Hörnli-Spielerin gelingt Exploit

Im Thurgau hat Laura Siegemund eine grosse Fangemeinde. Nun entzückt die TC-Hörnli-Spielerin auch das Publikum in Melbourne. Die Deutsche besiegte an den Australian Open die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Jankovic.

Marie-Theres Brühwiler
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Laura Siegemund hat es in Melbourne weiter geschafft, als von ihr erwartet wurde. (Bild: Mario Gaccioli)

Laura Siegemund hat es in Melbourne weiter geschafft, als von ihr erwartet wurde. (Bild: Mario Gaccioli)

TENNIS. Im Sommer kämpfte die Deutsche Laura Siegemund im NLA-Interclub mit dem TC Hörnli vor einer bescheidenen Publikumskulisse um Punkte. Vergangene Woche stand sie in Melbourne in der Hisense-Arena vor über 10 000 Zuschauern in der zweiten Runde eines Major-Turniers im Mittelpunkt des Interesses. Doch dies schien die Deutsche ebenso wenig aus der Fassung zu bringen wie die Tatsache, dass ihr mit Jelena Jankovic (WTA 21) nicht nur eine gesetzte Spielerin, sondern auch eine frühere Weltranglistenerste gegenüber stand. Laura Siegemund (WTA 97) packte ihre Chance, besiegte die haushohe Favoritin aus Serbien mit 3:6, 7:6, 6:4 und stand erstmals an einem Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde.

Schönstes Grand-Slam-Turnier

«Die Stimmung im zweitgrössten Stadion im Melbourne-Park war gigantisch und ich bin sehr stolz auf meine Leistung gegen diese grosse Spielerin», freute sich die TC-Hörnli-Spielerin nach ihrem Husarenstück. Dass sie später in der dritten Runde gegen ihre Landsfrau Annick Beck (WTA 55) das Nachsehen hatte, nimmt die 27-Jährige gelassen. «Meine Auftritte in Melbourne geben mir viel Selbstvertrauen, und das tolle Ergebnis bietet nun eine sehr gute Ausgangsposition für die kommende Saison», blickt die Deutsche, die als Zwölfjährige bereits als Nachfolgerin von Steffi Graf gehandelt wurde, voraus. Erste Erfahrungen an Grand-Slam-Turnieren hatte sie bereits im vergangenen Jahr sammeln können. Sowohl in Wimbledon wie am US-Open überstand sie die Qualifikation. Die Australian Open seien für sie aber das schönste Grand-Slam-Turnier. «Die Menschen in Melbourne sind extrem tennisbegeistert, und das spürt man an jeder Ecke», sagt Siegemund.

Am Bodensee fast zu Hause

Aber auch vom Kanton Thurgau ist die Aufsteigerin der letzten Woche angetan. Zweimal stand Siegemund am Bodensee Open in Egnach schon im Final, und in den vergangenen zwei Jahren erwies sie sich im NLA-Interclub für den TC Hörnli als zuverlässige Punktelieferantin. «In diesem Team macht es auf und neben den Courts viel Spass. Wer weiss, vielleicht schlage ich ja auch in diesem Sommer wieder in Kreuzlingen auf», lässt Laura Siegemund durchblicken. Auch vom ITF Women's Circuit UBS Thurgau, bei welchem sie im Vorjahr in der zweiten Runde gescheitert ist, hält sie sehr viel. «Das Turnier ist sehr professionell aufgezogen, und ich fühle mich dort wie zu Hause».

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