«Ich wollte nie gewöhnlich sein»

Der Singer/Songwriter Bastian Baker lockte am Wochenende vor allem Mädchen auf den Schaffhauser Herrenacker. Doch auch ältere Zuhörerinnen hofften beim Song «I'd sing for you», er singe für sie.

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Der Singer/Songwriter Bastian Baker lockte am Wochenende vor allem Mädchen auf den Schaffhauser Herrenacker. Doch auch ältere Zuhörerinnen hofften beim Song «I'd sing for you», er singe für sie.

Aus dem Schwärmen kommt man wohl nie raus, egal wie alt man ist. Dieses Fazit zog so manches Mädchen, das die Pubertät nun doch schon vor einigen Jahren hinter sich gebracht hat, während es am Freitag mit vielen anderen auf dem Schaffhauser Herrenacker der Musik lauschte. Der Musik von Bastian Baker, einem 21jährigen Lausanner mit strahlenden Augen und einem «Wahnsinnslächeln», wie seine Fans auf Facebook finden. «Du bist einfach wundergeil und echt sweet!», schreibt Eliane an seine Pinnwand. Und Fabienne meint: «Er ist einfach Hammer und sexy! Je t'aime Bastian Baker!» Gefolgt von vielen kleinen Herzen.

Auch im realen Leben klingt es nicht anders: «De isch so herzig», sagt eine Frau Mitte zwanzig, die mit ihrer Freundin das «festival» in Schaffhausen besucht. Bastian selbst kann das grosse Interesse an seiner Person manchmal nicht ganz nachvollziehen. Bescheiden sagt er: «Ich sehe mich nicht als Star, sondern als Künstler. Dieser Rummel ist einfach ein Teil meines Berufs. Die Musik hat jedoch oberste Priorität. Das muss man sich immer wieder bewusst machen, um nicht abzuheben.»

Beinahe einen Unfall verursacht

Bastians Musikkarriere begann vor rund eineinhalb Jahren. «Wir hatten den Song <Lucky> damals an verschiedene Radiosender geschickt. Etwa eine Woche später fuhr ich im Auto, als plötzlich zwischen einem Lied von Rihanna und einem von Lady Gaga mein Song gespielt wurde. Ich verursachte beinahe einen Unfall, so überrascht war ich», erinnert sich Bastian.

Seither gewann der Romand einen Swiss Music Award sowie eine goldene Schallplatte und ist fast pausenlos unterwegs. In der vergangenen Woche besuchte er die Schweizer Athleten an den olympischen Sommerspielen in London. Direkt vom Zürcher Flughafen ging's weiter nach Schaffhausen und nur einen Tag später stand er am Thunfest auf der Bühne. «Ich mag es, unterwegs zu sein und Neues zu erleben. Ich wollte nie gewöhnlich sein. Aber es ist auch schön, nach Hause zu kommen, mit der Familie und Freunden ein BBQ zu veranstalten und in den See zu springen.»

Sport gegen die Nervosität

«Vor Konzerten bin ich jeweils ziemlich aufgeregt, obwohl die Musik inzwischen vom Hobby zum Beruf geworden ist», erklärt Bastian. Um die Nervosität in den Griff zu bekommen, mache er Liegestütze oder renne ein wenig herum. Das helfe, doch in ein paar Wochen sei seine Festival-Tour sowieso zu Ende. Dann werde er sich mit den Vorbereitungen für sein zweites Album befassen. Die Texte liegen Bastian dabei besonders am Herzen. «Ich schreibe nur dann einen Text, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe», sagt er. Ansonsten lasse er es lieber bleiben, denn seine Songs sollen berühren. Manchmal entstünden die Texte aus Erlebnissen, manchmal seien es reine Phantasien.

Fürs nächste Jahr sei wieder eine Tournée geplant, sagt Bastian. «Wenn es so weit ist, komme ich bestimmt auch zu euch in den Thurgau.» Dann können die Mädchen im Kanton hoffen, dass er für sie singt, wenn es im Refrain heisst: «I'd sing for you». Auch wenn Bastian ganz genau weiss, für wen er singt: «Für die Musik. Sie ist vermutlich die einzige Liebe, die ein Leben lang andauert. Sorry.»

Stephanie Martina