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Top-Speerwerfer Thomas Röhler: «Ich bleibe dabei: 100 m sind möglich»

Am Luzerner Meeting vom Montag hätte es zum Speerwurf-Revancheduell des letztjährigen Duells Vetter vs. Röhler kommen sollen. Weil Weltmeister Johannes Vetter verletzt forfait geben muss, konzentriert sich nun alles auf Thomas Röhler.
Turi Bucher
Deutscher Spitzen-Speerwerfer: der 26-jährige Thomas Röhler.

Deutscher Spitzen-Speerwerfer: der 26-jährige Thomas Röhler.

Vor eine Jahr reiste der deutsche Thomas Röhler als Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016 als absolute Topnummer nach Luzern. Sein Landsmann Johannes Vetter stahl ihm dann aber auf der Allmend die Show, erreichte mit seinem 94,44-m-Wurf die zweitbeste weltweit je geworfene Weite und wurde in der Folge in London auch gleich noch Weltmeister. Röhler selber schaffte in Luzern eine Weite von 89,45 m.

Zum Vergleich und zur Erinnerung: Der Weltrekord wird vom Tschechen Jan Zelezny gehalten und ist aus dem Jahr 1996 mit 98,48 m notiert. Und gleich noch ein Vergleich: Der Schweizer Rekord liegt bei 82,07 m, gehört dem Winterthurer Stefan Müller und datiert aus dem Jahr 2006.

Zum Zweikampf Röhler-Vetter hätte es in Luzern auch an diesem Montag wieder kommen sollen. Doch Vetter musste sich verletzt abmelden, fehlt auch am kommenden Freitag beim Diamond-League-Meeting im marokkanischen Rabat. «Wir werden uns in zwei Wochen an den Deutschen Meisterschaften wieder duellieren», sagte der 26-jährige Röhler am Samstag auf dem Bürgenstock, wo die Veranstalter des Luzerner Meetings zur Pressekonferenz eingeladen hatten.

Röhler war schon am Freitag zusammen mit seiner Partnerin Lucia aus Jena per Flugzeug via Zürich in die Innerschweiz gereist, nachdem er vor einem Jahr die hiesigen landschaftlichen Reize kennen gelernt hatte. «Ich habe eine intesive Trainigsphase hinter mir», sagt Röhler, «in Luzern kann ich nun aber so richtig befreit zum Wettbewerb antreten.» Luzern ist für Röhler somit auch ein Testwettbewerb vor dem grossen Auftritt an den Europameisterschaften in Berlin (6. bis 12. August). Er lasse sich am Montag, so Röhler weiter, sozusagen von sich selber überraschen, «Speerwerfen ist eine unberechenbare Disziplin, es kann immer einen Wurf über 90 Meter geben.»

Psychologische, aber keine physikalische Barriere

Röhler, der mit Bachelor-Diplom studierte Sport- und Wirtschaftswissenschafter, behauptete vor einem Jahr und vor dem Meeting in Luzern, dass ein Speerwurf bis 100 Meter und darüber möglich sei. Doch seit Vetters Luzerner 94,44-m-Sensation hat keiner mehr weiter geworfen. Die 100 m als Speerweite also doch nur eine Utopie? Röhler: «Ich bleibe dabei: Die 100 Meter sind möglich. Ich glaube, es sind viel mehr psychologische, mentale Barrieren, die einen solchen Wurf bisher verhindert haben. Aus physikalischer Sicht ist ein Wurf über 100 Meter sicher möglich.»

Zwischendurch, nur so zum Plausch, wirft Röhler im Training übrigens auch mal ein Zündholz. Das fliegt dann 32 Meter weit. Hier gibt es zwar keine offiziellen Vergleichswerte, aber: Versuchen Sie’s selber mal ...

Röhler, der 1,91 m grosse und 82 Kilo schwere Athlet, brilliert in seiner Disziplin vor allem durch seine Beweglichkeit und durch seine Technik. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 93,90 m, welche er 2017 in Doha erzielte. Seine aktuelle Jahrebestweite, 91,78 m, stammt ebenfalls vom Meeting in Doha. So sieht Röhlers Speer-Entwicklung der vergangenen Jahre aus:

  • 2010 76,37 m
  • 2011 78,20 m
  • 2012 80,79 m
  • 2013 83,95 m
  • 2014 87,83 m
  • 2015 89,27 m
  • 2016 91,28 m
  • 2017 93,90 m
  • 2018 91,78 m

Die Auflistung verdeutlicht, dass morgen in Luzern ein Röhler-Speer sehr weit fliegen kann, nicht über 100, aber durchaus über 90 Meter.

Bis es soweit ist im Luzerner Leichtathletik-Stadion, will Röhler die Innerschweizer Landschaft geniessen. Trotz Fussball-WM am TV. «Ich sehe zwar grundsätzlich gerne guten Sport, aber wenn ich schon hier bin, ziehe ich die Natur und einen Ausflug in die Stadt Luzern dem Fussball vor.» Partnerin Lucia wird das gerne lesen.

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