Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Hug und Schär sind im Marathon-Modus

Mit dem Berlin Marathon beginnt morgen die prestigeträchtige Marathon Majors Serie – auch für die Rollstuhlsportler. Marcel Hug und Manuela Schär sind als Titelverteidiger die Gejagten.
Jörg Greb
Manuela Schär (links) und Marcel Hug freuen sich, dass es losgeht mit der Marathon Majors Serie.Bild: CJ Gunther/EPA (Boston, 17. April 2017)

Manuela Schär (links) und Marcel Hug freuen sich, dass es losgeht mit der Marathon Majors Serie.Bild: CJ Gunther/EPA (Boston, 17. April 2017)

Seit die Marathon Majors vor zweieinhalb Jahren auch für die besten Rollstuhlsportler eingeführt wurden, haben die grossen Städtemarathons für die Aushängeschilder der Sparte zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Punkto Ausstrahlung, Konkurrenz und vor allem finanziell sorgt diese Eingliederung für Perspektiven und folglich für oberste Priorität. So betonten Marcel Hug und Manuela Schär, die beiden Gesamtsieger der letzten Jahresserie, vor drei Wochen und dem andern Saisonhöhepunkt dezidiert: «Die Europameisterschaften auf der Bahn sind wichtig, aber sie haben nicht die Bedeutung der Marathons.»

Hug gewann drei Titel, Schär zwei. Doch beide betonten: «Diese Rennen dienten nicht zuletzt dem Formaufbau für die Herbstmarathons.» Untermauert wird dies etwa dadurch, dass Schär nach zwei Titelgewinnen heimfuhr und weitere Möglichkeiten preisgab. Die zusätzlichen Tage zum Setzen gezielter Trainingsreize bewog sie dazu. Solche Trainingsimpulse suchten seither beide, der in Nottwil lebende Thurgauer Hug und die Krienserin Schär. «Den Speed mitnehmen und noch einige gezielte Akzente setzen bezüglich Ausdauer und Tempohärte», umschrieben sie die Absicht, die sie damit verfolgten.

Auftakt erfolgt erstmals direkt nach der Bahnsaison

Auf der Erfahrung vergangener Jahre bauten sie und ihre Coaches. Weil der Start und Schluss jeder Jahresserie jeweils mit demselben Marathon beginnt und endet, verschieben sich die Eckpunkte. Der Auftakt zu den sieben Marathons erfolgt erstmals unmittelbar auf die Bahnsaison. «Das macht’s bedingt anders», sagen Hug wie Schär übereinstimmend. Gespannt blicken sie den nächsten zwölf Monaten und den Marathons in Berlin, Chicago, New York, Tokio, Boston, London und wieder Berlin entgegen.

Begründet sehen sie ihre Einschätzung dadurch, dass «im Gegensatz zu andern Jahren nun in Berlin alle Topkonkurrenten antreten». Nicht nur Hug und Schär sind sich der Bedeutung eines vorzüglichen Auftakts bewusst. «Gewinnen» haben sich beide zum Ziel gesetzt. Zur spezifischen Vorbereitung spannten beide zuletzt mit hochkarätigen Trainingspartnern zusammen: Hug trainiert seit der Pararace-Meile vor dem Jungfrau-Marathon am letzten Augusttag mit dem Kanadier Josh Cassidy, Schär mit Susannah Scaroni (USA) gar eine Woche länger seit Weltklasse Zürich. «Eine solche internationale Zusammenarbeit sorgt für zusätzliche Qualität im Training», betonen beide. Und Schär weist auf einen weiteren Faktor hin: «Gewöhnlich trainiere ich mit Männern, von einer Frau gefordert werden, sorgt für ein anderes Gefühl.»

Schär mit (Welt-)Rekordgedanken

Sie baute aber gleichzeitig auch auf vertrauten Männerkooperationen, etwa auf den Intervalleinheiten einmal die Woche mit Altmeister Heinz Frei (auch er startet am Sonntag) und seiner Trainingsgruppe.

Hug wie Schär fühlen sich bereit für grosse Rennen. Schär traut sich gar den Streckenrekord zu – und allenfalls den Weltrekord. Das nötige Selbstvertrauen geben ihr der Weltrekord über 5000 m und der erstmalige Sieg im Handicaprennen gegen die Männer bei Weltklasse Zürich. Die Hochform will sie nutzen und umsetzen. «Ich habe den Streckenrekord im Visier», sagt sie. Allerdings spielen dabei auch Faktoren mit, die sich nicht beeinflussen lassen. Bereits letztes Jahr hegte die 33-Jährige diese Absicht. Regen ab der Streckenhälfte machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

«Diesmal aber sind die Prognosen perfekt», freut sie sich. Und sie denkt noch weiter. «Berlin ist schnell, da ist der Strassenbelag perfekt, da kann es auch in Richtung Weltrekord gehen.» Dies ermöglichen könnte auch ein perfektioniertes Startprozedere, bei dem sich Rennrollstuhlfahrer und Handbiker nicht mehr behindern. Vielmehr sollen sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben. Bei den Männern dürften Rekordambitionen dennoch wegfallen. Die Taktik spielt eine zu grosse Rolle. Die Konkurrenz ist dichter. Und, so Hug, «die ursprüngliche Strecke war für uns Rollstuhlfahrer noch ein Tick schneller». Der Wechsel auf die neue Strecke erfolgte 2003.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.