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Hoch hinaus

Ausdauersport und Höhentrainingslager gehören zusammen wie zwei alte Kumpels: Sie kennen sich bestens, verstehen sich nicht immer reibungslos, ja manchmal kommt es gar zu Streitereien, doch können sie kaum ohne den andern.

Ausdauersport und Höhentrainingslager gehören zusammen wie zwei alte Kumpels: Sie kennen sich bestens, verstehen sich nicht immer reibungslos, ja manchmal kommt es gar zu Streitereien, doch können sie kaum ohne den andern. So dachte auch ich mir im Sommer 2013, meinem ersten Jahr als Mountainbike-Profi, dass ich den vieldiskutierten Mythos mit eigenem Leib kennenlernen möchte. Für drei Wochen quartierte ich mich in St. Moritz auf 2000 Meter Höhe ein.

Bis auf den Bernina Hospiz

Zuerst wurde es mir langweilig, dann bekam ich Heimweh, und flugs legte mich eine Grippe flach. Doch anschliessend erzielte ich das beste Resultat meines Lebens im Elite-Weltcup und gewann zwei Monate später erneut Gold an der U23-WM. Etwas Gutes musste also doch an dieser Höhe dran sein.

Im Jahr 2014 steigerte ich mich auf 2300 Meter Höhe auf den Bernina Hospiz. Mit dem Frauen-Nationalteam konnten wir von der Passhöhe aus wunderschöne, teilweise winterlich angehauchte Touren fahren, und nicht einmal die internetresistente Unterkunft konnte unsere Stimmung trüben. Doch was versprechen wir uns vom Höhentrainingslager? Da dem Körper bei gleichem Volumen der eingeatmeten Luft weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, taucht eine Sauerstoffmangelerscheinung – Hypoxie im Fachjargon – des Organismus auf. Diese ruft Anpassungen der Atmungs-, Herz-Kreislauf- und Zellfunktion hervor. Es kommt zu einem verbesserten Sauerstofftransport und Optimierung der Mechanismen. Kurzum: Man kann schneller Velo fahren.

Weg vom Alltag

Der Effekt ist allerdings äusserst individuell, und längst nicht alle Athleten sprechen darauf an. Ausschlaggebend für mich ist daher viel mehr der Fakt, dass wir in der Höhe weg vom Alltag sind und uns ausgiebig um unser Training kümmern können. Keine Termine, ein neues Trainingsgebiet, frische Trainingspartner. Ein riesiger Bonus ist zudem die frische Engadiner Höhenluft, die mich meine Heuschnupfen-Allergie vergessen lässt.

Für 2016 musste ich deshalb nicht lange studieren, wo ich meine Olympia-Vorbereitung verbringen wollte: Klar, in der Höhe. Mögen mich die Schweizer Alpenpässe für den brasilianischen Dschungel blitzschnell machen!

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