«Ich verlasse den Club im Guten»

Dzengis Cavusevic hat für die nächsten zwei Jahre beim FC Zürich unterschrieben. Der langjährige Stürmer des FC St. Gallen hätte gerne seine Karriere bei den Ostschweizern beendet. Er sagt, er sei zum Schluss gekommen, dass er eine Veränderung brauche.

Christian Brägger
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Dzengis Cavusevic Neuer Stürmer FC Zürich (Bild: Ralph Ribi)

Dzengis Cavusevic Neuer Stürmer FC Zürich (Bild: Ralph Ribi)

Herr Cavusevic, verlassen Sie den FC St. Gallen im Zorn?

Dzengis Cavusevic: Es fällt mir schwer, von St. Gallen wegzugehen. Ich hatte mir ausgemalt, meine Karriere hier zu beenden. Nun ist es anders gekommen, aber das gehört zum Fussball. Ich war im Club nicht mehr so wichtig wie früher. Nun hat mir der FC Zürich eine neue Chance offeriert. Ich musste kurz überlegen und spürte, dass dieser Verein gut für mich sein kann.

Sind Sie traurig?

Cavusevic: Einerseits bin ich traurig, ja. Aber das ist normal, ich hatte vier schöne Jahre hier. Andererseits kann ich jetzt etwas Neues beginnen, es gibt nun neue Ziele für mich.

Unter Trainer Jeff Saibene waren Sie Stammspieler. Unter Coach Joe Zinnbauer nicht. Wie war das?

Cavusevic: Es ist für einen Fussballer nicht schön, wenn er nicht spielt und wenn er spürt, dass er nicht wichtig ist fürs Team. Jeder Coach hat seine Meinung, auch Zinnbauer. Das habe ich akzeptiert. Ich war kein Lieblingsspieler von Joe und passte wohl nicht in sein Ballbesitz-System. Deswegen bin ich ihm nicht böse. Ich verlasse den Club im Guten.

Wann spürten Sie, dass die Zeit in St. Gallen zu Ende geht?

Cavusevic: Im vergangenen halben Jahr habe ich sehr wenig gespielt. Ich habe meine Situation in den Ferien analysiert und bin zum Schluss gekommen, dass mir eine Luftveränderung wahrscheinlich gut tut.

Wie viel hat Zürich für Sie bezahlt?

Cavusevic: Ganz ehrlich, ich weiss es wirklich nicht.

Danijel Aleksic war Ihr Freund in St. Gallen. Wie hat er auf Ihren Weggang reagiert?

Cavusevic: Er wusste, dass ich nicht zufrieden bin. Und dass ich nicht die Person bin, die einfach auf den Lohn wartet. Danijel ist glücklich für mich, dass ich einen neuen Verein gefunden habe. Aber vermutlich ist er schon enttäuscht, dass ich ihn verlasse. Doch es hätte ja auch umgekehrt sein können. Wir werden in Kontakt bleiben.

Im Winter hätten Sie nach Korea wechseln können. Damals untersagte St. Gallen einen Wechsel.

Cavusevic: Was war, ist vorbei und musste so sein. Zurückschauen nützt nichts. Ich fokussiere mich auf den FC Zürich.

St. Gallen hat Ihnen auch viel gegeben und trotz zweier Kreuzbandrisse die Verträge verlängert.

Cavusevic: Das werde ich dem Club niemals vergessen. Ich war nach der Verletzung nicht mehr derselbe, die Rückkehr war nicht einfach. Doch ich kam zurück.

Was erhoffen Sie sich in Zürich?

Cavusevic: Zürich ist kein Rückschritt – gerade in meiner Situation. Vor allem ist es kein Challenge-League-Club. Wir müssen nun sofort in die Super League zurück. Mein Motto ist es, immer alles zu geben. Doch ich muss mich hier zuerst beweisen. Mit Trainer Uli Forte hatte ich gute Gespräche, eine Stammplatzgarantie habe ich nicht. Aber ich habe es selbst in der Hand.