HÖCHSTSTRAFE: Flattern statt fliegen

Simon Ammann bleibt auch in Oberstdorf in seinem Tief sitzen. Mit Rang 37 zum Auftakt der Vierschanzentournée verpasst er bereits zum dritten Mal in dieser Saison den Finaldurchgang.

Drucken
Teilen
Weitere Enttäuschung für Simon Ammann. (Bild: Matthias Schrader/AP)

Weitere Enttäuschung für Simon Ammann. (Bild: Matthias Schrader/AP)

«Das war der falsche Tag für einen solchen Fehler. Vor dieser Kulisse musst du einfach zweimal springen», sagte Simon Ammann nach dem verpatzten Auftritt vor 27 000 Zuschauern. Der Toggenburger, dessen stabile Fluglage selbst bei schwierigen Verhält­nissen eigentlich sein Marken­zeichen ist, flog schräg über die Schattenbergschanze. Sein Ski pendelte, das tragende Luftpolster konnte er nicht wie gewohnt aufbauen. Ähnliche Probleme mit asymmetrischer Luftfahrt hatte der Schweizer schon am Mittwoch während der Trainingssprünge. Bereits nach der Landung auf 123 Meter war klar, dass der vierfache Olympiasieger seine Sachen vorzeitig packen musste.

Was möglich gewesen wäre, zeigte Ammanns Konkurrent im K. o-Duell. Der Slowene Jurij Tepes segelte auf 133,5 Meter und auf den achten Zwischenrang. «Das war die Grössenordnung, in die ich eigentlich hinfliegen wollte», sagte Ammann. Zumindest die Bedingungen dazu hätte er gehabt. Der Routinier hatte den schwächsten Rückenwind aller 50 Springer. «Ich bin froh, dass es nun gleich weitergeht», sagte der 35-Jährige. Die Qualifikation für das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wird ihm heute helfen, den Ärger rasch zu verdauen.

Stefan Kraft wie 2014 siegreich

Das Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournée gewann Stefan Kraft. Der 23-jährige Österreicher siegte mit 2,8 Punkten Vorsprung vor dem Polen Kamil Stoch. Dritter wurde Krafts Landsmann Michael Hayböck. Der Norweger Daniel-André Tande, der Sieger der Qualifikation vom Donnerstag, verbesserte sich im Finaldurchgang vom neunten auf den vierten Rang. Für Kraft, der bereits nach dem ersten Durchgang in Führung gelegen hatte, ist es der fünfte Weltcupsieg. Den ersten hatte der Tournée-Sieger von 2015 vor zwei Jahren an gleicher Stätte errungen. Eine Enttäuschung erlebte Domen Prevc. Der slowenische Weltcup-Leader kam nicht über den 26. Platz hinaus. Auch Deutschland ist schlecht gestartet. Einzig Markus Eisenbichler hielt einigermassen mit. (sda)