn der Platzierungsrunde zuhinderst klassiert waren. (dus)

Nicht nur für die ZSC Lions geht es in der Platzierungsrunde um nichts mehr. Bereits vor dem ersten Bully stand fest, dass Davos und Rapperswil-Jona das Playout bestreiten werden. Der Punktabstand zu Fribourg und den ZSC Lions war zu gross, als dass er in sechs Partien hätte aufgeholt werden können. Das Resultat: 18 Spiele ohne Bedeutung. Rapperswils Trainer Jeff Tomlinson fordert daher:

«Es muss ein Modus gefunden werden, in dem die Siege etwas wert sind.»

Auch bei vielen Anhängern stösst die Platzierungsrunde in ihrer heutigen Form auf Abneigung. Ihr Verdikt: zu langweilig. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) verweist darauf, dass die Vereine den Modus an der Ligaversammlung 2013 einstimmig angenommen haben. Zuvor spielten die vier letztklassierten Teams in Best-of-7-Serien. Der Verband streicht die Gerechtigkeit des aktuellen Formats heraus. «Wer bis zum Ende der Qualifikation die gesamte Energie in den Kampf um einen Playoff-Platz aufwendet, soll keinen Nachteil gegenüber jenen Teams haben, die sportlich schlechter abgeschnitten haben», so Manuela Hess, Kommunikationsverantwortliche der SIHF.

Das Loch in der Kasse

Ähnlich sieht es auch ZSC-Sportchef Leuenberger. «Jeder Verein ist ein KMU. Eine Rückkehr zu den Best-of-7-Serien im Playout ohne Rücksicht auf die erbrachte Leistung während der Qualifikation würde Chaos stiften und Existenzen aufs Spiel setzen», so der 49-Jährige. Teil der Platzierungsrunde zu sein, sei für die ZSC Lions zwar eine Enttäuschung, aber:

«Mit dem aktuellen Modus müssen wir wenigstens nicht bis zum Schluss zittern».

Ein neuer Modus ist kein Thema Leuenberger macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass die unattraktive Ligaqualifikation dem Verein finanziell schadet. «Wir haben mit dem Halbfinal budgetiert, die Realität sind nun drei Heimspiele ohne sportlichen Gehalt», so der Sportchef. Trotzdem hält er den aktuellen Modus für richtig. Leuenberger sagt:

«Wir haben jetzt das schlechteste Szenario, weil es für kein Team mehr um etwas geht. Aber die heutige Form der Platzierungsrunde ist die gerechteste Lösung.»

Der Verband bestätigt, dass es derzeit keine Anzeichen seitens der Clubs gibt, am Modus etwas ändern zu wollen. «Dafür bräuchte es einen Antrag an der Ligaversammlung», sagt Hess, Kommunikationschefin des Verbands. «Anschliessend gäbe es unter den Vereinen eine Abstimmung. Je nach Zeitpunkt des Antrags wäre zur Umsetzung eine Dreiviertel- oder einfache Mehrheit nötig.»

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