Salomé Kora trainiert nun auf dem Hometrainer statt in der Halle: «Wir müssen kreative Lösungen finden»

Vor den Olympischen Spielen in Tokio berichten Ostschweizer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler für tagblatt.ch regelmässig über ihre Vorbereitungen für den Grossanlass im Sommer. Die 25-jährige Leichtathletin Salomé Kora berichtet über die Ungewissheit, ob die Sommerspiele überhaupt stattfinden und neue Trainingsmethoden.

Raya Badraun
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Die Schweizer Spitzenleichtathletin Salomé Kora

Die Schweizer Spitzenleichtathletin Salomé Kora

Urs Bucher

Die Schweiz steht still und mit ihr auch die Sportwelt. Für manche Athleten ist die Saison bereits beendet, Meisterschaften wurden abgebrochen, ganze Teams stehen unter Quarantäne. In der Leichtathletik und anderen Sommersportarten hingegen ist noch vieles ungewiss. Von Freunden und Bekannten werde ich immer wieder auf die Olympischen Spiele angesprochen: Werden diese am 24.Juli eröffnet – oder doch abgesagt?

Eine Absage ist möglich

Ich vertraue darauf, dass das Olympische Komitee die richtige Entscheidung trifft, und bleibe optimistisch. Eine Absage ist jedoch möglich. Das liegt nicht nur an der steigenden Zahl der Infizierten, sondern auch an den abgesagten Qualifikationswettkämpfen und der Vorbereitung von uns Sportlern.

Nach der Entscheidung des Bundesrats, den Notstand auszurufen, ist ein normales Training nicht mehr möglich. Es steht nun auch fest, dass unser Trainingslager in der Türkei abgesagt ist. Wie wir in den kommenden Wochen trainieren werden, ist noch offen. Das Athletik Zentrum in St.Gallen ist geschlossen und Einheiten in Gruppen, wie wir sie bis jetzt absolviert hatten, sind nicht mehr erlaubt. Wir wussten zwar, dass dies so kommen könnte, aber wenn es dann plötzlich feststeht, ist es nochmals etwas anderes. Nun müssen wir kreative Lösungen finden.

Lohnt sich der ganze Aufwand noch?

Immer wieder drängt sich bei mir eine Frage auf: Lohnt sich der ganze Trainingsaufwand noch? Denn: Wird es in diesem Jahr überhaupt eine Leichtathletiksaison geben? Ich schiebe diese Gedanken jeweils auf die Seite. Sie bringen nichts. Stattdessen trainiere ich immer noch wie eine Verrückte – auch wenn nicht mit den klassischen Methoden. Doch auch Hometrainer und Yogamatten können einen Richtung Ziel bringen.

In meiner bisherigen Karriere hat es sich immer bewährt, Dinge, die sich nicht ändern lassen, zu akzeptieren. Denn meist passieren sie, weil etwas Besseres folgen wird. Wenn also die Sportanlagen geschlossen sind, dann kann ich im Training den Fokus auf Dinge legen, die sonst zu kurz kommen, mich aber weiter bringen. Und wenn die Spiele verschoben werden, dann ist es vielleicht, weil sie zu einem anderen Zeitpunkt noch besser werden.