Hertha BSC sorgt rund um Corona gleich für mehrere Skandale

Zunächst sorgt Hertha-Stürmer Salomon Kalou durch ein Facebook-Live für Aufregung, später tut es ihm der neue Aufsichtsrat Jens Lehmann mit einer brisanten Aussage gleich.

Raphael Gutzwiller
Drucken
Teilen

Hertha hat das Image einer grauen Maus in der Bundesliga. Dieses Bild möchten die Hauptstädter lieber heute als morgen ändern. Tatsächlich waren die Akteure von Hertha BSC zuletzt mehr im Rampenlicht als alle anderen Fussballer zusammen. Aber nur negativ. Ein Facebook-Live-Video von Salomon Kalou sorgte für einen Skandal. Es zeigte, wie bei Hertha Hände geschüttelt, die Schutzmassnahmen beim Coronatest nicht eingehalten und über Lohnverzichte in der Garderobe diskutiert wurden. Es ist ein Video, das aufzeigt, wie verstörend offenbar die einfachsten Verhaltensregeln bei Hertha nicht eingehalten wurden. Salomon Kalou ist bei den Berlinern inzwischen suspendiert.

Lehmann ist neuer Aufsichtsrat und äussert sich gleich unbedacht

Jens Lehmann ist neuer Aufsichtrat bei Hertha BSC und dort Nachfolger von Jürgen Klinsmann.

Jens Lehmann ist neuer Aufsichtrat bei Hertha BSC und dort Nachfolger von Jürgen Klinsmann.

Focke Strangmann / EPA

Der neue Aufsichtsrat Jens Lehmann machte eine unbedachte Äusserung zum Thema Coronavirus. Er sagte beim TV-Sender beINSports.:

«Solange die Symptome nicht so schlimm sind, denke ich, müssen die Spieler damit zurechtkommen. Wir haben viele Spieler, die tatsächlich infiziert waren, und die meisten von ihnen zeigten nicht einmal Symptome. Ich denke also, für junge, gesunde Menschen mit einem starken Immunsystem ist das keine so grosse Sorge.»

Schon im April hatte Lehmann mit einer Aussage für Aufregung gesorgt, als er sagte, man könne ja einfach vor 20000 Zuschauer statt 60000 weiterspielen.

Lars Windhorst will die 50+1-Regel abschaffen

Und zu guter Letzt machte auch noch Investor Lars Windhorst von sich reden. Er möchte die 50+1-Regel in der Bundesliga abschaffen. In der Süddeutschen Zeitung sagt er:

«Ich halte es grundsätzlich für problematisch, wenn es in Europa ein Land gibt, das von allen anderen abweicht. Und Deutschland stellt hier in der EU eine Ausnahme dar. Jeder sieht, dass das grosse Geld im Fussball in Europa verdient wird, und da frage ich mich schon, ob es da noch eine Wettbewerbsgleichheit gibt.»
Mehr zum Thema