HOCKEY THURGAU: Campbell erstickt Thurgauer Hoffnungen

In der NLB-Qualifikation verliert Hockey Thurgau auch das dritte Saisonduell gegen den SC Langenthal. Der Tabellenzweite siegt am Sonntag dank eines überragenden Jeff Campbell (drei Tore) diskussionslos mit 5:2.

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Trotz Niederlage der Thurgauer ist der Rückstand auf den letzten Playoff-Platz nicht angewachsen ist. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Trotz Niederlage der Thurgauer ist der Rückstand auf den letzten Playoff-Platz nicht angewachsen ist. (Bild: SPORTS-MEDIA.ch / Alessandro Santarsiero)

Ein kleiner Trost mag für Thurgau sein, dass der Rückstand auf den letzten Playoff-Platz nicht angewachsen ist. Dieser beträgt weiter sechs Punkte. Am Dienstag, 20 Uhr, empfangen die Ostschweizer den EHC Visp in der Weinfelder Güttingersreuti.

Lapsus in doppelter Überzahl
Im ereignisreichen Startabschnitt erwischten die Gastgeber den besseren Start und gingen durch einen Überzahltreffer von Jeffrey Füglister schon nach 198 Sekunden in Führung. Die Reaktion der Ostschweizer folgte aber postwendend. Keine drei Minuten nach dem 1:0 nützten auch sie ihre erste Powerplaychance. Der Slapshot von Andrea Glauser wurde noch leicht abgelenkt. Zwar erzielten die heimstarken Oberaargauer durch Jeff Campbell weiter zweieinhalb Minuten später und einem Lattenschuss von Renato Engler (8. Minute) das 2:1, doch eine doppelte Überzahl liess die Thurgauer Fans auf den erneuten Ausgleich hoffen. Da machte ihnen Keeper Kevin Huber einen Strich durch die Rechnung. Er liess einen harmlosen Befreiungsschuss vom Campbell aus rund 30 Metern zum 3:1 passieren. Nach den haltbaren Gegentreffern Nummer 2 und 3 liess sich Huber schon nach zehneinhalb Minuten auswechseln. Dieser Schock hinterliess Spuren.

In einem keinesfalls überharten Startdrittel sprachen die Unparteiischen gegen beide Teams je drei Strafen aus. Primär eine Folge der konsequenteren Regelauslegung, welche ihnen nach heftiger Kritik der NLA-Vereine auferlegt wurde. Diese bemängelten, dass in der Champions League eine wesentlich kleinlicher gepfiffen wird und dieser Massstab auch in der Nationalliga angewendet werden muss.

Weichen früh gestellt
Die Überlegenheit des Tabellenzweiten hielt an. Die Thurgauer kassierten weitere Strafen und waren deshalb primär mit Defensivaufgaben beschäftigt. Das 4:1 durch Jeff Campbell mit einem harten Schuss von nahe der blauen Linie fiel, als Thurgau gerade die vierte Unterzahl überstanden hatte. Der erste Gegentreffer für Sascha Rochow schien den Ostschweizern schon früh den Glauben an einen Punktgewinn in der Schorenhalle genommen zu haben. Offensiv passte beim Mair-Team danach jedenfalls wenig zusammen.

SCL-Schlussmann Yannik Wildhaber verlebte einen geruhsamen Nachmittag. Die wenigen Prüfungen bestand er aber mit Bravour. So in der 36. Minute, als er den solo auf ihn zustürmenden HCT-Topscorer Mike Vaskivuo stoppte.

Nach der zweiten Pause bekam man nie den Eindruck, als ob Thurgau doch noch einmal zurück in die Partie finden könnte. Langenthal hatte längst einen Gang hinunter geschaltet und beschränkte sich auf das Verwalten des Vorsprungs. Zumindest gab es für die über 2000 Zuschauer in der 53. Minute  wieder etwas gehaltvollere Unterhaltung. Zuerst erzielte Nico Müller den zweiten Powerplaytreffer für die Gastgeber, ehe Tim Wieser, der beim 5:1 in der Kühlbox sass, nur 14 Sekunden später zum Endstand einnetzte.

SC Langenthal – Hockey Thurgau 5:2 (3:1, 1:0, 1:1)
Schoren. – 2039 Zuschauer. – Sr. Mollard, Tscherrig; Micheli, Rebetez.
Tore: 4. Füglister (Kämpf, Kummer; Ausschluss A. Küng) 1:0. 7. Glauser (Arnold; Ausschluss V. Küng) 1:1. 9. Campbell (Kelly, Pienitz) 2:1. 11. Campbell (Vollmin; Ausschlüsse Kämpf und Tschannen!) 3:1. 24. Campbell (Cadonau, Tschannen) 4:1. 53. (52:23) Dünner (Kämpf, Kummer; Ausschluss Wieser) 5:1. 53. (52:37) Wieser (Spiller, Müller) 5:2.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Langenthal, 8-mal 2 Minuten gegen Thurgau.
Langenthal: Wildhaber; Rytz, Cadonau; Marti, Völlmin; Ahlström, Pienitz; Christen; Tschannen, Campbell, Kelly; Flüglister, Dünner, Primeau; Kämpf, Kummer, V. Küng, Gerber, Hess, Pivron; Duarte.
Thurgau: Huber (ab 11. Rochow); Gossweiler, Glauser; Wildhaber, Wollgast; Nater, Forrer; Bucher; Engler, Himelfarb, Andersons; Arnold, Brunner, Vaskivuo; A. Küng, Schläpfer, Wyss; Müller, Wieser, Spiller.
Bemerkungen: Thurgau ohne Parati, Rohner und Bahar (alle verletzt). – 8. Lattenschuss Engler.