Hess erinnert sich an 1982

Anfang nächster Woche wird Erika Reymond-Hess nach Schladming und Haus im Ennstal zurückkehren und die Super-G der Frauen und Männer an der Ski-WM live mitverfolgen. «Ich freue mich.

Merken
Drucken
Teilen

Anfang nächster Woche wird Erika Reymond-Hess nach Schladming und Haus im Ennstal zurückkehren und die Super-G der Frauen und Männer an der Ski-WM live mitverfolgen. «Ich freue mich. Für mich ist es speziell, weil ich an der WM in Schladming vor einunddreissig Jahren drei Goldmedaillen gewonnen habe. Es ergaben sich auch viele persönliche Kontakte, die über das Sportliche hinausgingen», sagt die Mutter von drei Söhnen. Im Wintersportmuseum von Haus im Ennstal können die Besucher eine der drei Goldmedaillen von Hess bewundern, und auf einer Bergspitze wurde eine Büste von ihr aufgestellt.

Treffen mit der Rivalin

Hess wird während ihres WM-Aufenthalts in den beiden Dörfern verschiedene Leute wiedertreffen. «Ich spüre, dass ich als Person geschätzt werde. In Österreich hat der Skisport einen andern Stellenwert», so die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin im Riesenslalom von Lake Placid 1980. «Weil ich 1982 zum WM-Auftakt die Kombination gewinnen konnte, war der Druck danach kleiner. Zudem stimmte die Technik und ich war in Form», so Hess.

Zu spüren bekam dies die Amerikanerin Christin Cooper. Im Slalom und Riesenslalom wurde sie Zweite, in der Kombination Dritte – Hess holte jeweils Gold. «Wir sassen vor einem Jahr in Wengen zufällig im gleichen Lokal, erkannten uns sofort und es war wie früher», sagt Hess, deren 18jähriger Sohn Marco im Europacup fährt. 1982 wurde Erika Hess zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt, erhielt von Ski-Journalisten die Auszeichnung «Skieur d'Or» überreicht und sicherte sich im Kampf mit der Deutschen Irene Epple erstmals den Sieg im Gesamtweltcup.

Jährliche Krisensitzung

«Wir waren in unserem Team unterschiedliche Persönlichkeiten, respektierten uns aber und trieben uns gegenseitig an. Es gab jedes Jahr intern eine Krisensitzung, doch davon drang nie etwas nach aussen.» Heute konzentriere sich die Ski-Berichterstattung nicht mehr nur auf den sportlichen Bereich. Auch deshalb werde sich Schladming 2013 kaum mit Schladming 1982 vergleichen lassen. (uhu)