«Ich hatte nur noch einen Gang»

In der Flèche Wallonne in Belgien hatte Jolanda Neff Pech. Im wichtigsten Rad-Strassenrennen der Frauen neben der WM hatte die St. Galler Mountainbike-Spezialistin Defekt, als sie in der Spitzengruppe fuhr. Die 22jährige Thalerin belegte schliesslich mit knapp drei Minuten Rückstand den 28. Platz.

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Jolanda Neff Ostschweizer Radprofi (Bild: Coralie Wenger)

Jolanda Neff Ostschweizer Radprofi (Bild: Coralie Wenger)

In der Flèche Wallonne in Belgien hatte Jolanda Neff Pech. Im wichtigsten Rad-Strassenrennen der Frauen neben der WM hatte die St. Galler Mountainbike-Spezialistin Defekt, als sie in der Spitzengruppe fuhr. Die 22jährige Thalerin belegte schliesslich mit knapp drei Minuten Rückstand den 28. Platz.

Weshalb fielen Sie zurück?

Rund zwanzig Kilometer vor dem Ziel riss bei meinem Velo ein Schaltkabel. Ich hatte deshalb nur noch einen Gang. Während zehn Kilometern konnte ich trotz dieses Handicaps noch mithalten, aber in der zweitletzten Steigung kam ich nicht mehr mit. Für den Anstieg war der Gang viel zu gross.

Wie gross war die Enttäuschung?

Ich war sehr frustriert. Ich genoss das Rennen auf der herausfordernden Strecke. Zudem durfte ich erstmals die Erfahrung machen, mittels Funk mit dem Mannschaftswagen verbunden zu sein. Das war sehr interessant.

Was wäre für Sie möglich gewesen ohne den Defekt?

Es lief mir die ersten hundert Kilometer gut, bis mich das Material im Stich liess. Ich bin in Form. Das zeigte der sechste Platz bei meinem ersten Weltcupeinsatz auf der Strasse Ende März in Italien. Aber es ist immer schwierig, auf solche Fragen eine Antwort zu geben. Diese Antwort hätte ich natürlich lieber im Rennen gegeben. Aber ich denke, es wäre schon einiges möglich gewesen.

Ihr Fokus gilt weiterhin dem Mountainbike. Was bringen Ihnen Einsätze auf der Strasse?

Jedes Rennen macht dich besser. Die Erfahrung, die ich auf den Strassen in Italien und Wallonien sammeln durfte, wird mich auch im Mountainbike-Sport weiterbringen. Zudem war es emotional ausgesprochen schön, die Flèche Wallonne zu bestreiten. Das ist ein Rennen mit einer grossen Tradition und einer einzigartigen Ambiance vor sehr vielen Zuschauern.

Wie geht es für Sie weiter auf der Strasse?

Jetzt konzentriere ich mich wieder auf den Mountainbike-Sport. Am Sonntag bestreite ich in Tesserete einen weiteren Wettkampf im Swiss Cup gegen starke Konkurrenz. Wenn es der Terminkalender aber zulässt, bestreite ich im Sommer vielleicht ein weiteres Strassenrennen mit dem italienischen Team Servetto Footon. Ich versuche, mich für die Strassen-WM in den USA zu qualifizieren.

Was sagt Ihr Hauptsponsor Stöckli zum «Fremdgehen»?

Stöckli hatte nichts dagegen. Ich fuhr die Flèche Wallonne mit einem Rennvelo von Stöckli. Der Mountainbike-Weltcup beginnt ja erst in einem Monat. (dg)