HOFFNUNG: Beat Feuz hakt Enttäuschung ab

Beat Feuz hinterlässt im nach 30 Fahrern abgebrochenen Abschlusstraining für die morgige WM-Abfahrt hinter dem überlegenen Österreicher Vincent Kriechmayr einen starken Eindruck.

David Bernold/sda
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Beat Feuz in perfekter Haltung während des Abfahrtstrainings. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Beat Feuz in perfekter Haltung während des Abfahrtstrainings. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

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Das Abschlusstraining in St. Moritz wurde zur Geduldsprobe. Nach 24 Fahrern war das Training wegen Nebels im oberen Streckenteil ein erstes Mal für beendet erklärt, nach einer längeren Pause aber noch einmal aufgenommen worden. Nach weiteren sechs Fahrern, unter ihnen Nils Mani, war dann aber kurz vor 16 Uhr endgültig Schluss. Wegen des Abbruchs wurde für die Männer auf heute morgen eine weitere Trainingseinheit angesetzt. Die Fahrer werden oberhalb des Ziels abschwingen, weil fast zur selben Zeit die WM-Kombinationsabfahrt der Frauen stattfindet.

Mani wurde unmittelbar hinter Carlo Janka Siebter und lieferte damit ein starkes Argument für die Teilnahme an der Abfahrt. Niels Hintermann, Manis Kontrahent in der internen Qualifikation um den letzten Startplatz, war bei Trainingsabbruch wie Mauro Caviezel noch nicht gestartet. Dem Bündner war der Startplatz neben den gesetzten Feuz und Carlo Janka sowie Titelverteidiger Pa­trick Küng schon am Mittwoch zugesprochen worden.

Vincent Kriechmayr führte das Klassement mit 1,3 Sekunden Vorsprung vor Feuz an. Der Österreicher sicherte sich damit auf souveräne Weise den dritten Startplatz im ÖSV-Team für das Rennen am Samstag. Den vierten erhielt Olympiasieger Matthias Mayer nach einem Entscheid der Trainer zugesprochen. Hannes Reichelt und Max Franz waren für die Abfahrt gesetzt.

Super-G-Niederlage kein Thema mehr

Am Tag nach dem Super-G war der ­Fokus der Schweizer Speed-Fahrer ausnahmslos auf die Abfahrt gerichtet. Der Super-G war kein grosses Thema mehr. Das Schweizer Quartett, das am Mittwoch im Super-G zu den Verlierern gezählt hatte, mochte sich zum Rennen nicht mehr gross äussern. Für Feuz, Janka und Patrick Küng ist die Verarbeitung abgeschlossen. «Zwei Minuten nach meiner Zieldurchfahrt war der Super-G für mich abgehakt», sagt Feuz. «Da war ich ja schon Vierter.»

Grund zum Jubeln hätten ohnehin nur die ersten drei gehabt, sagte der Emmentaler Feuz weiter. «Es nützt nichts, wenn die restlichen Fahrer am Tag danach den Kopf hängen lassen. Also galt es, das Ganze so schnell als möglich zu vergessen.» Feuz wird morgen am Tag der WM-Abfahrt 30-jährig.

Auch Janka, als Achter der bestklassierte Schweizer, beschäftigte sich nicht mehr allzu lange mit dem Super-G. «Früher hatte es bei mir etwas länger gedauert. In solchen Situationen muss man lernen, den Fokus nach vorne zu richten. An einer WM geht es ja Schlag auf Schlag.»

Schon gar keine Gedanken mehr wollte Küng an seinen ersten Renneinsatz an dieser WM verschwenden. Für ihn habe der Prozess schon nach 30 Sekunden Fahrt eingesetzt, sagt der Glarner nicht ganz ernst gemeint. «Bis dahin war mir die Fahrt gelungen. Wer vorne mitmischen will, dem dürfen keine Fehler passieren.»

Mauro Caviezel fiel es leicht, den Super-G zu verarbeiten. Der Bündner hatte gleichentags erfahren, dass er neben den gesetzten Feuz, Janka und Küng die Teilnahme an der WM-Abfahrt auf sicher hat.