«Ich habe Roger Federer vertraut»

Seit René Stammbach 2006 Präsident des nationalen Verbands Swiss Tennis geworden ist, träumte er vom Titelgewinn der Schweiz im Daviscup. Wie erleichtert sind Sie nun?

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Seit René Stammbach 2006 Präsident des nationalen Verbands Swiss Tennis geworden ist, träumte er vom Titelgewinn der Schweiz im Daviscup.

Wie erleichtert sind Sie nun?

Zwar habe ich selber nicht viel zu diesem Triumph beigesteuert, doch fühle ich mich im Moment sehr glücklich. Acht Jahre lang habe ich darauf hingearbeitet.

Was war der wichtigste Schritt zur Vollendung der Mission?

Wir bauten mit unseren aktuellen Spielern eine Basis des Vertrauens auf. Stan Wawrinka stellt sich ja seit jeher fast unbedingt hinter den Daviscup. Roger Federer gab ich zu verstehen, dass es uns nichts ausmacht, wenn er nicht am Daviscup teilnimmt. Schliesslich hat er für das Schweizer Tennis auch einen enormen Wert, wenn er auf der ATP-Tour so grossartig spielt.

Aber heute sind Sie sehr froh, dass sich Federer in diesem Jahr ganz dem Daviscup verschrieben hat, oder?

Ja, klar. Dieser Triumph fühlt sich unbeschreiblich an. Innert weniger Minuten habe ich Hunderte von Glückwünschen erhalten aus allen Ecken der Welt. Die Welt nimmt Kenntnis von diesem Schweizer Sieg. Die Bedeutung des Daviscups ist riesig.

Hatten Sie nach vielen Jahren mit zahlreichen Fehlversuchen noch daran geglaubt?

Ja, ich habe den Glauben daran nie verloren. 2010, nach der 0:5-Niederlage in der Relegationsrunde gegen Kasachstan, habe ich zwei Stunden lang persönlich mit Federer gesprochen und ihn von einer regelmässigen Teilnahme am Daviscup überzeugen wollen. Er sagte mir damals, dass ich Geduld haben solle und die Zeit schon noch kommen werde, in der er für das Schweizer Daviscup-Team da ist. Ich habe ihm vertraut.

Und nun können Sie feiern, heute gegen 16 Uhr wird das Team in Lausanne, Wawrinkas Heimat, festlich empfangen. Eine Hommage von Ihnen an Stan Wawrinka?

Mehr eine Hommage von Roger Federer an Stan Wawrinka. Er war es, der auf den Standort Lausanne beharrt hatte.

Lässt sich der Wert des Daviscup-Triumphs auch materiell beziffern?

Am Ende des Jahres sollten wir als Verband dadurch unter dem Strich rund zwei Millionen Franken erwirtschaftet haben. Wir planen zudem, mit dem Pokal eine Tour de Suisse bei interessierten Tennisclubs, Unternehmen und Sponsoren zu veranstalten und damit auch Geld zu generieren. (mat)