Hussein fehlt der Schwung

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Enttäuschung für Kariem Hussein in Luzern: Er bleibt eine Sekunde hinter seiner Saisonbestzeit. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Enttäuschung für Kariem Hussein in Luzern: Er bleibt eine Sekunde hinter seiner Saisonbestzeit. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Leichtathletik Am Spitzenmeeting in Luzern wird der frühere Europameister Kariem Hussein über 400 m Hürden nur Sechster. Lea Sprunger gewinnt den 200-m-Sprint.

Mit 49,79 Sekunden blieb Kariem Hussein gleich um eine Sekunde über der am vergangenen Donnerstag in Lausanne erzielten persönlichen Saisonbestleistung. «Ich hatte mich gut gefühlt. Aber hinten heraus lief ich nicht konsequent genug», sagte der 28-jährige Thurgauer Hussein. «Wenn du den Schwung nicht schön mitnimmst, dann braucht es viel Kraft. Und ich hatte ein paar Hürden, die ich nicht gut lief. Dann musst du immer wieder investieren. Aus Niederlagen lernst du jedoch am meisten.» Der Sieg über 400 m Hürden ging in 48,85 an den Amerikaner Quincy Downing.

Lea Sprunger und Petra Fontanive waren in Luzern für Schweizer Siege im Hauptprogramm verantwortlich. Mit 22,97 Sekunden entschied Sprunger über 200 m den mit viel Spannung erwarteten Schweizer Vergleich mit Mujinga Kambun­dji für sich. Kambundji erreichte 23,05 Sekunden und wurde Dritte. «Es war ein sauberes Rennen», sagte Sprunger, deren Spezialdisziplin die 400 m Hürden sind. «Eine Zeit unter 23 Sekunden ist immer gut. Ich bin froh, dass ich gewinnen konnte. Das war sehr wichtig.» Auch Kambundji zog ein positives Fazit: «Es war ein sehr guter Lauf, besser als in Lausanne.» Dort gelang ihr mit 22,82 Sekunden eine Saisonbestleistung. Fontanive siegte über 400 m Hürden in 54,74 Sekunden vor der Jamaikanerin Janieve Russell. Die 28-Jährige, die Ende Saison aufhört, lief zum zweiten Mal in ihrer Karriere unter 55 Sekunden.

Deutscher mit einem überragenden Speerwurf

Der Deutsche Johannes Vetter realisierte eine Jahresweltbestleistung und avancierte mit 94,44 m zum zweitbesten Speerwerfer hinter dem tschechischen Weltrekordhalter Jan Zelezny. Das Speerwerfen der Männer hatte sich als herausragender Wettkampf auf der Luzerner Allmend angekündigt, dank Vetter wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Der 24-jährige deutsche Meister zeigte fünf Würfe der Superlative. Bereits mit den ersten drei Versuchen hatte er jeweils die 90-Meter-Marke gemeistert, ehe er mit dem vierten die bisherige Jahresbestweite seines Landsmanns Thomas Röhler, aufgestellt Anfang Mai in Doha, um 54 Zentimeter übertraf.

«Ich weiss auch nicht, was mich da geritten hat. Das ist ein abartiger Tag.» Vetter konnte seine überragende Vorstellung selbst kaum fassen. Bereits mit dem ersten Versuch habe er eigentlich sein Saisonziel, erstmals in seiner Karriere eine Weite über 90 m zu realisieren, erreicht gehabt.

Fünf Tage nach ihrem Sieg in Lausanne setzte sich Sharika Nelvis aus den USA auch in Luzern gegen namhafte Konkurrenz durch. Bei Gegenwind gewann sie in 12,67 Sekunden über 100 m Hürden souverän vor Sally Pearson. Die nach Verletzungen erstarkte Australierin, ihres Zeichens Olympiasiegerin 2012 und Weltmeisterin 2011, hatte sich am Sonntag in London auf höchster Stufe als Zweite hinter Kendra Harrison noch unmittelbar vor Nelvis klassiert. (sda)