Holländer setzt den Schlusspunkt

RADQUER. David van der Poel setzt sich beim letzten Radquer von Bussnang gegen die Schweizer Elite durch. Lokalmatador Ralph Näf wird nach einer starken Aufholjagd eine Woche vor den Schweizer Meisterschaften Siebter.

Urs Huwyler
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Um 16.30 Uhr war's am Berchtoldstag beim Radquer in Bussnang soweit. OK-Präsident Urs Huggel deckte hinter dem Siegerpodest bei Dauerregen und aufziehender Kälte letztmals die Sponsorenwand ab. Wehmut kam in jenem Moment nicht auf. «Jetzt habe ich genug», meinte Idealist Huggel nur, während auf der Zielgeraden die Traktoren mit den Helfern vorfuhren. Anderthalb Stunden vor dem Hauptrennen hatte es publikumsfeindlich zu regnen begonnen. «So wenige Zuschauer hatten wir noch nie», musste Urs Huggel enttäuscht feststellen.

Favorit setzt sich am Ende durch

Lukas Winterberg fuhr während drei Vierteln der Distanz alleine vorne weg. Der Holländer David van der Poel hielt sich nach dem Sieg am Neujahrstag in Luxemburg anfangs noch zurück, schloss jedoch zwei Runden vor Schluss zum Leader auf. Vor der Abfahrt und den Laufpartien übernahm die Nummer 18 der Weltrangliste die Führung und kontrollierte auf den letzten zwei Kilometern das Geschehen.

Damit setzte der prominenteste Fahrer der Bussnanger Radquer-Geschichte den Schlusspunkt. Vater Adrie van der Poel war Quer-Weltmeister und Vizeweltmeister auf der Strasse. Der zweifache Tour-de-France-Etappensieger war in Bussnang als Mechaniker für seinen 23jährigen Sohn dabei.

Lokalmatador Ralph Näf (Happerswil) verlor als Siebter 82 Sekunden auf den Sieger. Der Start aus dem hinteren Teil des Feldes – der Thurgauer hatte letzte Saison keine Querrennen bestritten und damit keine Punkte errungen – erwies sich auf dem tiefen Boden als Nachteil. «Ich habe viel investieren müssen, um nach vorne zu kommen», erklärte der kämpferisch überzeugende Näf.

Aufholjagd kostet zu viel Kraft

Dass Schweizer Meister und Teamkollegen Lukas Flückiger zu Beginn für Tempo sorgte, kam dem einheimischen Biker kaum entgegen. Unter dem Strich dürfte die kräfteraubende Aufholjagd auf dem tiefen Boden Ralph Näf zwei Ränge gekostet haben. Arnaud Grand und Flückiger lagen in Reichweite. «Um ganz an die Spitze und damit aufs Podest zu kommen fehlen mir noch einige Prozente», analysierte der dreifache Familienvater eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen in Aigle selbstkritisch. Im Kampf um die Medaillen dürften die Dominatoren von Bussnang nicht nur dabei, sondern mittendrin sein.