Hitzfelds neue Optionen und alte Probleme

Die Hauptprobe in Kroatien ist geglückt, jetzt gilt der Fokus von Ottmar Hitzfeld der Premiere in der WM-Qualifikation in Slowenien. Bis zum 7. September muss das Team zu mehr Stabilität in der Defensive finden.

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FUSSBALL. Der August-Termin ist nicht nur beim Schweizer Nationaltrainer nicht sehr beliebt. Nach dem 4:2-Sieg in Split gegen Kroatien wird ihn Ottmar Hitzfeld aber nicht missen wollen. Der triste Auftritt beim 0:1 gegen Rumänien ist vergessen, die Schweizer können mit einem Erfolgserlebnis zur WM-Qualifikation starten. In Split gefielen die Schweizer – im Gegensatz zu den Gastgebern – mit einer Spielfreude, die in der Ära Hitzfeld so oft vermisst wurde. Sie waren stets bemüht, den Weg nach vorne zu suchen, und dies mit direktem Spiel ohne Alibi-Pässe.

Hitzfelds Optionen

Das Spiel der Schweizer fiel auch nicht auseinander, nachdem Hitzfeld nach der Pause zahlreiche Wechsel vorgenommen hatte. «Wir haben nun verschiedene Optionen», so Hitzfeld. «Wir sind nicht nur von elf Spielern abhängig, sondern haben einen guten Stamm von 16 Akteuren.» Der Nationalcoach sprach von einem «angeheizten Konkurrenzkampf».

Fünf Tore gegen Deutschland, vier Tore gegen Kroatien – offensiv scheinen die Schweizer bereit zu sein. In Slowenien werden Hitzfelds Spieler aber in drei Wochen auf einen Gegner treffen, der ihnen weniger Raum zur Entfaltung bieten wird. Die Frage ist, ob die Schweizer Offensivkräfte Xherdan Shaqiri, Eren Derdiyok und Admir Mehmedi in ihren Clubs genügend Spielpraxis erhalten, um den erhöhten Anforderungen genügen zu können.

Baustelle Innenverteidigung

Dieselbe Frage stellt sich bei den Verteidigern, besonders bei den Kandidaten für die zwei Positionen im Zentrum. Engagiertere Stürmer als am Mittwoch die Kroaten hätten den einen oder anderen Aussetzer von Johan Djourou und Steve von Bergen sicher bestraft. Der designierte Abwehrchef Philippe Senderos wird verletzungsbedingt auch in den September-Spielen fehlen. Timm Klose und François Affolter – beide wie wohl auch Djourou und Von Bergen zu Saisonbeginn bei ihren Vereinen nicht erste Wahl – sind keine valablen Alternativen. (tw)