HOCKEY THURGAU: Hilfe naht aus der NLA

Hockey Thurgau verliert einmal mehr gegen Rapperswil-Jona, diesmal 4:6. Schon morgen in Biasca soll ein neuer Spieler zur Verfügung stehen.

Matthias Hafen
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Die Fans sahen eine Mannschaft, die sich mit Herz und Engagement auf dem Eis bewegte. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch)

Die Fans sahen eine Mannschaft, die sich mit Herz und Engagement auf dem Eis bewegte. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch)

Wer das NLB-Eishockeyspiel am Freitag in Rapperswil-Jona gesehen hatte, traute gestern seinen Augen nicht. Vor heimischem Publikum in Weinfelden kam eine Thurgauer Mannschaft aus der Kabine, die mit Herz, Drive und Engagement auftrat. Sie spielte mutig nach vorne und fürchtete auch keinen Check der physisch überlegenen Rapperswiler. Das war bei der 2:5-Niederlage zwei Tage zuvor ganz anders gewesen.

Nun aber bot der Tabellenelfte den viertplazierten St.Gallern Paroli, hatte im ersten Drittel gefühlte 80 Prozent Puckbesitz. Nur resultierte daraus kein Treffer. Denn so entschlossen wie die Thurgauer zu Werke gingen, so planlos schaute ihr Spiel in der gegnerischen Zone aus. Immer wieder kämpften sich die Gastgeber in Rapperswil-Jonas Drittel. Richtig gefährlich wurde es für die Gäste aber selten, weil sich die Thurgauer vor dem gegnerischen Tor nicht mehr fanden, die Angriffe wirkungslos verpufften. Und so gingen auch in diesem Spiel die Rapperswiler 1:0 in Führung – durch einen Treffer von Michael Hügli und der überragenden ersten Sturmlinie.

Rapperswil-Jona nutzt Thurgaus Naivität aus
Das Spiel verlor Hockey Thurgau jedoch im zweiten Drittel, als es dem Gegner ins offene Messer lief. «Gegen eine Topmannschaft wie Rapperswil-Jona kannst du nicht so offensiv spielen», sagte Trainer Stephan Mair nach der 4:6-Niederlage. Gleich 1:3 verlor sein Team den zweiten Spielabschnitt. Die Hypothek von 1:4 nach 40 Minuten sollte sich schliesslich als zu hoch herausstellen. Immerhin aber fanden die Thurgauer im letzten Drittel ihren Kampfeswillen wieder, zeigten noch einmal Eishockey mit Herz.

Besonders Eric Himelfarb spielte im Schlussdrittel so inspiriert wie selten zuvor. Nach dem 1:5 in der 47. Minute nahm er das Heft in die Hand und brachte seine Mannschaft mit zwei Treffern innert 142 Sekunden in die Partie zurück. «Wir hatten gar keine andere Wahl, als uns kämpferischer zu zeigen als am Freitag», sagte der Kanadier nach der Partie. «Dennoch wird es nun sehr hart für uns.» Und das aus mehreren Gründen. Denn Thurgaus Aufbäumen kam zu spät. Am Schluss resultierte die 17. Niederlage im 25. Spiel. Just als die Mannschaft in der spannenden Schlussphase das Unmögliche noch möglich machen wollte, patzte auch Goalie Sascha Rochow. Und so bleibt Hockey Thurgau in der Tabelle zehn Punkte hinter der achtplazierten EVZ Academy zurück.

Nach Rohner und Rampazzo nun Parati
Vor dem wichtigen Auswärtsspiel morgen um 20 Uhr gegen den Tabellenletzten Ticino Rockets akzentuieren sich zudem die Personalsorgen von Trainer Mair. Die am Freitag verletzt ausgeschiedenen Kevin Rohner und Ruben Rampazzo fallen beide vier bis sechs Wochen aus – Stürmer Rohner mit einem Schlüsselbeinbruch, Verteidiger Rampazzo mit einem angerissenen Seitenband. Zudem humpelte gestern in der 57. Minute auch Captain und Verteidiger Patrick Parati mit einer Prellung vom Eis. Thurgaus Geschäftsführer Patrick Bloch suchte deshalb in der NLA nach Hilfe. Eine Verstärkung soll bereits morgen mittels B-Lizenz zur Verfügung stehen.