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Matthew Hoppe - und das historische Schweizer Hoch

Das Bundesliga-Weekend steht im Zeichen eines Amerikaners, Norwegers und Bosniers sowie von vielen Eidgenossen. Nur Ruben Vargas von Augsburg und Edimilson - er war aber nicht im Kader - von Mainz mussten Niederlagen einstecken.

Markus Brütsch
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Ein ganz grosser Tag für Matthew Hoppe: Der 19-jährige Amerikaner erzielte gegen Hoffenheim das 1:0, 2:0 und 3:0.

Ein ganz grosser Tag für Matthew Hoppe: Der 19-jährige Amerikaner erzielte gegen Hoffenheim das 1:0, 2:0 und 3:0.

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So kann es weitergehen: Die 19 in der Bundesliga engagierten Schweizer erlebten ein selten erfolgreiches Wochenende. Der 15. Spieltag brachte nicht nur der fünfköpfigen Kolonie in Mönchengladbach Glück. Nach dem mit grossem Herzen erkämpften 3:2-Sieg gegen die Bayern gehörten am Samstag auch Trainer Gross mit Schalke sowie Sow und Zuber mit Frankfurt zu den Siegern. In Köpenick trennte sich Union mit Trainer Fischer von Wolfsburg mit Torschütze Steffen, Mbabu und Reservist Mehmedi 2:2, im Abendspiel bejubelten dann Bürki und Akanji - sowie aus der Ferne der verletzt abwesende Hitz - in Leipzig einen kapitalen 3:1-Sieg von Dortmund. Am Sonntag schliesslich gewann Stuttgart mit Goalie Kobel in Augsburg mit 4:1. Und Bielefelds Brunner? Er leitete mit einem Einwurf den 1:0-Sieg gegen Hertha ein.

Somit erlitten nur Edimilson (stand bei Mainz allerdings nicht im Kader) und Vargas (Augsburg) Niederlagen. Die aussergewöhnliche Top-Bilanz der Schweizer: 13 siegten, vier spielten unentschieden und zwei verloren. Aber nicht nur die Eidgenossen waren erfolgreich, auch ein Amerikaner, ein Norweger und ein Bosnier sorgten in Deutschland für Schlagzeilen.

Gross beschert Schalke den Befreiungsschlag

Nach dem 0:3 gegen die Hertha war für viele klar: Auch Christian Gross, der neue Trainer aus der Schweiz, kann Schalke nicht mehr helfen. Doch oha lätz! Königsblau besiegte Hoffenheim 4:0 und S04-Fans sprachen einen Tag lang vom FC Schalke 4-0. Zyniker indes spotteten, die Gelsenkirchener seien nicht mal fähig, Tasmania den legendären Rekord zu klauen.

In der Tat: Nach 30 sieglosen Schalker Partien in Folge durften die Tasmanen in ihrem Berliner Klubheim nun darauf anstossen, dass ihr Rekord von 31 Partien ohne Sieg aus der Saison 1965/66 wohl für immer ihnen gehört. «Vieles ist heute für uns gelaufen. Doch das schmälert die Freude nicht», sagte Gross nach dem ersehnten Befreiungsschlag.

Hoppe jüngster Schalker Dreifachtorschütze

Wie ein Phönix ist Matthew Hoppe aus der Schalker Asche gestiegen. Der 19-jährige Kalifornier mit deutschen Wurzeln schoss drei Tore und wurde damit jüngster Dreifachschütze des FC Schalke 04. Doch auch die zuvor abgeschriebenen Harit (ein Tor, drei Assists) und Goalie Fährmann blühen unter Gross auf. Und Neuzugang Kolasinac war der grosse Antreiber.

Haaland besser als der junge Lewandowski

Ein Jahr älter und auch mehrere Schritte weiter als Hoppe ist Erling Haaland. Beim 3:1 in Leipzig war der Dortmunder unwiderstehlich und erteilte den für einmal nicht so kraftvollen Bullen eine Lektion. Der Norweger schoss zwei Treffer und leitete einen ein. Nach 25 Bundesligapartien hat er nun schon 25 Mal getroffen. Weltfussballer Lewandowski hatte beim BVB einst 60 Spiele gebraucht, um diese Marke zu erreichen.

Demirovic mit dem SC Freiburg auf Höhenflug

Nach einer Anpassungszeit dreht Ermedin Demirovic beim SC Freiburg auf. Beim 5:0 gegen Köln schoss der vormalige St. Galler ein Tor und gab zwei Assists. «Der Trainer hat mir Mut zugesprochen, das hat mir geholfen», sagte der Bosnier. Erstmals in der Klubgeschichte haben die Freiburger in der Liga fünf Mal hintereinander gewonnen. Nun gehts zu den Bayern.

Sow findet bei Frankfurt wieder in die Spur

Nach einem monatelangen Formtief und vielen Spielen auf der Ersatzbank ist der Schweizer Nationalspieler Djibril Sow bei Eintracht Frankfurt wieder der alte und unbestrittener Stammspieler. Der Aufbauer ist mit einer Top-Speed-Marke von 34,11 Stundenkilometern teamintern der Drittschnellste, und wenn er 90 Minuten auf dem Platz stand, war er immer der laufstärkste Frankfurter. Seine Bestleistung: 12,99 Kilometer.

Elvedi meldet Weltstar Lewandowski ab

Auch sein Natikollege Nico Elvedi ist in Form. Gegen die Bayern spielten zwar auch die Landsleute Sommer, Zakaria und Embolo (Lang war Ersatz) gut, aber Elvedi ragte gegen Lewandowskis heraus - der Pole traf nur vom Penaltypunkt. In der finalen Abwehrschlacht wuchs Elvedi zum Turm.