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Höllisch virtuos bis himmlisch schön

In jugendlicher Gelenkigkeit haben Matthias Kirschnereit, Ingolf Turban und dessen Streicherensemble I Virtuosi di Paganini auf Einladung der Konzertgemeinde Frauenfeld Werke grosser Meister präsentiert – ein Genuss.
Ingolf Turban trat bei der Konzertgemeinde Frauenfeld auf. (Bild: pd/Dorothee Falke)

Ingolf Turban trat bei der Konzertgemeinde Frauenfeld auf. (Bild: pd/Dorothee Falke)

FRAUENFELD. Der international erfolgreiche Geigenvirtuose und Münchner Violineprofessor Ingolf Turban hat einen ebenbürtigen Partner gefunden, den Pianisten Matthias Kirschnereit, der für Mendelssohns Klavierkonzerte von Echo Klassik in der Kategorie Weltersteinspielung des Jahres 2009 ausgezeichnet worden ist.

Mit dem Doppelkonzert in d-Moll für Klavier, Violine und Orchester kam im Stadtcasino ein Werk zum Tragen, das Felix Mendelssohn-Bartholdy im Alter von erst 14 Jahren komponierte. Es blieb über 130 Jahre lang unbekannt, bis es 1957 wiederaufgeführt wurde. Bis heute ist dieses knapp vierzigminütige Werk eher selten auf den Konzertpodien zu hören.

Umso mehr zahlte sich die Gelegenheit aus, dem Konzert beizuwohnen, besonders in solch hochkarätiger Besetzung. Am Abend, den die Konzertgemeinde Frauenfeld veranstaltet hat, trat ein bewegender Gesamtklang in Erscheinung, der jugendlichen Tatendrang, Schwärmerei und grosse Gefühle miteinander vereinigte.

Lebhafter Klangdialog

In klingender Reinheit wurden die Künstler dem von Arpeggi und Läufen übersäten Werk gerecht. Während das Streicherensemble I Virtuosi di Paganini sich als flexibel und als zuverlässiges Begleitfundament erwies, führte Ingolf Turban in Souveränität und Präzision einen frischen, lebhaften Klangdialog mit dem Rostocker Klavierprofessor Matthias Kirschnereit, der von der ersten Sekunde an mit einem direkten, präsenten Klang und passendem Temperament überzeugte.

Bei den Zwiegesprächen zwischen den Soloinstrumenten schien immer ein Türspalt für musikalische Spontaneität offen zu sein, ohne dass die Grenzen der Konventionen überschritten wurden, was immer für frische Ohren während des Konzerts sorgte.

Eine derartige Elastizität in der Klanggestaltung zeigte sich auch bei den Werken, die Ingolf Turban in Begleitung von I Virtuosi di Paganini vor der Pause präsentierte. So spielte er bei den Wiederholungen in Giuseppe Tartinis Sonata in g-Moll («Teufelstriller-Sonate») nicht einfach erneut dasselbe, sondern schmückte sie stilgerecht und ideenreich aus. Er tat also genau das, was einen damaligen Geigenvirtuosen auszeichnete, der auf den Überraschungseffekt genauso wie auf das theatralische Moment setzte.

Der Kreis schliesst sich

Dazu gehört selbstredend die Gestik – Ingolf Turban wirkte da völlig natürlich. Bei Niccolò Paganinis «Hexentanz» kam dies exemplarisch zur Geltung, da Turban jede Variation in einem anderen Affekt spielte, wodurch die immergleiche Melodie nie langweilig wurde. Seine eleganten Bogenstriche und grazilen Bewegungen unterstrichen sein Können und seine Authentizität als Geigenvirtuose. Das Ensemble indessen wusste Ingolf Turbans anspruchsvolle Tempovariierungen sensibel zu meistern.

Mit Camillo Sivoris schwärmerisch interpretierter «Romanza senza Parole» ergaben sich nicht nur wegen des Titels, sondern auch von der Harmonik her Querbezüge zu Mendelssohns «Liedern ohne Worte», was den Kreis zu dessen aufgeführtem Doppelkonzert schloss. (bsp)

Do, 7.3., 20.00, Rathaus, Frauenfeld: Casal Quartett mit Werken von Jean Sibelius, Edvard Grieg und Peteris Vasks.

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