Hoffen auf Lewandowski

Borussia Dortmund muss heute gegen Real Madrid das 0:3 aus dem Hinspiel korrigieren, wenn es noch in den Halbfinal der Champions League einziehen will.

Ueli Zoss
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Robert Lewandowski kehrt heute ins Team von Borussia Dortmund zurück – und soll das Wunder gegen Real Madrid ermöglichen. (Bild: ap/Markus Schreiber)

Robert Lewandowski kehrt heute ins Team von Borussia Dortmund zurück – und soll das Wunder gegen Real Madrid ermöglichen. (Bild: ap/Markus Schreiber)

FUSSBALL. Die Hoffnungen von Dortmund ruhen dabei vor allem auf Robert Lewandowski. Im Hinspiel in Madrid hatten die Deutschen wegen einer Sperre auf ihren besten Stürmer verzichten müssen, und er fehlte ihnen an allen Ecken und Enden. Vor einem Jahr, als Real Madrid und Dortmund in der Champions League schon einmal aufeinander trafen, war der Pole die prägende Figur gewesen. Im Hinspiel erzielte der 25-Jährige damals alle vier Tore, drei davon in der zweiten Halbzeit in nur 17 Minuten. Am Ende zogen die Dortmunder in den Final weiter, den sie in London gegen Bayern München mit 0:1 verloren.

Lewandowski weiss, dass die Ausgangslage diesmal ganz anders ist. Er hofft auf ein schnelles Tor, um die Hoffnung an eine sensationelle Rückkehr zu wecken. «Wenn wir früh in Führung gehen, gibt es eine Chance», sagt der Stürmer.

Die Wende gegen Wolfsburg

Vielleicht nähren heute abend auch die Erlebnisse vom Wochenende in der Bundesliga die Dortmunder Hoffnungen auf ein Wunder. Dort lagen sie gegen Wolfsburg, einen der Konkurrenten im Rennen um die Champions-League-Plätze, im eigenen Stadion mit 0:1 zurück. Doch dann wendeten die Dortmunder das Spiel mit viel Einsatz und Kampfgeist, 2:1 stand es am Schluss für sie.

Es war die Wiedergeburt der Spielweise, mit welcher Dortmund in den vergangenen vier Jahren aus dem Nichts bis an die Spitze Europas vorstiess. Kollektive Spielintelligenz und maximale Leidenschaft prägen diesen Stil. Er machte sich als Dortmunder «Vollgas-Fussball» einen Namen, geprägt von Trainer Jürgen Klopp, diesem charismatischen und stets sehr emotionalen Mann. Am Samstag fing eine Kamera den Dortmunder Trainer ein, wie er den Siegestreffer gegen Wolfsburg mit einem Freudensprung in gewaltige Höhe bejubelte. Dank der drei Punkte ist für Dortmund die erneute direkte Qualifikation für die Champions League in greifbare Nähe gerückt. Aber auch die laufende Königsklasse hat Klopp noch nicht abgeschrieben: «Wir werden nichts verschenken.»

Real kann auf Ronaldo zählen

Stellt Dortmund mit Lewandowski einen Stürmer von aussergewöhnlichem Format, tritt Real Madrid gleich mit deren drei an. Cristiano Ronaldo und seine Sturmpartner Karim Benzema sowie Gareth Bale sind derzeit das erfolgreichste Offensivtrio Europas. Die Spanier erzielten in dieser Saison in allen Wettbewerben bislang 135 Tore, für 85 von ihnen waren die drei Offensivkräfte verantwortlich.

Auch heute dürften, trotz des deutlichen Vorsprungs, alle drei auflaufen. Cristiano Ronaldo trainiert wieder ohne Probleme. Zuletzt machten dem Weltfussballer leichte Knieprobleme zu schaffen. Gegen Dortmund könnte der Portugiese seinen 15. Saisontreffer in dieser Champions-League-Saison erzielen und so den alleinigen Torrekord aufstellen. Derzeit teilt er sich die Bestmarke mit Lionel Messi, seinem grossen Rivalen vom FC Barcelona.