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«Heutzutage zählen nur noch Siege»

Tour-gauer

Nach unvergesslichen 24 Stunden im gelben Leadertrikot ist für mich an der Tour de Suisse mit dem Schlussaufstieg der vierten Etappe der Alltag eingekehrt. Was mir in den ersten Tagen – ob vorne oder am Ende des Feldes – aufgefallen ist: Der Radsport lebt in der Schweiz auch nach dem Rücktritt von Fabian Cancellara. Das Zuschauerinteresse war riesig, es herrschte unterwegs teilweise eine Volksfeststimmung. Und wir Thurgauer sind mittendrin.

Was auch auffällt: Es gibt immer weniger Fahrer, die sich aufs Gesamtklassement konzentrieren. Im Zentrum stehen Etappensiege. Ein zehnter Rang in der Gesamtwertung ist immer ein Spitzenresultat, doch effektiv interessiert sich niemand dafür. Was heutzutage im Radsport zählt, sind alleine die Siege. Bei einem Etappenrennen wie der Tour de Suisse wird an der Siegerehrung nur der Trikotträger ausgezeichnet. Schon der Zweite und Dritte sind kein Thema mehr.

Für einen Roller sorgen im Übrigen die Etappen mit einer Bergankunft nicht zwangsläufig für Angstschweiss. Oft wird zu Beginn ein gemächliches Tempo angeschlagen, weil die Kletterer einfach mitrollen wollen. Im Aufstieg selbst können wir hinten unser Tempo fahren und ohne Erfolgsdruck relativ locker nach oben fahren. Eine Flachetappe kann mehr Substanz kosten. Das haben Michael Albasini und ich zuletzt erlebt.

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