«Ich habe gelb-blaues Blut in den Adern»

Mit der Pokalübergabe nach dem Finalspiel endet heute nachmittag die 26jährige Regentschaft von Fredi Pargätzi am Spengler Cup. An seinem zweitletzten Arbeitstag erinnert sich der langjährige Turnierchef an zahlreiche Anekdoten während seiner Amtszeit.

Hansruedi Camenisch/Davos
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Fredi Pargätzi Abtretender Turnierchef (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

Fredi Pargätzi Abtretender Turnierchef (Bild: ky/Gian Ehrenzeller)

EISHOCKEY. «Der Spengler Cup ist meine Passion. Er begleitet mich 365 Tage im Jahr, seit bald 50 Jahren», sagt der abtretende Turnierchef Fredi Pargätzi. Er erinnere sich noch genau, wie er 1968 als 15-Jähriger als Teambetreuer die Mannschaft von Lokomotive Moskau begleiten durfte. Ein Jahr später gab er gegen ebendieses Team sein Spengler-Cup-Début als Spieler.

Ein weiterer Meilenstein folgte 1990. Damals betraute ihn Werner Kohler, der damalige Präsident des HC Davos, mit der Aufgabe der Leitung des Spengler Cups. «Es herrschten ziemlich schwierige Umstände. Im Verein gab es Querelen», sagt Pargätzi. «Davos stieg damals in die 1. Liga ab. Der Spengler Cup musste deshalb erstmals seit langer Zeit ohne Davos als Turnierteam auskommen», so Pargätzi. «Dafür trat Kloten an, mit Slawa Bykow und Andrei Chomutow als Verstärkungsspieler. Die beiden russischen Superstars am Spengler Cup zu haben, bleibt für mich als Eishockey-Enthusiast ein unvergessliches Erlebnis.» Zu Bykow habe er noch heute sehr gute Kontakte. Zahlreiche Freundschaften sind es generell, die Pargätzi rückblickend hervorhebt.

Harte Verhandlungen

In all seinen Präsidialjahren hat Pargätzi aber auch viele harte Verhandlungen geführt. Und schlaflose Nächte erlebt, wie vor der Einführung des neuen Modus im Juli 2010, der sich längst als Volltreffer erwiesen hat. Oder der Turnierboss zitterte, als Sturm Lothar die Landung ausländischer Mannschaften auf dem Flughafen gefährdete. «Aber die Begeisterung vieler Menschen für den Spengler Cup, die internationale Anerkennung für das Turnier und das hochkarätige Eishockey haben mich in meiner Arbeit bestärkt», sagt er. Für Pargätzi stand und steht der Sport am Spengler Cup immer im Mittelpunkt. Massiv veränderte sich in den 26 Jahren das Umfeld. «Der finanzielle Gewinn aus dem Turnier wurde seit 1990 etwa 20mal grösser», vergleicht Pargätzi.

Die Spiele lässt sich Pargätzi nie entgehen. Gestern nachmittag verfolgte er das Spiel zwischen dem Team Canada und Davos. Er freut sich über die «gute, fröhliche und freundliche Stimmung im Stadion. Und natürlich fliesst gelb-blaues Blut durch meine Adern». Gelb und Blau sind die Clubfarben des HC Davos. Mit Genugtuung konstatiert Pargätzi den insgesamt «sehr guten sportlichen Gehalt und die anhaltende Spannung in praktisch allen Partien». Die Coaches hätten zwar aus taktischer Optik keine helle Freude daran, dass insgesamt sehr viele Tore fielen, umso mehr hingegen die Zuschauer.

Das NHL-All-Star-Team 2012

Viele grosse Clubs mit prominenten Spielern haben im vergangenen Vierteljahrhundert am Spengler Cup begeistert. «Zu meinen Anfangszeiten war es zum Beispiel Färjestad. Dann aber auch ZSKA Moskau mit der Trainerlegende Viktor Tichonow an der Bande», sagt Pargätzi. Aus der jüngeren Zeit werde er jenes Team Canada bestimmt nie mehr vergessen, das 2012 den Spengler Cup gewann. «Wegen oder aus meiner Optik dank des Lockouts in der NHL trat damals geradezu ein kanadisches NHL-Allstar-Team am Spengler Cup an. Ich weiss nicht, ob es so was je nochmals geben wird.»

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