«Ich sehe grosses Potenzial»

Der ehemalige Schweizer Nationalspieler und neue Headcoach der Weinfelder 1.-Liga-Mannschaft, Gian-Marco Crameri, will seine Spieler vor allem im mentalen Bereich weiterbringen. Heute hat der SCW mit Chur einen starken Gegner.

Ralf Rüthemann
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Gian-Marco Crameri trainiert auch die Frauen-Nationalmannschaft. (Bild: pd)

Gian-Marco Crameri trainiert auch die Frauen-Nationalmannschaft. (Bild: pd)

Herr Crameri, was ist Ihre Motivation, die 1.-Liga-Mannschaft des SC Weinfelden zu coachen?

Gian-Marco Crameri: Ich habe den SC Weinfelden schon gekannt. Denn ich spielte mit St. Moritz bereits in der 2. Liga gegen Weinfelden. Zudem habe ich die Entwicklung der beiden Weinfelder Zuzüge aus St. Moritz, Adrian Kloos und Marco Tosio, genau mitverfolgt. Hauptsächlich reizt mich diese Aufgabe, weil die Mannschaft Qualität hat und momentan in der Tabelle schlechter plaziert ist, als möglich wäre. Ich sehe grosses Potenzial und gute Möglichkeiten, mich hier einzubringen.

Der Club teilte mit, dass Sie das Team befristet bis Ende dieser Saison trainieren werden. Ist eine längerfristige Arbeit beim SCW für Sie keine Option?

Crameri: Nun, ich wohne in St. Moritz, arbeite zu 100 Prozent im Engadin als Versicherungsberater und bin auch noch Trainer des Frauen-Nationalteams. Deshalb habe ich mit der Clubleitung abgemacht, dass ich bis Ende Saison bleibe. Ich will das Bestmögliche aus der Mannschaft herausholen. Ich schliesse allerdings nichts aus. Aber ich bin nicht jemand, der schon so früh die nächste und übernächste Saison plant.

Woran wollen Sie mit dem SC Weinfelden am meisten arbeiten?

Crameri: Ich habe die Mannschaft bereits am Mittwoch gegen Bellinzona beobachtet und am Samstag gegen Biasca schon teilweise gecoacht. Es hat bereits einige Umstellungen gegeben, und ich muss sagen, die Spieler haben das schon gut umgesetzt. Am meisten Potenzial sehe ich im mentalen Bereich. An spielerischen Qualitäten fehlt es überhaupt nicht. Jetzt ist es wichtig, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen und eine Konstanz zu schaffen. Und wir müssen auch defensiv stabiler werden.

Als ehemaliger NLA-Profi und Nationalspieler sind Sie an andere Dimensionen gewöhnt. Vermissen Sie die grosse Bühne?

Crameri: Nein, ich hatte ja auch anderes erlebt, bevor ich in der NLA spielte. Und nach meiner Profikarriere machte ich als Spielertrainer in tieferen Ligen weiter. Mir geht es nicht um die grosse Bühne. In meiner Karriere habe ich schon alles erreicht, was ich erreichen wollte. Jetzt geht es mir darum, andere Leute im Eishockey weiterzubringen.

Können Sie sich vorstellen, eines Tages als Trainer in die NLA zurückzukehren?

Crameri: Das ist momentan nicht mein primäres Ziel, aber möglich wäre es schon. Trainer in der NLA zu sein, ist auch etwas völlig anderes, denn dort spielen gestandene Profis. Ich bin momentan eher ein Ausbildner.